Der Arbeitsvertrag Diese Grundlagen müssen auf jeden Fall drinstehen

Hier erfährst Du alles über die vorgegebenen gesetzlichen Grundlagen, welche unbedingt im Arbeitsvertrag drinstehen müssen und was auch besonders wichtig ist: Was nicht im Arbeitsvertrag drinstehen darf! ALPHAJUMP hat für dich alles Wichtige rundum das Thema Arbeitsvertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in diesem Artikel zusammengefasst. Außerdem verraten wir dir, auf welche Inhalte eines Arbeitsvertrages du besonders achten sollst und welche Rechte und Pflichten Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben, wenn sie einen Arbeitsvertrag abschließen. Ein Arbeitsvertrag ist ein wichtiges Dokument und sollte weder nichtig noch fehlerhaft sein.
Inhalte im Arbeitsvertrag
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 16.12.2017 | Aktualisiert am: 09.04.2019

Arbeitsrecht für Arbeitnehmer

Der Arbeitsvertrag oder auch Anstellungsvertrag ist mit das wichtigste Dokument, welches Dir als Arbeitnehmer zur Sicherung der Leistungen seitens des Arbeitgebers übergeben werden muss. Viele sind sich aber nicht mit den verschiedenen Aspekten eines solchen Vertrages bewusst und prüfen diesen gar nicht erst. Man sollte aber wirklich einen Blick drüber werfen und im Idealfall dabei auch wissen, was alles im Arbeitsvertrag stehen sollte und welche Punkte am wichtigsten sind. Deshalb haben wir mal für Dich eine kleine Zusammenfassung erstellt, damit Du weißt, welche Inhalte auf jeden Fall rein müssen.

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1. Arbeitsvertrag: Grundlagen und Allgemeines

Zwar ist ein mündlicher Arbeitsvertrag bei legalen Anstellungen nahezu nie der Usus, aber for the record: Lass Dir auf jeden Fall einen schriftlichen Arbeitsvertrag vom Arbeitgeber unterschrieben aushändigen. Eine mündliche Vereinbarung stellt zwar eine Option dar, aber als Arbeitnehmer zieht man daraus absolut keine Vorteile und nur dem Arbeitgeber könnte dies zugunsten kommen. Auch bei einem mündlichen Vertrag hat der Arbeitgeber die Pflicht, Dir innerhalb eines Monats nach Beginn der Tätigkeit eine schriftliche Niederlegung und unterschriebenen Arbeitsvertrag zukommen zu lassen.

Daneben gibt es einige grundlegende und wichtige Punkte die ebenfalls genannt werden müssen:

Zwei Personen schütteln sich die Hände
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Geste zum Abschluss
  • Name sowie Anschrift des Arbeitgebers und Nehmers
  • Die zeitlichen Rahmenbedingungen (Beginn des Arbeitsverhältnisses & bei Befristung der Zeitraum der Anstellung)
  • Menge an Urlaubstagen
  • Arbeitsort bzw. ein Vermerk, dass der Arbeitnehmer an mehreren Orten beschäftigt sein kann/ist
  • Eine Beschreibung der zu erbringenden Leistungen seitens des Arbeitnehmers
  • Höhe des Entgeltes, sowie Zuschläge, Prämien, Sonderzahlungen, Zulagen etc., sowie wann das Geld überwiesen werden muss
  • Arbeitszeiten und wie eventuelle Überstunden gewertet werden (Auszahlung oder Überstundenabbau in Form von Urlaub bspw.)
  • Kündigungsfristen beider Parteien
  • Hinweis auf eventuelle Betriebs-, oder Dienstvereinbarungen und Tarifverträgen die das Arbeitsverhältnis beeinflussen oder anzuwenden sind

Die Formfreiheit des Arbeitsvertrages besagt, dass ein Arbeitsvertrag nicht ausschließlich in schriftlicher Form erfolgen muss. Es kann auch eine mündliche Vereinbarung getroffen werden. Jedoch sollte dem Arbeitnehmer spätestens einen Monat nach der mündlichen Vertragsvereinbarung ein niedergeschriebener Arbeitsvertrag vorliegen.

2. Arten von Arbeitsverträgen

Du bist fertig mit deinem Studium oder deiner Ausbildung und musst dich jetzt das erste mal mit der realen Arbeitswelt und Arbeitsverträgen auseinandersetzen? Genaue Erklärungen zu bestimmten Arbeitsverträgen können wir hier nicht machen, da wirklich jeder individuell angefertig wird (werden sollte).

Je nach Arbeitgeber, zu besetzende Stelle, Bewerber und vielen anderen Faktoren, wird ein Arbeitsvertag besonders aufgesetzt. Wissen solltest du in jedem Fall, dass es zwei große verschiedene Arten von Arbeitsverträgen gibt: Der befristete und der unbefristete Arbeitsvertrag und natürlich erklären wir dir hier auch den Unterscheid.

2.1 Unbefristeter Arbeitsvertrag

Einen unbefristeten Vertrag zu erhalten, ist für viele Arbeitnehmer von großer Bedeutung. Denn heutzutage bieten nicht mehr viele Unternehmen unbefristete Verträge an. Anders als bei einem befristeten Vertrag ist ein unbefristeter Vertrag nicht auf eine bestimmte Zeit beschränkt und läuft nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt ab. Das heißt, der Arbeitnehmer könnte im besten Falle bis zu seinem Rentenalter in diesem Unternehmen bleiben, und muss sich nicht mehr mit dem Thema Jobsuche und Bewerbungsverfahren auseinandersetzen.

Achtung! Nur weil dir ein unbefristeter Arbeitsvertrag angeboten wurde, bedeutet das nicht, dass dieser Vertrag auch unkündbar ist.

Sanduhr steht neben einem Buch
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Zeit ist entscheidend

2.2 Befristeter Arbeitsvertrag

Ein befristeter Vertrag ist auf einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Die meisten Unternehmen schließen bei Neuanstellungen oftmals erst einen befristeten Vertrag mit dem angehenden Arbeitnehmer ab, der gegebenenfalls verlängert oder auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag umgestellt wird. Grundsätzlich endet aber ein befristetes Arbeitsverhältnis mit der vereinbarten Frist, die im Arbeitsvertrag steht. Es erfolgt also eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses ohne dass es einer schriftlichen Kündigung bedarf. Ein befristeter Vertrag muss aber nicht zwangsläufig an einen bestimmten Zeitraum gebunden sein, sondern kann auch mit einem bestimmten Zweck verbunden sein.

Ein befristeter Arbeitsvertrag darf maximal 3 Mal innerhalb von 2 Jahren verlängert werden, danach steht dem Arbeitnehmer gesetzlich ein unbefristeter Vertrag zu, sofern der Arbeitnehmer weiterhin im selben Unternehmen beschäftigt werden soll.

3. Kündigungsfristen

Eine Kündigung unterliegt einigen gesetzlichen Bestimmungen und gesetzlichen Vorschriften. Einen Arbeitsvertrag zu kündigen ist mit einigen Fristen verbunden, die eingehalten werden müssen, um eine Kündigung wirksam zu machen. Die Kündigungsfristen im deutschen Arbeitsrecht ergeben sich aus Arbeitsvertrag, Tarifvertrag und dem BGB (bürgerliches Gesetzbuch). Die Kündigungsfrist beginnt immer erst mit dem Zugang einer Kündigung.

Eine Beendigung eines Arbeitsverhältnisses kann von zwei Seiten eingereicht werden, zum einen vom Arbeitnehmer selbst, zum anderen aber auch vom Arbeitgeber. Im Allgemeinen besteht eine Kündigungsfrist von vier Wochen entweder zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Das kommt immer auf den jeweiligen Arbeitsvertrag an. In diesem sollte unbedingt niedergeschrieben sein, zu welchem Zeitpunkt die Kündigung eingereicht werden muss. Befindet sich der Arbeitnehmer jedoch in der Probezeit, dann ist eine Kündigungsfrist von zwei Wochen vorgeschrieben. Nach Ablauf der Probezeit, also nach einem Zeitraum von drei Monaten oder sechs Monaten, beträgt die Kündigungsfrist, wie üblich vier Wochen.

Bei einer Kündigung, die vom Arbeitgeber eingereicht wird, ist die Kündigungsfrist an die Beschäftigungsdauer des Arbeitnehmers im Unternehmen geknüpft:

Kündigungsfristen für Arbeitnehmer

Beschäftigungsdauer des Arbeitnehmers Kündigungsfrist (zum Ende eines Kalendermonats)
1 Jahr 4 Wochen
5 Jahre 2 Monate
8 Jahre 3 Monate
10 Jahre 4 Moante
12 Jahre 5 Monate
15 Jahre 6 Monate
20 Jahre 7 Monate

Es werden zwischen verschiedenen Kündigungsarten unterschieden: betriebsbedingte Kündigung, verhaltensbedingte Kündigung und personenbedingte Kündigung. Außerdem gibt es eine ordentliche Kündigung und eine außerordentliche oder auch fristlose Kündigung.

4. Nebenpflichten des Arbeitgebers

Die Nebenpflichten beinhalten grundsätzlich alle Pflichten, welche nicht zu den Hauptleistungen zählen. Das drückt sich im wunderschönen Juristen-Deutsch wie folgt aus: „Der Arbeitgeber hat über die Hauptleistungspflicht hinaus auf die Interessen des Arbeitnehmers nach Treu und Glauben Rücksicht zu nehmen. Ihn trifft eine Fürsorgepflicht“ (§§ 241 II, 242 BGB i.V.m. dem Arbeitsvertrag). Der Arbeitgeber steht demnach also in der sogenannten ‚Fürsorgepflicht‘, bei dessen Verletzung Schadenzersatzansprüche geltend gemacht werden können.

Nebenpflichten des Arbeitgebers - die wichtigsten Punkte:

  • Persönlichkeitsbelange von Arbeitnehmern müssen geschützt werden (der Arbeitgeber darf bspw. nicht heimlich Telefongespräche mithören, es muss Einsicht in die Personalakte gewährt werden, die Daten am Arbeitsplatz müssen gesichert werden, Ehrverletzungen und Ausländerfeindlichkeiten oder allgemein ungerechte Behandlung seitens Vorgesetzter muss ausgeschlossen werden). Dazu gehört auch inzwischen der Schutz vor Mobbing und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

  • Pflicht zum Schutz von Leben und Gesundheit des Arbeitnehmers (beinhaltet vor allem Unfallverhütungsmaßnahmen/Arbeitsstättenverordnungen, aber auch soziale Belange wie Mutterschutz)
  • Die Pflicht, das Vermögen und die eingebrachten Sachen des Arbeitsnehmers zu schützen (Sachen (auch Autos) müssen sicher aufbewahrt werden können, z.B. in einem Schließfach).
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5. Nebenpflichten des Arbeitnehmers

Auch der Arbeitnehmer besitzt im Arbeitsverhältnis Nebenpflichten, welche im Allgemeinen als ‚Treuepflichten‘ zusammengefasst werden. Falls Du diese Treuepflichten grob verletzt, drohen Schadensersatz-Zahlungen, Kündigung und eventuell sogar Detektivkosten, falls solche beim Arbeitgeber wegen Beobachtung seiner Angestellten entstanden sein sollten.

Die wichtigsten Nebenpflichten der Arbeitnehmer:

  • Anzeige- und Nachweispflicht im Krankheitsfall
  • Sorgfalts- und Schadensabwendungspflicht
  • Wettbewerbsverbot
  • Verschwiegenheitspflicht
  • Schmiergeldverbot
  • Innerbetriebliche Regelungen bezüglich des Verhaltens und der allgemeinen Ordnung

Zwar enden nahezu alle dieser Pflichten nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, allerdings bestehen auch nachwirkende Treuepflichten, beispielsweise dürfen keine Betriebsgeheimnisse an Dritte weitergegeben werden oder bei bestimmten Regelungen kann auch ein nachträgliches Wettbewerbsverbot obliegen.

5. Betriebsrat

Falls Du vor der Einstellung in einem größeren Unternehmen stehst und es hier einen Betriebsrat gibt, also die innerbetriebliche Arbeitnehmervertretung, muss der Arbeitgeber vor Abschluss eines Arbeitsvertrages diesen dem Betriebsrat zur Überprüfung vorlegen. Falls der Betriebsrat nicht seine Zustimmung zur Einstellung erteilt und diese damit ablehnt, gleichzeitig aber ein bereits abgeschlossener Arbeitsvertrag besteht, muss der Arbeitgeber sich die Zustimmung vom Arbeitsgericht geben lassen. Falls in diesem Prozess dem Arbeitnehmer durch nicht aufgenommene Arbeit ein Schaden entsteht, so muss der Arbeitgeber diese Schäden entgeltlich ersetzen.

6. Was definitiv nicht drinstehen darf

Ein Stopzeichen mit der Hand
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No-Goes im Arbeitsvertrag

Kleidung & Erscheinungsbild

Das sogenannte Weisungsrecht besagt, dass Arbeitgeber zwar die Leistungspflicht der Angestellten hinsichtlich Ort, Inhalt und Zeit der Arbeit bestimmen dürfen und dazu kommt auch das Recht, über Kleidung und Erscheinung des Arbeitnehmers – aber grundsätzlich obliegt jedem Arbeitnehmer das Recht, sich so zu kleiden (und zu schminken), wie man möchte. Der Arbeitgeber braucht ein begründetes Anliegen und Interesse, um über das Erscheinungsbild Vorschriften machen zu dürfen. Im Endeffekt heißt das also: Beeinflusst die Kleidung nicht die Arbeitsleistung oder nur unerheblich, kann der Arbeitgeber seinem Angestellten nicht an die Wäsche (hihi).

Was steht im Arbeitsvertrag? Checkliste
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Checkliste: Arbeitsvertrag

Versetzungen

Schnell befürchten einige Angestellte, dass der Arbeitgeber einen versetzen kann, wie er grade lustig ist. Das stimmt definitiv nicht, da ein neuer Arbeitsort im „fahrbaren Bereich“ liegen muss, also allerhöchstens anderthalb Stunden vom bisherigen entfernt. Ist der Arbeitsort nicht vertraglich festgelegt, so stellt nach „Treu und Glaube“ der bisherige Standort des Betriebs den Arbeitsort. Achtung: Hat ein Unternehmen mehrere Niederlassungen und im Vertrag wird angegeben, dass „alle Orte des Unternehmens“ als Arbeitsort gelten, hat der Arbeitgeber das Recht, den Arbeitnehmer zu versetzen.

7. Überstunden

Überstunden müssen entweder ausbezahlt oder in Form von Zusatzurlaub ausgeglichen werden. Punkt. Es gibt hierzu keine Ausnahmen, trotzdem versuchen einige Arbeitgeber immer wieder mit der Aussage, die Überstunden seien nicht angeordnet gewesen. Überstunden müssen nicht angeordnet sein, es reicht, dass der Chef solche bemerkt und duldet.

Quellen:

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