Die Kündigung im Arbeitsrecht Kündigungsarten, -gründe und Fristen

Das Thema Kündigung ist sowohl für den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber keine angenehme Angelegenheit. Es gibt einige Regeln, die nicht nur der Arbeitnehmer beim Aufsetzen einer Kündigung befolgen sollte, sondern auch der Arbeitgeber. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die Kündigung seitens des Arbeitgebers und geben Dir die wichtigsten Informationen rund ums richtig Kündigen. Des Weiteren erhältst du als Arbeitgeber von uns ein kostenloses Muster eines professionellen Kündigungsschreibens sowohl in PDF als auch Word-Datei.

Kündigung
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 02.05.2019 | Aktualisiert am: 20.05.2019

Kündigungsschreiben - Tipps und Muster

Eine Kündigung ist nach dem deutschen Arbeitsrecht an einige Regeln und Gesetze gebunden. Wir informieren Dich über diese und den verschiedenen Kündigungsarten und Kündigungsgründen, die vorkommen können. Außerdem erhältst du Infos zu Kündigungsfristen, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei einer Kündigung einhalten müssen, denn diese weichen voneinander ab! In diesem Artikel geben wir Dir einen Überblick über alles Wissenswerte zum Thema Kündigung, damit Du auf alles vorbereitet bist und keine bösen Überraschungen auf Dich zukommen.

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1. Definition „Kündigung“

Was versteht man unter einer Kündigung?

Eine Kündigung beendet ein Arbeitsverhältnis zwischen einem Arbeitnehmer und einem Arbeitgeber. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber haben das Recht eine Kündigung einzureichen. Kündigt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis, so nennt man diese Art von Kündigung Fremdkündigung. Umgekehrt nennt man eine Kündigung ausgehend vom Arbeitnehmer eine Eigenkündigung.

Aufgepasst! Denn eine Kündigung ist nur dann wirksam, wenn sie schriftlich erfolgt und eigenständig unterschrieben ist. Sie muss persönlich oder per Einschreiben mit Zugangsbestätigung und Rückschein ausgestellt werden. Eine mündliche oder elektronische Form der Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ist laut § 623 BGB ohne Ausnahme ausgeschlossen.

Eine schriftliche Kündigung wird Unterschrieben
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Kündigung: Schriftlich und eigenständig unterschreiben

Kündigung vs. Entlassung: Diese zwei Begriffe werden oft als Synonyme verwendet, sind jedoch in ihrem Sinn zu unterscheiden. Die Begriffe Kündigung und Entlassung haben tatsächlich nach der deutschen arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung unterschiedliche Bedeutungen: die Kündigung ist eine rechtsgeschäftliche Handlung mit der Absicht auf die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses, während mit der Entlassung der tatsächliche Vorgang des Austritts eines Arbeitnehmers aus dem Betrieb beschrieben wird.

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1.1 Kündigungsschutzgesetz

Das Kündigungsschutzgesetz ( KSchG) besteht insgesamt aus 26 Paragraphen, in denen festgelegt ist, wie die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses zu erfolgen hat. Themen, wie Änderungskündigung, Abfindungsanspruch und -beiträge, außerordentliche Kündigung und Unzulässigkeit einer Kündigung sind in diesem Gesetz festgehalten.

Beim Kündigungsschutzgesetz wird zwischen dem allgemeinen Kündigungsschutz und dem besonderen Kündigungsschutz unterschieden. Der allgemeine Kündigungsschutz gilt für alle Arbeitnehmer und umfasst alle Bestimmungen des KSchG sowie des BGBs. Der besondere Kündigungsschutz gilt für Schwangere, Arbeitnehmer in Elternzeit, Schwerbehinderte oder Freiwillige Wehrdienstleistende, deren Gesetzestexte gesondert aufgeführt sind.

Der Anspruch auf den Kündigungsschutz hängt davon ab, wie groß das Unternehmen ist und wie lange man in dem Unternehmen beschäftigt war.

1.2 Eigenkündigung

Wie bereits geschildert, handelt es sich bei einer Eigenkündigung um eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgehend vom Arbeitnehmer. Dieser wünscht aus einem bestimmten Grund dieses Verhältnis aufzuheben. Der Arbeitnehmer hat sich sowohl bei einem befristeten als auch unbefristeten Arbeitsverhältnis an bestimmte Fristen zu halten.

Gründe für solch eine Eigenkündigung können sein:

  • Neuer Arbeitsplatz
  • Kein Erhalt des Lohns
  • Mobbing am Arbeitsplatz
  • Langfristige Erkrankung

1.3 Fremdkündigung

Beendet der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis, so nennt man das eine Fremdkündigung. Neben der schriftlichen Form und der arbeitsvertraglichen oder tariflichen Frist, muss der Arbeitgeber den allgemeinen oder auch den besonderen Kündigungsschutz beachten.

Der allgemeine Kündigungsschutz: Der Arbeitnehmer unterfällt dem Kündigungsschutzgesetz, wenn dieser mindestens 6 Monate durchgehend in einem Arbeitsverhältnis mit dem Unternehmen stand. Erst dann findet der Kündigungsschutz Anwendung bei dem Arbeitnehmer, der gekündigt werden soll. Außerdem muss der Betrieb mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigen, damit der Kündigungsschutz eingesetzt werden kann.

Der besondere Kündigungsschutz: Der besondere Kündigungsschutz betrifft nur eine besondere Gruppe von Arbeitnehmern, wie Frauen während und nach der Schwangerschaft. Dies gilt jedoch nur für einen befristeten Zeitraum. Des Weiteren sind Arbeitnehmer in Elternzeit, Wehrdienstbedienstete, Menschen mit Behinderungen, Auszubildende, Betriebsratsmitglieder und tariflich unkündbare Arbeitnehmer von dem Sonderkündigungsschutz betroffen.

1.4 Kündigungsfristen

Die Kündigungsfristen im deutschen Arbeitsrecht ergeben sich aus verschiedenen Komponenten: aus dem Arbeitsvertrag, dem Tarifvertrag oder dem Gesetz (§ 622 BGB). Diese sind bei Fremd- oder Eigenkündigung unterschiedlich. Generell besteht bei einer Kündigung seitens des Arbeitnehmers eine Kündigungsfrist von 4 Wochen je nach Arbeitsvertrag zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.

Bei der Kündigung ausgehend vom Arbeitgeber sieht das anders aus. Die gesetzlichen Kündigungsfristen sind im BGB, dem Bürgerlichem Gesetzbuch in § 622 aufgeführt.

Die gesetzlichen Kündigungsfristen

Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen:

  • 2 Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,
  • 5 Jahre bestanden hat, 2 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 8 Jahre bestanden hat, 3 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 10 Jahre bestanden hat, 4 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 12 Jahre bestanden hat, 5 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 15 Jahre bestanden hat, 6 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 20 Jahre bestanden hat, sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Die Kündigungsfrist liegt bei einer Beschäftigungsdauer von bis zu sechs Monaten und in der Probezeit bei 14 Tagen. Auch hier können außerordentliche Kündigungen erfolgen, vorausgesetzt es liegen schlagkräftige Gründe vor. Es gibt noch einige Sonderregelungen, die jederzeit im Gesetz nachgelesen werden können. Abschließend ist zu sagen, dass eine Kündigungsfrist immer erst mit dem Zugang der Kündigung beginnt.

2. Kündigungsarten

Welche Kündigungsarten gibt es im deutschen Arbeitsrecht?

In Deutschland werden zwischen verschiedenen Kündigungsarten eines Arbeitsverhältnisses unterschieden. Denn nicht nur der Arbeitgeber ist befugt einen Mitarbeiter zu kündigen, sondern auch der Arbeitnehmer selbst hat das Recht ein Arbeitsverhältnis zu beenden. Generell werden zwischen 3 verschiedenen Arten einer Kündigung unterschieden, nämlich zwischen der ordentlichen und außerordentlichen Kündigung und der Änderungskündigung.

2.1 Ordentliche Kündigung

Die ordentliche Kündigung erfolgt innerhalb der Kündigungsfrist, also ordentlich und fristgerecht. Sollte eine Kündigung durch den Arbeitnehmer gewünscht sein, so kann er sie ohne eine nähere Erläuterung oder Begründung einreichen. Bei einer Kündigung seitens des Arbeitgebers ist ein Kündigungsgrund gesetzlich vorgeschrieben.

2.2 Außerordentliche Kündigung

Die außerordentliche Kündigung muss keine Fristen beachten, daher wird sie auch fristlose Kündigung genannt. Bei einer außerordentlichen Kündigung ist es jedoch zwingend notwendig einen triftigen Kündigungsgrund dem Arbeitnehmer zu nennen und nachzuweisen. Es gibt verschiedene Gründe ein Arbeitsverhältnis eines Arbeitnehmers zu kündigen, wie Diebstahl oder Unterschlagung. Weitere Kündigungsgründe werden dir in einem der nachfolgenden Kapitel näher erläutert. Die fristlose Kündigung muss innerhalb von 2 Wochen erfolgen, sonst wird sie als unwirksam angesehen.

2.3 Änderungs- und Teilkündigung

Eine Änderungskündigung ist besonders für den Arbeitgeber von Vorteil, da er somit Änderungen von Arbeitsbedingungen erzwingen kann. Dies erfolgt, indem er dem Arbeitnehmer das bestehende Arbeitsverhältnis kündigt und ihm unmittelbar danach einen neuen Arbeitsvertrag mit neuen Arbeitsbedingungen anbietet. Wenn jedoch die Kündigungsschutzklage dieses Arbeitnehmers anerkannt wird, muss der Arbeitsvertrag zu den vorherigen Bedingungen weitergeführt werden. Eine Teilkündigung liegt wiederum dann vor, wenn einzelne Komponente eines Vertrages gegen den Willen einer Vertragspartei gekündigt werden.

3. Kündigungsgründe

Welche Gründe gibt es, um ein Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu beenden?

Sowohl bei einer ordentlichen als auch bei einer außerordentlichen Kündigung ist es ratsam dem Arbeitnehmer einen fundierten Kündigungsgrund zu nennen. Es gibt verschiedene Gründe einem Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Zu diesen Gründen zählen betriebsbedingte Kündigungen, personenbedingte Kündigungen, krankheitsbedingte Kündigungen und verhaltensbedingte Kündigungen.

3.1 Betriebsbedingte Kündigung

Werden in einem Unternehmen Betriebsumstrukturierungen, Filialschließungen oder Stellenabbaumaßnahmen vorgenommen und dem Arbeitgeber ist es nicht möglich den Arbeitnehmer weiterhin zu beschäftigen, so kann es zu einer betriebsbedingten Kündigung kommen. Der Arbeitgeber muss in jedem Fall die dringenden betrieblichen Erfordernisse genau begründen können, um eine Kündigung zu rechtfertigen. Wichtig ist, dass es sich bei dem betriebsbedingten Kündigungsgrund nicht um die finanzielle Situation des Unternehmens handelt!

Eine Auflistung von kuriosen Kündigungsgründen
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Auflistung kurioser Kündigungsgründe

Innerbetriebliche Umstände: Wenn die Umstände, die zu einer Kündigung führen, im Unternehmen liegen, dann spricht man von einer innerbetrieblichen Kündigung. Solche Gründe können Stilllegungen von Betriebsteilen oder eines ganzen Betriebs sein, Reduzierungen im Personalbestand, Produktionsverlagerungen an andere Standorte, beispielsweise auch ins Ausland, oder Zusammenlegung von Arbeitsbereichen sein.

Außerbetriebliche Umstände: Die außerbetrieblichen Kündigungen können aufgrund von Auftragsmangel, allgemeine Absatzschwierigkeiten oder Auftragsverluste vorgenommen werden. Aber auch ein Umsatzrückgang oder die Streichung von Haushaltsmitteln sind Gründe für eine außerbetriebliche Kündigung.

3.2 Personenbedingte Kündigung

Die personenbedingte Kündigung wird anders als bei der betriebsbedingten Kündigung aufgrund des Arbeitnehmers selbst begründet. Entspricht der Arbeitnehmer wegen Leistungsmängeln oder einer fehlenden Eignung und Eigenschaften nicht den Erwartungen des Arbeitgebers, so kann das Unternehmen dem Arbeitnehmer kündigen.

Gründe einer personenbedingten Kündigung können sein:

  • Fehlende fachliche, körperliche und persönliche Eignung
  • Fehlende Arbeitserlaubnis
  • Straftaten
  • Inhaftierung
  • Sicherheitsbedenken etc.

3.3 Krankheitsbedingte Kündigung

Eine krankheitsbedingte Kündigung kann dann erfolgen, wenn der Arbeitnehmer aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung nicht in der Lage ist die Arbeit und die erforderlichen Tätigkeiten auszuführen und dem Arbeitsverhältnis gerecht zu werden.

3.4 Verhaltensbedingte Kündigung

Eine verhaltensbedingte Kündigung ist auf das Verhalten des Arbeitnehmers zurückzuführen. Tritt wiederholt ein arbeitsvertragswidriges Verhalten des Arbeitnehmers auf, so kann eine Kündigung eingereicht werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Arbeitnehmer vorher mehrfach aufgrund dieses Fehlverhaltens abgemahnt werden muss.

Einige Beispiele dieser verhaltensbedingten Kündigungsründe sind:

  • Private Nutzung von Firmenbesitztum, wie Telefon oder Internet
  • Häufiges und immer auftretendes Zuspätkommen
  • Verletzung der Nachweispflicht bei Erkrankungen
  • Arbeitsverweigerung
  • Alkohol- oder Drogenmissbrauch
  • Falsches Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten
  • Belästigungen gegenüber anderen

4. Kündigungsschutzklage

Eine Kündigungsschutzklage wird dann erhoben, wenn sich der Arbeitnehmer gegen die Kündigung wehren will. Die Kündigungsschutzklage ist aber nur dann wirksam, wenn sie nach Erhalt der Kündigung innerhalb von drei Wochen dem Arbeitsgericht vorliegt. Ist diese Frist verstrichen, so ist auch die Kündigung wirksam und es gibt keine Chance mehr gerichtlich gegen sie vorzugehen, auch wenn sie den formellen Vorgaben nicht entspricht oder der Kündigungsgrund nicht ausreichend war.

Ein Grund, warum eine Kündigung unwirksam sein kann ist beispielsweise ein unzureichender und ungerechtfertigter Kündigungsgrund. Da beide Parteien sicherlich verschiedene Ansichten dies bezüglich haben, wird die Sachlage von einem Arbeitsrichter in einem Kündigungsschutzprozess beurteilt. Ziel dieses Prozesses ist festzustellen, ob das Arbeitsverhältnis wirksam beendet wurde oder ob es noch weiterhin besteht.

Aufgeschlagene Passagen des BGB - Bürgerliche Gesetzbuch
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Bei Kündigung die Gesetzeslage einhalten

Der Prozess einer Kündigungsschutzklage läuft wie folgt ab: Die Klage wird durch einen Anwalt dem Arbeitsgericht eingereicht. Das Arbeitsgericht stellt daraufhin dem Klagegegner, also dem Arbeitgeber die Klage zu. Hat der Arbeitgeber die Kündigungsschutzklage erhalten, so kommt es zu einer Güteverhandlung, in der ein Vergleich zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber angestrebt wird. Ein Vergleich ist eine rechtliche Einigung durch den der Sachverhalt gelöst werden soll. Beide Parteien einigen sich im Zuge gegenseitigen Nachgebens auf eine Lösung, wie beispielsweise auf eine Abfindung. Kommt es jedoch zu keiner Einigung zwischen den Parteien, so wird ein Kammertermin, eine mündliche Verhandlung ausgemacht. An diesem Termin nehmen zwei ehrenamtliche Richter, ein vorsitzender Berufsrichter und eventuelle Zeugen teil. Dieser Termin wird mit einem Urteil beendet. Die Kosten eines Kündigungsschutzprozesses ergeben sich zum einen aus den Gerichtskosten und zum anderen aus den Anwaltskosten.

5. Abfindung

Die Frage nach der Abfindung geht meistens mit dem Thema Kündigung einher. Die Abfindung ist eine einmalige Geldzahlung vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer, das aufgrund einer Kündigung erfolgt. Grundsätzlich besteht nach dem deutschen Arbeitsrecht kein Anspruch auf Abfindung.

Abfindungsanspruch besteht nur dann, wenn folgende Punkte zu treffen:

  • Im Arbeits- oder Tarifvertrag ist eine Abfindung vorgesehen.
  • Durch Sozialplan und Betriebsrat ist aufgrund eines betriebsbedingten Ausscheidens eine Abfindung verankert
  • Bei betriebsbedingten Kündigung.
  • Arbeitgeber haben die Möglichkeit den Arbeitnehmern eine Abfindung anzubieten (§ 1a KSchG).
  • Wenn eine Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und -nehmer unzumutbar und nicht sinnvoll ist, besteht unter Umständen ein Anspruch auf Abfindung, wenn die Kündigung durch das Arbeitsgericht nicht aufgelöst wird (§ 9 und § 10 KSchG).

Da es gesetzlich bei einer Kündigung keinen Anspruch auf eine Abfindung gibt, die Unternehmen aber darauf abzielen eine friedliche und gütliche Streitbeilegung zu erreichen, werden den gekündigten Arbeitnehmern Abfindungen angeboten. Die Höhe der Abfindung ist meist eine Verhandlungssache zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Es kann aber auch sein, dass die Höhe der Abfindung vom Arbeitsgericht vorgeschlagen wird. Obwohl es gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, dass dem Arbeitnehmer eine Abfindung zusteht, ist die Höhe der Abfindung nach § 1a KSchG an gesetzliche Vorgaben gebunden. Es ist vorgeschrieben, dass ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr ausgezahlt werden soll. Als Grundlage der Höhe der Abfindung dient das Gehalt, dass dem Arbeitnehmer im Kündigungsmonat ausgezahlt wurde. Zusätzlich werden Zeiträume von über sechs Monaten auf ein volles Jahr aufgerundet. In einigen besonderen Einzelfällen kann eine höhere Abfindungssumme ausgehandelt werden.

6. Kündigungsschreiben- Download Muster

Du als Arbeitgeber oder auch als Personaler fragst dich, wie ein Kündigungsschreiben aussieht und was du beim Aufsetzen alles beachten solltest. Wir beantworten dir diese Fragen und stellen dir ein paar Formulierungen als Vorlage zu Verfügung, an die du dich orientieren kannst.

Ein Kündigungsschreiben setzt sich aus Unternehmenslogo, vollständige -anschrift und Adressdaten des Arbeitnehmers, dem die Kündigung des Arbeitsvertrags ausgehändigt werden soll, zusammen. Daraufhin werden Datum und Betreff hinzugefügt. Die aussagekräftige Betreffzeile könnte so formuliert werden: Kündigung des Arbeitsverhältnisses vom [Datum Vertragsbeginn].

Im Hauptteil des Kündigungsschreibens wird die Kündigung unter Berücksichtigung der Fristen begründet und gegebenenfalls werden Hinweise zu Arbeitslosengeld usw. gegeben. Beispiele für solche Formulierungen können lauten:

Sehr geehrter Herr Max Mustermann / Sehr geehrte Frau Marie Musterfrau,

hiermit kündigen wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis vom [Datum] fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt ...

oder ... unter Einhaltung der Kündigungsfrist von ... zum [Tag, Monat, Jahr].

Anschließend kann sich der Arbeitgeber für die jahre- oder monatelange Zusammenarbeit bedanken und dem Arbeitnehmer alles Gute für die Zukunft wünschen. Es folgt die Schlussformel, mit freundlichen Grüßen mit Namen und Unterschrift der bevollmächtigten Person.

Zum Schluss stellen wir dir ein Kündigungsschreiben als Muster zur Verfügung. Dieses kannst du dir kostenlos und unverbindlich herunterladen, sowohl als PDF, als auch als Word Dokument. Anschließend kannst du diese Vorlage nutzen und individuell anpassen.

Download Links: Muster Kündigungsschreiben Arbeitgeber

Eine Vorlage für ein Kündigungsschreiben können Sie sich hier herunterladen.

ALPHAJUMP-TIPP an den Arbeitgeber: Solltest du einem Arbeitnehmer den Arbeitsvertrag gekündigt haben, ist es im Interesse deines Unternehmens dem Arbeitnehmer ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen, auch wenn die Arbeitsbeendigung nicht friedlich verlaufen ist. Denn dadurch wird, trotz einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses, eine entsprechende Wertschätzung gegenüber dem Angestellten und der Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren ausgedrückt. Das wird sich rumsprechen und sich positiv auf das Unternehmensimage auswirken.

Du als Arbeitgeber, Personaler oder HR-Interessierter hast Interesse an moderner Personalarbeit, HR Trends und den Rechtsgrundlagen im Arbeitsrecht? In unserem ALPHAJUMP Arbeitgeberguide findest du noch andere Artikel zum Thema Personalarbeit, wie beispielsweise zur

Quellen:

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