Was ist Onboarding und wie läuft es ab? Was bedeutet Onboarding denn eigentlich?

Der Begriff „Onboarding“ stammt aus dem Englischen und ist eine Abkürzung für „taking on board“, übersetzt also „An-Bord-Nehmen“. Im Personalmanagement wird dieser Begriff verwendet, um den Vorgang der Eingliederung neuer Arbeitnehmer in das Unternehmen zu beschreiben. Eine ausführliche Definition, die möglichen Phasen und worauf das Onboarding schlussendlich hinauslaufen sollte, wird in diesem Artikel anschaulich aufbereitet.

Onboarding
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 03.05.2019 | Aktualisiert am: 29.05.2019

Den Einstig für neue Mitarbeiter erleichtern

Eine Firma wächst und gedeiht dank ihren Mitarbeitern und gerade in einer Phase des Wachstums ist man häufig auf der Suche nach zusätzlicher Unterstützung für das Team. Sobald eine endgültige Entscheidung getroffen wurde, welcher Bewerber denn in dein Team aufgenommen werden soll, beginnt der Prozess des Onboardings. In diesem Prozess versuchst du deinen neuen Kollegen sowohl bezüglich seiner Arbeit und den internen Abläufen, als auch gesellschaftlich und sozial in dein Unternehmen zu integrieren.

Wie Dir ein erfolgreiches Onboarding neuer Mitarbeiter deines Unternehmens gelingt, welche Phasen es gibt und was das letztendliche Ziel sein sollte, zeigen wir Dir in diesem Artikel des ALPHAJUMP Arbeitgeberguides.

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1. Onboarding: Definition

Wer schon einmal geflogen ist, hat den Begriff Boarding mit Sicherheit bereits gehört, doch im Zusammenhang des Personal- und Talentmanagements ist der Begriff für einige vielleicht nicht so geläufig. Deshalb beginnen wir diesen Artikel über das Onboarding mit einer Definition und genaueren Eingrenzung des Begriffes und gehen dann im Folgenden genauer auf Phasen, Regeln und Ziele ein.

Wie genau könnte also eine Definition für das Onboarding lauten? Natürlich gibt es viele verschiedene Herangehensweisen den Begriff zu definieren. Exemplarisch haben wir eine herausgesucht, die diesen Prozess umfassend erläutert:

„Einzuordnen ist [der Begriff „Onboarding“] in den Bereich Personal- und Talentmanagement. Konkret verweist Onboarding auf die systematische Einführung eines neuen Arbeitskollegen in seinen Arbeits- und Einsatzbereich im Unternehmen. Die Integration verläuft mittels gezielter Maßnahmen, die es dem Arbeitnehmer erleichtern sollen, sich in seinem neuen Arbeitsumfeld zurecht zu finden.“

Ein Zitat von Theodor Fontane
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Theodor Fontanes Zitat

In einem Satz also zusammengefasst: Das Onboarding zielt darauf ab, neue Mitarbeiter im Unternehmen zu integrieren. Dabei sollen sich diese Onboarding-Prozesse nicht nur auf die eigentliche neue Arbeit beziehen, sondern sollen auch zwischenmenschliche Aspekte beinhalten. Genauer gehen wir auf die Ziele des Onboardings und wie man in den drei klassischen Phasen daraufhin arbeitet im weiteren Verlauf des Artikels ein.

Aufgrund der derzeitigen Entwicklung, weg vom Arbeitgebermarkt und hin zum Arbeitnehmermarkt sowie der größeren Möglichkeiten den Arbeitsplatz schnell zu wechseln, gewinnt das Onboarding immer mehr an Bedeutung. Ein wirklich erfolgreicher Onboarding-Prozess bindet den neuen Arbeitnehmer zeitnah ans Unternehmen.

Falls ein neuer Mitarbeiter sich also schnell entscheidet, seinem neuen Arbeitgeber wieder den Rücken zu kehren, waren seine Erwartungen an den Arbeitsplatz entweder komplett anders oder das Onboarding hat definitiv fehlgeschlagen. Das hat zur Folge, dass der gesamte Bewerbungsprozess noch einmal durchlaufen werden muss und somit wieder Zeit und vor allem Geld investiert werden muss.

Besonderen Einfluss hat das Onboarding auf die Arbeitgebermarkenbildung, also das Employer Branding. Für den ersten Eindruck bekommt man keine zweite Chance und das gilt auch für die ersten Arbeitstage eines neuen Mitarbeiters.

Klassisch wird das Onboarding in 3 Phasen oder Schritte eingeteilt:

  1. Vorbereitungsphase
  2. Eintrittsphase
  3. Integrationsphase

Im Folgenden stellen wir Dir diese drei Phasen detailliert vor und führen die wichtigsten Arbeitsschritte in diesen Phasen explizit auf.

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2. Die 3 Onboarding Phasen

Das Onboarding ist keine durchgängig einheitliche Entwicklung. Wie bereits erwähnt besteht der Prozess aus der Vorbereitung, dem Eintritt und der letztendlichen Integration. In diesen drei Phasen kommen verschiedene Planungen und Aufgaben auf Dich als neuen Arbeitgeber zu. Jede Phase hat individuelle Zwischenziele, die gemeinsam zum großen Ziel des erfolgreichen Onboardings führen.

Insgesamt beginnt der Onboarding-Prozess unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung und frühestens nach der Probezeit, doch je nach Unternehmensstruktur kann er auch bis zu 12 Monate andauern.

In den drei folgenden Passagen erläutern wir Dir die einzelnen Phasen, welche Aufgaben auf Dich und dein Unternehmen zukommen, mit denen Dir gewiss ein erfolgreiches Onboarding neuer Mitarbeiter gelingen kann.

2.1 Vorbereitungsphase

Die Vorbereitungsphase, oder auch Preboarding genannt, sollte in jedem Fall schon vor dem ersten Arbeitstag deines neuen Arbeitskollegen stattgefunden haben. In dieser Phase geht es wirklich um die essenziellen Vorbereitungen, die du als Arbeitnehmer treffen musst, damit bei Arbeitsantritt auch wirklich mit der Arbeit begonnen werden kann.

Zeitlich gesehen beginnt die Vorbereitungsphase direkt nach der Unterzeichnung des neuen Arbeitsvertrages und endet, sobald der Arbeitnehmer das Gebäude und seinen Platz am ersten Arbeitstag betritt. In dieser, manchmal auch recht kurzen, Zeitspanne ist das Ziel dem Arbeitnehmer zu signalisieren, dass er bei einem hochprofessionellen Arbeitgeber anfangen darf und sein Können unter Beweis stellen darf.

Für Dich als Arbeitgeber bedeutet das insbesondere Informationen anzubieten und offene Fragen zu klären: Hat dein neuer Mitarbeiter bereits alle wichtigen Unterlagen über das Unternehmen erhalten wie zum Beispiel das Leitbild und seine Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung? Benötigt dein zukünftiger Mitarbeiter einen Kindergarten- bzw. Hortplatz für seine Kinder?

Das Buddy-System

Eine Möglichkeit den Einstieg eines neuen Mitarbeiters zu erleichtern wird als Buddy-System bezeichnet. Gerade zu Beginn einer Anstellung können die neuen Einflüsse, Aufgaben und allgemein das unbekannte Umfeld schnell einschüchternd wirken. Ein Buddy an der Seite kann da Abhilfe schaffen.

In diesem System bekommt ein neuer Mitarbeiter einen Arbeitskollegen zugesprochen, der meist auf der gleichen Hierarchieebene wirkt und schon eine längere Zeit im Unternehmen angestellt ist. Dieser erfahrene Mitarbeiter kann als „sozialer Eisbrecher“ fungieren und somit die Integration ins Team vereinfachen, aber auch bei Fragen zu bestimmten unternehmensinternen Abläufen als erster Ansprechpartner dienen.

Außerdem solltest du in der Vorbereitungsphase auch einen kurzen Blick in die Zukunft werfen und bestimmte Termine vorausplanen. Gerade in den ersten drei Monaten bietet es sich an, über die Erwartungen und Ziele zu sprechen und am Ende dieser Zeit auch schon ein kurzes Feedback für den Mitarbeiter vorzubereiten.

Auflistung der Aspekte des Preboarding
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Auflistung der Aspekte des Preboarding

Wichtige Aspekte des Preboardings zusammengefasst:

  • Das Preboarding beginnt vor dem ersten Arbeitstag des neuen Mitarbeiters
  • Arbeitsplatz vorbereiten (Computer einrichten, Schlüssel bereitstellen,…)
  • Zusenden von Informationen des Gesamtunternehmens (Leitbild, Broschüren, …)
  • Buddy bestimmen
  • Offene Fragen beantworten und ggfls. bearbeiten (Kita-Platz, Kernarbeitszeiten, …)
  • Betonen: Personaler stehen immerzu für Rückfragen zur Verfügung
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2.2 Eintrittsphase

Die Eintrittsphase wird auch Orientierungsphase genannt und reicht vom ersten Arbeitstag des neuen Mitarbeiters bis etwa zum dritten Monat. In dieser Zeit geht es darum, dem neuen Arbeitnehmer den Eintritt zu erleichtern und ihm eine erste Orientierung im Unternehmen zu geben.

Differenziert betrachtet werden in dieser Phase der erste Arbeitstag und auch die erste Arbeitswoche. Diese Zeiträume spielen eine gesonderte Rolle in der Eintrittsphase, da sie wirklich den ersten Eindruck des Neuankömmlings prägen.

Der erste Arbeitstag

Der erste Arbeitstag sollte vorrangig fürs „Ankommen“ im Unternehmen dienen und ganz am Anfang sollte natürlich eine angemessene Begrüßung stattfinden. Dabei beginnt es schon mit einer persönlichen Begrüßung durch ein bereits bekanntes Gesicht, wie einen Personaler, den zugewiesenen Buddy oder in manchen Fällen auch einem Vorgesetzten. Besonders kleine Gesten, wie zum Beispiel ein Blumenstrauß am Arbeitsplatz verlangen keine große Vorbereitung, signalisieren aber definitiv eine hohe Wertschätzung.

Danach sollte auf das eigentliche Arbeitsumfeld eingegangen werden. Von besonderem Interesse ist für neuen Arbeitnehmer ist hier selbstverständlich sein persönlicher Arbeitsbereich, also das Büro und sein Schreibtisch. Danach bietet es sich an, einen kleinen Betriebsrundgang gemeinsam zu machen. Dabei kann man bestimmte Anlaufpunkte anzielen, wie zum Beispiel Pausen- oder Gemeinschaftsräume oder die (Tee-)Küche.

Während dieser kurzen Betriebsführung wird man mit Sicherheit auf andere Kollegen stoßen, die direkt vorgestellt werden können. Insbesondere wichtige Ansprechpartner des neuen Arbeitnehmers sollten direkt angelaufen und vorgestellt werden.

Danach bietet es sich an, je nachdem ob es terminlich passt, ein Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten, bzw. bei kleineren Unternehmen oder Start-Ups mit dem Geschäftsführer, zu führen.

Abschließend sollte definitiv eine Einführung in die unmittelbaren Aufgaben, Tätigkeiten und Erwartungen der neuen Arbeit stattfinden. Zwar wurde schon in der Stellenanzeige darauf eingegangen, doch nicht in dem Umfang, wie es jetzt, bei Arbeitsantritt, notwendig ist – schließlich sollen die Aufgaben jetzt auch wirklich angegangen werden.

Checkliste für den ersten Arbeitstag fürs Unternehmen
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Checkliste für den ersten Arbeitstag

Der erste Tag eines neuen Arbeitnehmers:

  • Angemessene Begrüßung
  • Vorstellung des direkten Arbeitsumfeldes
  • Betriebsrundgang (Pausen-/Gemeinschaftsräume, (Tee-)Küche, Toiletten,… )
  • Einführung in das Kollegium
  • Gespräch mit einem direkten Vorgesetzten bzw. Geschäftsführer
  • Unmittelbare Aufgaben, Tätigkeiten und Erwartungen der neuen Jobs erklären
Die erste Arbeitswoche

Am ersten Arbeitstag des neuen Kollegen ging es hauptsächlich um eine grobe Einführung in das Unternehmen, dem neuen Arbeitsalltag und dem eigentlichen Arbeitsumfeld. In der ersten Arbeitswoche steht eine tiefergehende Präsentation der Firmenstruktur an. Dabei sollte auch besonderes auf die gesamte Dienstleistungs- bzw. Produktionspalette des Unternehmens eingegangen werden.

Eine Arbeit komplett ohne EDV ist in der heutigen Zeit kaum noch zu finden und deshalb sollte auch bei weniger technischen Jobs eine umfassende Einweisung in die elektronische Datenverarbeitung des Unternehmens stattfinden.

Dies sind bestimmte Grundvoraussetzungen, die in der ersten Arbeitswoche auf jeden Fall angesprochen und behandelt werden sollten, doch gibt es abhängig von verschiedensten Faktoren noch weitere Aufgaben, die zu erfüllen wären. Je nach eigentlichem Tätigkeitsfeld, der Unternehmensgröße bzw. –standort und anderen Einflüssen kann die erste Woche vollgepackt sein mit individuellen Aufgaben.

Checkliste für die erste Arbeitswoche fürs Unternehmen
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Checkliste für die erste Arbeitswoche

Die erste Arbeitswoche eines neuen Arbeitnehmers:

  • Tiefergehende Präsentation der Firmenstruktur
  • Überblick über Dienstleistungen und Produkte des neuen Arbeitgebers geben
  • Umfangreiche Einführung in die EDV des Unternehmens
  • Diverse unternehmens- bzw. branchenspezifische Einweisungen

2.3 Integrationsphase

Nach der effizienten Vorbereitung und dem erfolgreichen Eintritt des neuen Arbeitskollegen beginnt nun die wirkliche Integration ins Unternehmen. Im Grunde genommen beginnt die Integrationsphase fast zeitglich mit der Eintrittsphase, denn ein beispielweise am ersten Tag vorgestellter Buddy trägt einiges zur Unternehmensintegration bei.

Eine wirkliche zeitliche Begrenzung für die Integrationsphase ist nicht wirklich abzugeben, denn es spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Ein Faktor ist nicht nur das Unternehmen selbst, hinsichtlich Unternehmensgröße, Branche und der eigentlichen neuen Arbeit, sondern auch der neue Arbeitnehmer selbst. Die Integration in ein bereits bestehendes Team ist zu großen Teilen auch abhängig vom Neuankömmling. Je nachdem kann die dritte Phase des Onboardings drei, sechs oder sogar zwölf Monate andauern.

Angebote und Maßnahmen gibt es für die Integrationsphase wirklich verschiedene. Je nach Unternehmensstruktur können einige davon leicht angewandt werden und andere dafür relativ schwer. Einige haben wir Integrationsmöglichkeiten haben wir für dich zusammengestellt.

Checkliste für Maßnahmen in der Integrationsphase
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Neue Verstärkung ins Team intigrieren

Onboarding-Maßnahmen in der Integrationsphase:

  • Gemeinsame Einführungsveranstaltungen
  • Fortbildungsangebote und firmeninterne Workshops
  • Teambildende Aktivitäten
  • Berufliches Netzwerken
  • Projektarbeit und Arbeitsgruppen

3. Wie lautet das Ziel beim Onboarding?

Das letztendliche Ziel des Onboardings ist, die vollkommene Integration des neuen Arbeitnehmers in das bereits existierende Team deines Unternehmens. Da das eine durchaus komplizierte Zielsetzung sein kann, ist es sinnvoll, das große Ziel in mehrere kleinere Ziele einzuteilen und sich so dem gewünschten Endresultat zu nähern.

Drei solcher differenzierten Ziele, die fachliche Integration, die soziale Integration und die kulturelle Integration stellen wir dir in den folgenden drei Abschnitten genauer vor, damit du mit diesen Zwischenzielen das gewünschte Ergebnis erzielen kannst.

3.1 Fachliche Integration

In der fachlichen Integration stehen vor allem die Arbeit und die Aufgaben des neuen Arbeitskollegen im Vordergrund. In seinem neuen Arbeitsgebiet soll der neue Mitarbeiter sein Wissen vertiefen. Aber auch unternehmensindividuelle Informationen zu lehren ist ein essenzieller Aspekt der fachlichen Integration.

Ziel der fachlichen Integration, oder fachlichen Einarbeitung, ist also, die Kompetenz des neuen Arbeitskollegen in einem ihm vielleicht vorher völlig unbekannten Gebiet aufzubauen bzw. zu stärken. Dadurch kann er sich beispielsweise in einem Teamprojekt oder einer Gruppendiskussion eher einbringen und gliedert sich schneller und besser ins Unternehmen ein.

3.2 Soziale Integration

Soziale Interaktionen gehören zur Menschheit. Schon im Kindergarten lernen wir eine soziale Integration kennen, denn wir gliedern uns in eine uns vorher unbekannten Gruppe ein. Ähnlich ist das auch als neuer Arbeitnehmer einer Firma, der auch erstmal seine Kollegen, seine Vorgesetzten, die Kunden und allgemein das Arbeitsumfeld kennenlernen muss.

Die soziale Integration hat ihr Ziel erreicht, sobald aus Einzelnen eine wirkliche Gemeinschaft geworden ist. Sowohl der Neuankömmling, als auch der alte Hase und generell die Mitarbeiter im Unternehmen müssen ein „Wir-Gefühl“ entwickeln. Folglich bezieht sich die soziale Integration nicht auf ein einzelnes Individuum, sondern auf das Unternehmen als Ganzes.

3.3 Kulturelle Integration

Fast jedes Unternehmen verfügt über eine gewisse Unternehmenskultur bzw. einer Überzeugung hinter ihrer Arbeit. Diese gesetzten Ziele und Werte sind ein wichtiger Teil der sogenannten „corporate identity“, dem Selbstverständnis eines Unternehmens.

Zwar können diese Ziele und Werte dem neuen Arbeitnehmer einfach aufgezeigt werden, doch in der kulturellen Integration geht es darum, diese dann auch wirklich auszuleben. Dieses Onboarding-Ziel nimmt wahrscheinlich mit Abstand die meiste Zeit ein.

4. Unsere 5 Tipps fürs Onboarding

Das Onboarding kann abhängig vom Unternehmen und der individuellen Unternehmensstruktur schon eine wirklich anspruchsvolle Aufgabe sein. Deshalb haben wir von ALPHAJUMP insgesamt 6 Tipps für dich zusammengetragen, die in jedem Unternehmen einfach anzuwenden sind und mit denen Du deinen Onboarding-Prozess definitiv verbessern kannst.

Sei dir der Relevanz bewusst!

Der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Zurzeit ist es eher so, dass sich Unternehmen bei den ausgezeichneten Kandidaten „bewerben“ müssen und so versuchen ihre offenen Stellen zu besetzen. Deshalb ist es umso tragischer, wenn ein wirklich fähiger neuer Mitarbeiter kündigt, weil er sich im Unternehmen nicht aufgenommen fühlt.

Ein wirklich gut durchdachtes Onboarding hilft deinem Unternehmen also, die wirklich besten Kandidaten an dein Unternehmen zu binden und sie nicht voreilig wieder an Konkurrenten zu verlieren.

Wer das Onboarding also auf die leichte Schulter nimmt und diesem komplizierten Prozess keine Beachtung schenkt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine hohe Fluktuation im Unternehmen haben und stetig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern – was Zeit und dadurch natürlich eine Menge Geld kostet.

Die ersten Male

Die ersten Male bei der Arbeit nehmen eine gesonderte Rolle ein. Damit gemeint ist natürlich der erste Arbeitstag, die erste Mittagspause, der erste Feierabend, usw. Die ersten 8 Arbeitsstunden können manchmal schon über ein langjähriges Arbeitsverhältnis entscheiden.

So sollte ein Neuankömmling während seiner ersten Mittagspause nicht nach Anschluss suchen müssen, sondern viel besser von den Arbeitskollegen eingeladen werden gemeinsam essen zu gehen. Besonders hilfreich für „die ersten Male“ kann ein „Work Buddy“ sein, der einen neuen Mitarbeiter an die Hand nimmt und er sich so schneller ins Team integrieren kann.

Reizüberflutung vermeiden

Die erste Zeit und speziell natürlich der erste Arbeitstag im neuen Unternehmen ist vor allem eines: Aufregend! Die vielen neuen Eindrücke können beflügelnd wirken, aber auch verhältnismäßig schnell in ein unbehagliches Gefühl der Reizüberflutung kippen.

Gerade am ersten Arbeitstag und in der ersten Arbeitswoche prasseln die Reize über den neuen Mitarbeiter nur so ein und können, manchmal auch unbewusst, eine überfordernde Wirkung haben. Der Trick liegt hier im richtigen Mittelmaß: Den positiven Stress der ersten Tage ausnutzen und den neuen Arbeitskollegen von Beginn an fordern – gegen – eine drohende Reizüberflutung oder, ganz gegensätzlich, eine unterfordernde Arbeitssituation.

Standardisierung vs. Individualisierung

Gerade für KMUs kann ein standardisiertes Onboarding-Verfahren eine große Herausforderung sein. Häufig haben sie einfach nicht die Mittel und die Zeit, einen einheitlichen Onboarding-Prozess zu entwickeln, der helfen soll neue Mitarbeiter schnell und effizient in das Unternehmen zu integrieren. Dafür haben sie allerdings einen vollkommen individualisierten Vorgang, der sich so auf jeden einzelnen Neuankömmling anpassen kann.

Konzerne mit wirklich großen Mitarbeiterzahlen und dementsprechenden Personalabteilungen haben in den meisten Fällen einen fest definierten Ablauf im Onboarding. Positiv daran ist natürlich die Möglichkeit der stetigen Optimierung des Prozesses. Dafür kann die Integration in einem solchen Unternehmen schnell unpersönlich und emotionslos wirken.

Zusammenfassend sollte aus dem Konflikt Standardisierung vs. Individualisierung keiner der beiden Ansätze klar herausstechen. Ein gesundes Mittelmaß ist hier die Devise – so individuell wie möglich, aber so standardisiert wie nötig.

Feedback einholen

Das Onboarding ist meist ein geplanter Prozess und das Schöne an solchen Vorgängen ist die Möglichkeit, sie immer wieder zu optimieren. Damit das aber auch wirklich gelingt und die Änderungen auch wirklich Früchte tragen, benötigt man ein (detailliertes) Feedback. Veränderung nur um der Veränderungen willen ist meist eher kontraproduktiv.

Schon mit einem schnellen, 5-minütigen Fragebogen können Mitarbeiter, die den Onboarding-Prozess gerade durchlaufen haben dir wirklich aufschlussreichen Informationen liefern, nach denen du dein Onboarding stetig verbessern kannst.

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5. Checkliste des Onboardings

Das Onboarding ist kein einfacher Prozess, der in kurzer Zeit perfektioniert werden kann. Während diesen, teilweise mehrmonatigen, Entwicklungen gibt es immer wieder Schritte die eingehalten werden sollten.

ALPHAJUMP hat eine Checkliste für dich zur Verfügung gestellt, die Du während des gesamten Onboardingprozesses zu Rate ziehen kannst und mit dessen Leitfaden sich neue Mitarbeiter schnell und gut ins Team integrieren können.

Wenn die Vorschau nicht klappt stehen hier die Links zum Download bereit.

6. Wie läuft das Onboarding bei den großten Unternehmen ab?

Das Onboarding wird gerade bei wirklich einflussreichen und modernen Unternehmen ganz groß geschrieben. Durch ihre hohe Sichtbarkeit im Arbeitsmarkt werden viele der besten Kandidaten auf sie aufmerksam und möchten dort arbeiten.

Daher ist es für sie wirklich essentiell die Besten der Besten im Unternehmen zu halten. Im Folgenden haben wir für Dich die Onboarding-Strategien von drei wirklich weltbekannten Unternehmen aufgeführt, von denen Du vielleicht eine Idee ableiten kannst und so eine Inspiration für den Onboarding-Prozess in deinem Unternehmen findest.

6.1 Onboarding bei Google

Googles Steckenpferd sind vor allem Analysen der verschiedensten Arten und Weisen und natürlich analysiert der Suchmaschinengigant auch sein Onboarding-Prozess. Ihnen ist es gelungen ihre „Noogler“ (=Neue Googler) 25 % schneller auf ihr Produktivitätsmaximum zu bringen.

Wie sie das machen? Ganz einfach: Sie fangen einfach schon einen Tag vorher mit dem Onboarding an. Die Personalabteilung von Google versendet einen Tag vor Arbeitsantritt des Nooglers eine Erinnerungsmail an die entsprechenden Führungskräfte, in der sie lediglich daran erinnert werden, dass sie am nächsten Tag einen neuen Mitarbeiter bekommen und sich vielleicht Gedanken über diese 5 Aspekte machen sollten:

  1. Welche Rolle und Verantwortlichkeiten soll der Noogler haben?
  2. Welcher Mitarbeiter übernimmt die Rolle des Mentors oder Paten?
  3. Wie stelle ich das Team den Noogler vor? Wie stelle ich dem Noogler das Team vor?
  4. Wie geht es dem Noogler in den ersten 6 Monaten und hat er möglicherweise Probleme?
  5. Wie ermutige ich den Noogler zum offenen und ehrlichen Dialog bei der Arbeit?

6.2 Onboarding bei Facebook

Wenn du bei Facebook anfängst kommst du erstmal in ein Bootcamp! Mit dem Bootcamp wie man es aus dem Militär kennt, hat das aber herzlich wenig zu tun, denn Facebook nennt so ein ca. zweimonatiges Programm, das einen umfassenden Einblick in die Unternehmensstruktur geben soll.

In diesem Zeitraum wechselst du zwischendurch immer wieder die Abteilungen, lernst dabei jede Fachgruppe kennen und die Probleme vor die sich täglich gestellt sind. Dadurch sollst Du dich vor allem mit der Unternehmens- und Organisationsstruktur des Social Media Giganten vertraut machen.

6.3 Onboarding bei Twitter

Ein anderer Social Media Primus geht das Onboarden von ganz oben aus an. Erstmal wird dafür gesorgt, dass der Arbeitsplatz mitsamt Willkommensgeschenk fertig ist sobald der Neuankömmling ins Büro kommt. Danach geht es weiter mit einer Verpflegung.

Die Besonderheit an diesem Frühstück ist allerdings nicht das Essen oder der Kaffee, sondern die Begleitung. Jack Dorsey, der CEO von Twitter höchstpersönlich gesellt sich zu seinen neuen Angestellten um sie willkommen zu heißen.

6.4 Onboarding bei Zappos

Die unter den vieren wohl am wenigsten bekannte Firma Zappos stammt aus Nevada. Der Onlineshop hat einen ganz individuellen und vielleicht erstmal komisch scheinenden Ansatz beim Onboarding. Aber ihre Zahlen scheinen ihnen Recht zu geben.

Erstmal werden neue Mitarbeiter, wie in vielen Konzernen, über eine gewisse Zeit, bei Zappos ungefähr vier Wochen, in die Unternehmensstruktur, -strategie und selbstverständlich auch –kultur eingewiesen. Doch bereits nach ca. einer Woche erhalten sie „Das Angebot“.

„Das Angebot“ ist eine Mail, in der folgendes, übersetzt, steht: „Wenn Sie hier und jetzt kündigen, bezahlen wir Ihnen den Betrag für die Zeit, die Sie für uns gearbeitet haben. Zusätzlich bieten wir Ihnen noch einen Bonus von $ 1.000 an.“

Ziel ist natürlich, die Verbundenheit des neuen Mitarbeiters mit dem Unternehmen auf die Probe zu stellen. Neue Arbeitnehmer, die „das Angebot“ annehmen, und das sind scheinbar nur insgesamt 10 % der neuen Mitarbeiter, fühlen sich nicht verbunden mit dem Unternehmen und sind somit, laut Aussagen von Zappos, nicht die richtigen Arbeitnehmer für ihr Unternehmen.

Quellen:

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