Der Arbeitsvertrag: Diese Grundlagen müssen auf jeden Fall drinstehen

Hier erfährst Du über die vorgegebenen gesetzlichen Grundlagen, welche unbedingt im Arbeitsvertrag drinstehen müssen und was auch besonders wichtig ist: Was nicht im Arbeitsvertrag drinnen stehen darf! ALPHAJUMP hat für dich alles wichtige rundum das Thema Arbeitsvertrag.

Inhalte im Arbeitsvertrag
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 16.12.2017 | Aktualisiert am: 25.06.2018

Der Arbeitsvertrag ist mit das wichtigste Dokument, welches Dir als Arbeitnehmer zur Sicherung der Leistungen seitens deines Arbeitgebers übergeben werden muss. Viele sind sich aber nicht den verschiedenen Aspekten eines solchen Vertrages bewusst und prüfen diesen gar nicht erst. Man sollte aber wirklich einen Blick drüber werfen und im Idealfall dabei auch wissen, was alles drin stehen muss und welche Punkte im Arbeitsvertrag am wichtigsten sind. Deshalb haben wir mal für Dich eine kleine Zusammenfassung erstellt, damit Du weißt, welche Inhalte auf jeden Fall rein müssen.

1. Arbeitsvertrag: Grundlagen und Allgemeines

Zwar ist ein mündlicher Arbeitsvertrag bei legalen Anstellungen nahezu nie der Usus, aber for the record: Lass Dir auf jeden Fall einen schriftlichen Arbeitsvertrag vom Arbeitgeber unterschrieben aushändigen. Mündliche Arbeitsverträge stellen zwar eine Option dar, aber als Arbeitnehmer zieht man daraus absolut keine Vorteile und nur dem Arbeitgeber könnte dies zugunsten kommen. Auch bei einem mündlichen Vertrag hat der Arbeitgeber die Pflicht, Dir innerhalb eines Monats nach Beginn der Tätigkeit einen schriftlichen und unterschriebenen Arbeitsvertrag zukommen zu lassen.

Daneben gibt es einige grundlegende und wichtige Punkte die ebenfalls genannt werden müssen:

  • Name sowie Anschrift des Arbeitgebers und Nehmers
  • Die zeitlichen Rahmenbedingungen (Beginn des Arbeitsverhältnisses & bei Befristung der Zeitraum der Anstellung)
  • Menge an Urlaubstagen
  • Arbeitsort bzw. ein Vermerk, dass der Arbeitnehmer an mehreren Orten beschäftigt sein kann/ist
  • Eine Beschreibung der zu erbringenden Leistungen seitens des Arbeitnehmers
  • Höhe des Entgeltes, sowie Zuschläge, Prämien, Sonderzahlungen, Zulagen etc., sowie wann das Geld überwiesen werden muss
  • Arbeitszeiten und wie eventuelle Überstunden gewertet werden (Auszahlung oder Überstundenabbau in Form von Urlaub bspw.)
  • Kündigungsfristen beider Parteien
  • Hinweis auf eventuelle Betriebs-, oder Dienstvereinbarungen und Tarifverträgen die das Arbeitsverhältnis beeinflussen oder anzuwenden sind

2. Nebenpflichten des Arbeitgebers

Die Nebenpflichten beinhalten grundsätzlich alle Pflichten, welche nicht zu den Hauptleistungen zählen. Das drückt sich im wunderschönen Juristen-Deutsch wie folgt aus: „Der Arbeitgeber hat über die Hauptleistungspflicht hinaus auf die Interessen des Arbeitnehmers nach Treu und Glauben Rücksicht zu nehmen. Ihn trifft eine Fürsorgepflicht“ (§§ 241 II, 242 BGB i.V.m. dem Arbeitsvertrag). Der Arbeitgeber steht demnach also in der sogenannten ‚Fürsorgepflicht‘, bei dessen Verletzung können Schadenzersatzansprüche geltend gemacht werden. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Persönlichkeitsbelange von Arbeitnehmern müssen geschützt werden (der Arbeitgeber darf bspw. nicht heimlich Telefongespräche mithören, es muss Einsicht in die Personalakte gewährt werden, die Daten am Arbeitsplatz müssen gesichert werden, Ehrverletzungen und Ausländerfeindlichkeiten oder allgemein ungerechte Behandlung seitens Vorgesetzter muss ausgeschlossen werden). Dazu gehört auch inzwischen der Schutz vor Mobbing und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz
  • Pflicht zum Schutz von Leben und Gesundheit des Arbeitnehmers (beinhaltet vor allem Unfallverhütungsmaßnahmen/Arbeitsstättenverordnungen, aber auch soziale Belange wie Mutterschutz)
  • Die Pflicht, das Vermögen und die eingebrachten Sachen des Arbeitsnehmers zu schützen (Sachen (auch Autos) müssen sicher aufbewahrt werden können, z.B. in einem Schließfach)

3. Nebenpflichten des Arbeitnehmers

Auch der Arbeitnehmer besitzt im Arbeitsverhältnis Nebenpflichten, welche im Allgemeinen als ‚Treuepflichten‘ zusammengefasst werden. Falls Du diese Treuepflichten grob verletzt, drohen Schadensersatz-Zahlungen, Kündigung und eventuell sogar Detektivkosten, falls solche beim Arbeitgeber wegen Beobachtung seiner Angestellten entstanden sein sollten.

Hier die wichtigsten Nebenpflichten der Arbeitnehmer:

  • Anzeige- und Nachweispflicht im Krankheitsfall
  • Sorgfalts- und Schadensabwendungspflicht
  • Wettbewerbsverbot
  • Verschwiegenheitspflicht
  • Schmiergeldverbot
  • Innerbetriebliche Regelungen bezüglich des Verhaltens und der allgemeinen Ordnung

Zwar enden nahezu alle dieser Pflichten nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, allerdings bestehen auch nachwirkende Treuepflichten, beispielsweise dürfen keine Betriebsgeheimnisse an Dritte weitergegeben werden oder bei bestimmten Regelungen kann auch ein nachträgliches Wettbewerbsverbot obliegen.

4. Betriebsrat

Falls Du vor der Einstellung in einem größeren Unternehmen stehst und es hier einen Betriebsrat gibt, also die innerbetriebliche Arbeitnehmervertretung, muss der Arbeitgeber vor Abschluss des Arbeitsvertrages diesen dem Betriebsrat zur Überprüfung vorlegen. Falls der Betriebsrat nicht seine Zustimmung zur Einstellung erteilt und diese damit ablehnt, gleichzeitig aber ein bereits abgeschlossener Arbeitsvertrag besteht, muss der Arbeitgeber sich die Zustimmung vom Arbeitsgericht geben lassen. Falls in diesem Prozess dem Arbeitnehmer durch nicht aufgenommene Arbeit ein Schaden entsteht, so muss der Arbeitgeber diese Schäden entgeltlich ersetzen.

5. Was definitiv nicht drinstehen darf

Kleidung & Erscheinungsbild

Das sogenannte Weisungsrecht besagt, dass Arbeitgeber zwar die Leistungspflicht der Angestellten hinsichtlich Ort, Inhalt und Zeit der Arbeit bestimmen dürfen und dazu kommt auch das Recht, über Kleidung und Erscheinung des Arbeitnehmers – aber grundsätzlich obliegt jedem Arbeitnehmer das Recht, sich so zu kleiden (und zu schminken) wie man möchte. Der Arbeitgeber braucht ein begründetes Anliegen und Interesse, um über das Erscheinungsbild Vorschriften machen zu dürfen. Im Endeffekt heißt das also: Beeinflusst die Kleidung nicht die Arbeitsleistung oder nur unerheblich, kann der Arbeitgeber seinem Angestellten nicht an die Wäsche (hihi).

Versetzungen

Schnell befürchten einige Angestellte, dass der Arbeitgeber einen versetzen kann, wie er grade lustig ist. Das stimmt definitiv nicht, da ein neuer Arbeitsort im „fahrbaren Bereich“ liegen muss, also allerhöchstens anderthalb Stunden vom bisherigen entfernt. Ist der Arbeitsort nicht vertraglich festgelegt, so stellt nach „Treu und Glaube“ der bisherige Standort des Betriebs den Arbeitsort. Achtung: Hat ein Unternehmen mehrere Niederlassungen und im Vertrag wird angegeben, dass „alle Orte des Unternehmens“ als Arbeitsort gelten, hat der Arbeitgeber das Recht, den Arbeitnehmer zu versetzen.

6. Überstunden

Überstunden müssen entweder ausbezahlt oder in Form von Zusatzurlaub ausgeglichen werden. Punkt. Es gibt hierzu keine Ausnahmen, trotzdem versuchen einige Arbeitgeber immer wieder mit der Aussage, die Überstunden seien nicht angeordnet gewesen. Überstunden müssen nicht angeordnet sein, es reicht, dass der Chef solche bemerkt und duldet.

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