Was ist Active Sourcing? Wie finden Arbeitgeber geeignete Mitarbeiter?

Dank dem Active Sourcing wird es Personalern ermöglicht eigenständig Bewerber zu kontaktieren, anstatt auf Bewerbungen für freie Stelle zu warten. Mithilfe verschiedener Methoden werden somit Zeit und Finanzen gespart. Weitere Infos findest du hier bei ALPHAJUMP.

Active Sourcing
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 17.04.2020 | Aktualisiert am: 25.05.2020

1. Definition: Active Sourcing

Was ist “Active Sourcing”?

Der Begriff Active Sourcing stammt aus dem englischsprachigen Bereich und bedeutet übersetzt „Aktives Suchen“. Gründerszene beschriebt es als „eigenständige, proaktive Recherche, Ansprache und Rekrutierung potenzieller Mitarbeiter“. So soll durch die Ansprache von besonders qualifizierten Personen eine Bindung ans Unternehmen folgen.

Active Sourcing findet oftmals als Reaktion auf Änderungen im Arbeitsmarkt statt wie beispielsweise durch einen großen Wettbewerb. So werden Unternehmen gezwungen aktiv auf potenzielle Mitarbeiter zuzugehen und ihnen einen attraktiven Arbeitsplatz anzubieten.

Da bedeutet Unternehmen kontaktieren bewusst potenzielle Arbeitnehmer, auch wenn diese bei der Kontaktaufnahme nicht für eine Stelle verfügbar sind. Für angehende Mitarbeiter bedeutet das, sie sollten über ein Profil verfügen, welches zu bestimmten Unternehmen oder bestimmten Positionen passt.

Funktionsweise des Active Sourcing

Wie funktioniert Active Sourcing?

Ähnlich wie die Methoden der Personalberatung funktioniert auch Active Sourcing. Unternehmen suchen gezielt nach potenziellen Mitarbeitern, ob auf Kongressen oder bei Wettbewerbsunternehmen und kontaktieren sie anschließend. Die Kontaktaufnahme erfolgt online über Social Media Kanäle wie Xing oder LinkedIn oder auch offline.

Potenzielle Mitarbeiter landen danach in einem Talentpool, sodass das Unternehmen einen Überblick über Bewerber, deren Daten und Status hat. Weit verbreitet ist in dem Zusammenhang das Mitarbeiterempfehlungsprogramm als Instrument des Active Sourcing. Das Programm geht davon aus, das leistungsstarke Arbeitnehmer weitere leistungsstarke Personen kennen, die aktuell auf Arbeitssuche sind.

3. 6 Methoden des Active Sourcing

Welche Active Sourcing Methoden gibt es?

Um potenzielle Mitarbeiter zu finden, greifen Unternehmen auf unterschiedliche Tools zurück. Ob in den sozialen Medien oder in Karrierenetzwerken, geeignete Mitarbeiter können überall gefunden werden, solange Unternehmen intensiv genug suchen.

  1. Social Media

    Soziale Medien eignen sich für die Suche von Mitarbeitern. Personalern sollte jedoch bewusst sein, dass auf Social Media Kanälen wie Facebook oder Instagram Mitarbeiter wie die Nadel im Heuhaufen gesucht werden. Da sie keine Karriereportale sind richten sich die Profile der Nutzer weniger auf Karriereaspekte aus.

  2. Profile Mining in Business Netzwerken

    Business Netzwerke wie Xing oder LinkedIn sind auf Karriere ausgerichtet. Dadurch können Unternehmen gezielt Mitarbeiter suchen und kontaktieren. Zudem kann es für Unternehmen sinnvoll sein sich ein Netzwerk an Kontakten aufzubauen, auf die sie zurückgreifen können. Die Suche ist nicht mit einfacher Recherche getan, sondern benötigt Zeit, um die einzelnen Profile durchzulesen.

  3. Lebenslaufdatenbank

    Auch in Lebenslaufdatenbanken wie StepStone, Indeed oder Monster können Unternehmen fündig werden. Arbeitssuchende können sich in Jobbörsen wie ALPHAJUMP anmelden, ihren Lebenslauf hochladen und angeben welche Jobs sie suchen. Dementsprechend spuckt die Website passende Jobangebote aus. Da Unternehmen auch Zugriff auf das Portal haben, kann direkter Kontakt rfolgen. Vorteilhaft sind Lebenslaufdatenbanken daher auch für Unternehmen, da sie schon vor Ausschreibung einer Stelle im Portal nachschauen können, ob dort bereits potenzielle itarbeiter zur Verfügung stehen.

  4. Bewerbermanagementsystem

    Das Bewerbermanagementsystem ist zwar kein Tool fürs Active Sourcing, unterstützt Unternehmen jedoch bei der Mitarbeitersuche. Bewerber laden auf entsprechenden Portalen ihre Unterlagen hoch und müssen anschließend Fragen hinsichtlich ihres Jobs beantworten. Diese Methode ist einerseits förderlich da sich Bewerber bei den Fragen beweisen und ihren Wissensstand mitteilen können. Andererseits besteht die Gefahr, dass sie durchs Raster fallen, obwohl sie viel Potenzial haben und den nicht vorhandenen kreativen Raum einer Bewerbung nicht nutzen konnten.

  5. Open Web Search

    Eine sehr simple Methode, indem in Suchmaschinen ein für den Job relevanter Begriff eingegeben wird. Ziel ist es Personen oder Berufsgruppen zu finden, die zum Beruf passen.

  6. Offline

    Active Sourcing findet primär online statt. Trotzdem gibt es auch Methoden die offline stattfinden. Beispielsweise können potenzielle Mitarbeiter bereits auf Messen und in oder vor Hörsälen angesprochen werden, um direkt Arbeitssuchende wie Studenten anzuwerben.

4. Vorteile und Nachteile des Active Sourcing

Für Unternehmen ist es wichtig abzuwägen, ob sich die zeitliche und finanzielle Investition ins Active Sourcing lohnt. Denn nicht jedes Unternehmen verfolgt dieselben Ziele und unterscheidet sich in der Umsetzung der Zielerreichung. Wir von ALPHAJUMP haben dir die Vor- und Nachteile des Active Sourcing aufgelistet.

Vorteile des Active Sourcing für den Arbeitgeber

  • Gezielte Ansprache von Kandidaten
  • Zügige Besetzung freier (schwer vermittelbarer) Stellen
  • Zielgerichtet, kostengünstig, effektiv
  • Weniger Aufwand bei Bewerberauswahl

Nachteile des Active Sourcing für den Arbeitgeber

  • Zeitaufwendige Suche potenzieller Mitarbeiter
  • Umstrukturierung des HR-Teams
  • Finanzielle, zeitliche und personelle Hürde
  • Objektive Kandidatenauswahl durch geschulte Active Sourcer

Vorteile des Active Sourcing für potenzielle Mitarbeiter

  • Nach Erstellung eines Bewerberprofils: Abwarten
  • Erstellung eines Bewerberprofils kann zahlreiche Bewerbungen ersetzen
  • Knüpfung von Kontakten
  • Bei Kontaktaufnahme durch Unternehmen besteht hohe Wahrscheinlichkeit einer Zusage

Nachteile des Active Sourcing für potenzielle Mitarbeiter

  • Warten auf Unternehmensanfragen
  • Teilweise fehlt kreativer Bewerberraum

5. Reale Beispiele des Active Sourcings

Anbei findest du drei Beispiele, die dir einen besseren Einblick geben können, wie Active Sourcing funktioniert. So kann Active Sourcing erfolgreich sein oder die falsche Umsetzung von Methoden Bewerber abschrecken. Die Beispiele sind aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmersicht.

Active Sourcing Beispiele

  • Beispiel 1:

    Anja ist Software Programmiererin mit viel Erfahrung. Sie besucht eine IT-Fachmesse und wird dort angesprochen. Auch wenn sie derzeit in einem Beschäftigungsverhältnis steht, ist sie angetan vom Angebot des anderen Unternehmens. Neben ihr lernen weitere Mitbewerber das Unternehmen kennen, wodurch in Anja immer höherer Druck entsteht. Durch den hektischen und übereifrigen Sourcer wird Anja abgeschreckt und entscheidet sich letztendlich gegen die Aufnahme in den Talentpool.

  • Beispiel 2:

    Susanne erhält von einem Unternehmen ein Active Sourcing-Schreiben. Darin stellt sich das Unternehmen vor und beschreibt die ausstehende Jobposition. Zusätzlich benennt der Arbeitgeber Faktoren, warum er genau Susanne für die Jobposition angeschrieben hat und wo ihre Potenziale für die Stelle liegen. Die detailgenaue Darlegung der Verbindung zwischen Susanne und der Stelle imponiert ihr. Da Susanne der Job zusagt, antwortet sie mit einer positiven Rückmeldung auf das Angebot.

  • Beispiel 3:

    Alex arbeitet in einer PR Agentur. Als Teil der Personalabteilung weiß er wie hoch die Fluktuation in der Agentur ist. Aufgrund dessen ist er ständig auf der Suche nach potenziellen Mitarbeitern. Die Beraterstelle in der Agentur ist vor kurzem frei geworden und Alex hat auch schon Kandidaten in Aussicht, die gut auf die Stelle passen würden. Um ihr Interesse zu erfahren, schreibt er sie an.

6. Fazit

Active Sourcing ermöglicht Arbeitgebern und Arbeitnehmer in einem kleinen Zeitfenster intensiven Kontakt aufzubauen und herauszufinden, ob ein Arbeitsverhältnis zustande kommen kann. Die wichtigsten Fakten haben wir noch einmal zusammengefasst:

  • Active Sourcing beschreibt die aktive Suche von Mitarbeitern seitens des Unternehmens.
  • Während Active Sourcing für Arbeitgeber zielgerichtet, kostengünstig und effektiv ist, müssen Personaler gleichzeitig darauf achten ein professionelles HR-Team fürs Active Sourcing aufzustellen.
  • Dank unterschiedlicher Online- und Offline-Methoden gelingt es Unternehmen potenzielle Mitarbeiter zu finden.
Quellen:

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