Das Arbeitszeugnis Codes, Formulierungen und die wahre Bedeutung der Zeugnissprache

Du hast in deiner letzten Stelle stets überdurchschnittliche Ergebnisse geliefert? Das klingt doch super! Aber was genau meint die Personalabteilung damit und wie kannst du die Formulierungen im Arbeitszeugnis richtig deuten? Wir sind den Floskeln der Zeugnissprache einmal auf den Grund gegangen.
Arbeitszeugnis Formulierungen
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 11.12.2017 | Aktualisiert am: 14.08.2019

Das Arbeitszeugnis

Die Formulierungen und Codes deines Chefs im Arbeitszeugnis richtig zu deuten ist gar nicht mal so einfach wie gedacht. Von dir als positiv aufgefasste Aussagen können sich bei einem anderen Unternehmen schnell als negativ entpuppen.

Mit unserer Hilfe kannst du herausfinden, wie du verschiedene Formulierungen deuten kannst und wie dich dein Arbeitgeber im Endeffekt „benotet“ hat. Außerdem erfährst du, was ein gutes Zeugnis enthalten muss und wie du bewerten kannst, was eigentlich in deinem Arbeitszeugnis steht. Häufige Fragen, wie ob du einen Anspruch auf ein Zeugnis hast und worauf Arbeitgeber beim Arbeitszeugnis schreiben achten, beantworten wir dir auf dieser Seite.

1. Das Arbeitszeugnis: Was ist das eigentlich?

Grundsätzlich handelt es sich beim Arbeitszeugnis um die wahrheitsgemäße Beurteilung der Arbeitsleistung eines Arbeitnehmers. Außerdem kann es als Nachweis des Beschäftigungsverhältnisses dienen. Hier lassen sich zwei Varianten voneinander unterscheiden.

Das einfache Arbeitszeugnis kommt einem Tätigkeitsnachweis gleich, bringt dem Arbeitnehmer aber eher wenig. Viel häufiger stellt der Arbeitgeber ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus, in welchem zusätzlich Leistung und soziale Kompetenzen bewertet werden.

Möchtest du als Arbeitnehmer ein qualifiziertes Zeugnis haben, hast aber nur ein einfaches Zeugnis bekommen, stehst du in einer sogenannten „Holschuld“. Juristisch gesehen liegt es in einem solchen Fall nämlich am Arbeitnehmer, dem Arbeitgeber um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu bitten.

Des Weiteren besteht für das Arbeitszeugnis die sogenannte Wohlwollenspflicht des Arbeitgebers. Es ist ihm rechtlich verwehrt, solche Informationen in das Zeugnis einzubringen, die sich für dich als Arbeitnehmer bei der zukünftigen Jobsuche nachteilig auswirken können. Stehen darf im Arbeitszeugnis also nichts, was als Kritik gelten kann.

In der Regel erfolgt die Übergabe des Arbeitszeugnisses am letzten Arbeitstag, es kann allerdings auch per Post versendet werden. Hierzu ist der Arbeitgeber allerdings nicht verpflichtet. Lediglich drei Jahre lang hast du außerdem als Arbeitnehmer Anspruch auf ein Arbeitszeugnis und Zeit es einzufordern. Danach ist die Frist verjährt und du stehst ohne Zeugnis da. Da du mit einem guten Arbeitszeugnis aber in der Regel bessere Chancen hast, als mit einer Bewerbung ohne ein positives Schreiben, solltest du dein Recht auf ein Arbeitszeugnis immer nutzen.

2. Schema und Aufbau des Arbeitszeugnisses

So wie ein Praktikumsanschreiben, folgt auch das Arbeitszeugnis im Aufbau einem gewissen Schema. Dieses ist, zumindest in den groben Zügen, ein Standard, an welchem sich Arbeitgeber orientieren.

Und was genau gehört rein? Naja, zuerst einmal startet das Arbeitszeugnis mit der gleichnamigen Überschrift. Darunter befinden sich die Daten des Arbeitnehmers, für den das Zeugnis ausgestellt wird. Dazu gehören der Name, die Unternehmenszugehörigkeit und die Funktion im Unternehmen.

Ausführlicher wird es dann bei der Tätigkeitsbeschreibung. Hier werden die Art und Dauer der Beschäftigung und die übertragenen Aufgaben dargelegt. Hier ist der Platz aufzuzeigen und zu beschreiben, ob die aufgetragenen Aufgaben stets zur vollen Zufriedenheit des Arbeitgebers ausgeführt wurden oder eben nicht.

Im nächsten Teil wird das Verhalten gegenüber Kollegen und gegenüber Vorgesetzten thematisiert und gute Leistungen des Arbeitnehmers hervorgehoben, falls er sie erbracht hat.

Inhaltes eines Arbeitszeugnis

Welche Bestandteile in ein solches Zeugnis reingehören, und in welcher Reihenfolge sie angeordnet sind, haben wir dir einmal zusammengefasst.

  1. Überschrift (Arbeitszeugnis)
  2. Daten des Arbeitnehmers (Name, Unternehmenszugehörigkeit, Funktion, usw.)
  3. Tätigkeitsbeschreibung (Aufgaben)
  4. Bewertung von Leistung und Sozialverhalten
  5. Erstellungsgrund oder Beendigungsgrund
  6. Schlussformel und Zukunftswünsche
  7. Unterschrift des Arbeitszeugniserstellers, Datum, Firmenstempel
  8. Firmendaten/ gegebenenfalls im Vordruck des Firmenpapiers

Damit du dir das Ganze einmal bildlich vorstellen kannst, haben wir dir ein Beispiel Arbeitszeugnis erstellt. Mit nur einem Klick kannst du dir die PDF-Datei kostenlos herunterladen.

Downloadlinks: Muster Arbeitszeugnis

Hier findest du ein Muster für ein angemessenes Arbeitszeugnis

3. Die wichtigsten Arbeitszeugnis Formulierungen und ihre Bedeutung

Die Formulierungen in deinem Arbeitszeugnis werden so getroffen, dass sie dem Schulnotensystem gleichen. Hier werden aber, anders als beim Schulzeugnis, nur die Noten sehr gut (1) bis mangelhaft (5) vergeben. Die indirekte Benotung mit den Noten ausreichend und mangelhaft lässt sich in einem Arbeitszeugnis aber kaum finden. Für jede Note, die schlechter ist als befriedigend (3), steht der Arbeitgeber unter einer Beweispflicht und muss im Streitfall die schlechte Arbeitsleistung rechtlich nachweisen können.

Welche Kriterien genau bewertet werden, lässt sich nicht pauschal sagen. Die Eigenschaften, die bewertet werden, können je nach Unternehmen variieren. Die gängigsten Beurteilungskriterien und die jeweilige Formulierung je nach Note haben wir in der folgenden Tabelle für dich zusammengefasst.

Beurteilung im Arbeitszeugnis von: Beispiel Note 1 Beispiel Note 2 Beispiel Note 3 Beispiel Note 4 Beispiel Note 5
Fachwissen … verfügte über ein hervorragendes und äußerst umfassendes Wissen …verfügt über ein sehr gutes Wissen … verfügt über gutes Fachwissen … verfügt über ausreichendes Fachwissen …zeigt in den übertragenen Aufgaben das notwendige Fachwissen
Auffassungsgabe, Denk- und Urteilungsvermögen … verfügt über eine sehr gute Auffassungsgabe und ein sehr umfassendes Denk- und Urteilungsvermögen … verfügt über eine gute Auffassungsgabe und ein umfassendes Denk- und Urteilungsvermögen … … führte zugeteilte Arbeiten systematisch aus … zeigte keine Unsicherheiten bei der Ausführung vertrauter Aufgaben … zu den unabdingbaren Voraussetzungen dieser Funktion gehören …
Leistungsbereitschaft … außerordentliches Maß an Leistungsbereitschaft …zeigte hohes Engagement und Eigeninitiative …zeigte Einsatzbereitschaft und Initiative …hat der angeforderten Einsatzbereitschaft entsprochen …hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt
Belastbarkeit …stets sehr gute Qualität, sogar bei extrem hohem Arbeitsanfall … bewies hohe Belastbarkeit … bewies Belastbarkeit und Flexibilität … hat den Arbeitsanfall bewältigt … ist üblichem Arbeitsanfall im Wesentlichen gewachsen
Arbeitsweise …stets mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit … die Aufgaben führte er immer effizient, sorgfältig und selbstständig aus … arbeitete gewissenhaft …war stets bemüht …er hat sich bemüht
Zuverlässigkeit … arbeitete stets sehr zuverlässig … arbeitete sehr zuverlässig …arbeitete zuverlässig … bewältigt die entscheidenden Aufgaben zuverlässig … arbeitet in der Regel zuverlässig
Arbeitsergebnis … stets deutlich überdurchschnittliche Ergebnisse …erzielte beste Arbeitsergebnisse …erfüllte die Erwartungen in jeder Hinsicht … vorgegebene Ziele wurden in zufriedenstellendem Maße erreicht …Aufgaben mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt
ggf. Führungsfähigkeit
  • … war eine hervorragende Führungskraft
  • …verstand es stets ausgezeichnet seine Mitarbeiter zu motivieren
  • …verfügt über sehr gute Führungseigenschaften und motivierte ihre Mitarbeiter stetes zu sehr hohen Leistungen. Aufgaben und Verantwortung delegierte sie zielgerichtet.
… überzeugte die Mitarbeiter und förderte die Zusammenarbeit. Er informierte sein Team, regte Weiterbildungen an und delegierte Aufgaben und Verantwortung und erreichte so ein hohes Ergebnis …führte ihre Mitarbeiter zielbewusst und konsequent zu voll befriedigenden Leistungen … er setzte Mitarbeiter ihren Fähigkeiten entsprechend ordnungsgemäß ein und motivierte sie angemessen … sie war sich setzt der besonderen Verantwortung, die eine Führungsposition mit sich bringt, bewusst
Verhalten (Mitarbeiter/ Arbeitskollegen/ Führungskräfte) … war aufgrund seines freundlichen Wesens und seiner kollegialen Haltung bei Vorgesetzten sowie Mitarbeitern anerkannt und sehr geschätzt … das Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war einwandfrei …das Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war gut …das Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war gut … das Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten gab zum Klagen keinen AnlassDank/ Bedauern
Dank/ Bedauern … wir bedauern sein Ausscheiden sehr und danken ihm für stets sehr gute Leistungen … wir bedauern ihr Ausscheiden und danken für die stets guten Leistungen … Wir bedauern sein Ausscheiden und danken ihm für die guten Leistungen … wir bedanken uns für ihre Mitarbeit keine Dankes- oder Bedauerns- Formel
Zukunftswünsche Wir wünschen ihm auf dem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg Wir wünschen ihm auf dem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin Erfolg Wir wünschen ihm auf dem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und Erfolg Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute Wir wünschen ihm alles nur erdenklich Gute, insbesondere auch Erfolg bei den weiteren Bemühungen

Mithilfe der Formulierungen im Arbeitszeugnis werden Noten über ein abgestuftes Lob vergeben. Je stärker das Lob ausfällt, desto besser ist die Bewertung und dementsprechend auch die Note. Wenn du wissen möchtest, wie du nach der Bewertung deines Chefs dastehst, solltest du in deinem Arbeitszeugnis deshalb ganz genau auf die Feinheiten achten.

4. Zeugnissprache vs. Intention

Damit du dir einmal ein Bild davon machen kannst, was wir meinen, wenn wir sagen, dass nicht alles so gemeint ist wie beschrieben, haben wir dir ein paar Beispiele aufgeschrieben. Die Zeugnissprache haben wir einmal verständlich formuliert.

Wenn du dich selbst testen willst, kannst du ja auch erst einmal die rechte Seite der Tabelle verdecken und versuchen, das „Zeugnisdeutsch“ zu entschlüsseln! Ob du die Arbeitszeugnis Muster Aussagen richtig deutest?

Versteckte Botschaften im Arbeitszeugnis

Zeugnisdeutsch Was wirklich gemeint ist

Sie zeigte stets größte Genauigkeit bei ihrer Arbeit.

Sie war eine erbsenzählende, unflexible und langsame Pedantin.

Er verstand es stets mit Erfolg alle Aufgaben zu delegieren.

Wo es nur ging, drückte er sich vor der Arbeit.

Sie hat unsere Erwartungen im Wesentlichen entsprochen.

Ihre Leistungen waren mangelhaft.

Er hatte die Gelegenheit, sich das notwendige Fachwissen anzueignen.

Diese Gelegenheit nutzte er allerdings nicht.

Übertrugen wir ihr Aufgaben, so hat sie diese stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt.

Sie machte ihren Job, erledigte allerdings nur die Aufgaben, die wir ihr übertrugen. Ansonsten blieb sie passiv.

Er war stets bemüht, seine Arbeiten zu unserer vollen Zufriedenheit zu erledigen.

Er hat sich zwar angestrengt, hatte allerdings keinen Erfolg.

5. Die Formulierung der Abschlussformel

Das Beste kommt zum Schluss, oder wie war das? So oder so ähnlich kann man das auch mit der Abschlussformel sehen, welcher eine immer größere Bedeutung zukommt. Durch den Abschlusstext wird der letzte Eindruck vermittelt, weshalb die Aussage des Arbeitszeugnisses auch hiermit steht und fällt. Der bisherige Eindruck kann verstärkt werden und das Gesamtbild durch einen positiven Abschlusstext abgerundet werden. Allerdings kann er auch alles bislang Geschriebene in Frage stellen und gegenteilig klingen lassen.

Pflicht ist eine Abschlussformel für den Arbeitgeber jedenfalls nicht. Wir zeigen euch aber natürlich trotzdem, wie sie aufgebaut ist.

5.1 Aufbau der Abschlussformel

Beendigungsgrund: Gründe für eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses gibt es viele, deshalb sollte für die Nachvollziehbarkeit auch einer im Arbeitszeugnis genannt werden. Möglichkeiten, die sich anbieten, sind in diesem Zusammenhang die Kündigung des Arbeitnehmers auf eigenen Wunsch, die betriebsbedingte Kündigung seitens des Arbeitgebers, die Auflösung des Arbeitsverhältnisses in beiderseitigem Einvernehmen oder aber auch das Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen.

Dankes- und Bedauernsformel: Im Normalfall nutzt das Unternehmen an dieser Stelle die Gelegenheit, sich für die Zusammenarbeit und Leistungen des Mitarbeiters zu bedanken. Wie positiv oder negativ dies gewertet werden kann, hängt stets von der Formulierung ab. Als negatives Zeichen kann aber gewertet werden, wenn der Dank komplett fehlt.

Genauso gilt dies für das Bedauern über die Trennung vom Mitarbeiter. Gute Mitarbeiter lässt kein Unternehmen gerne gehen, was deshalb auch in der Abschlussformel Anklang findet. Fehlt in den abschließenden Worten der Ausdruck des Bedauerns, war der Arbeitgeber wohl eher weniger überzeugt von seinem Mitarbeiter.

Zukunftswünsche: Zu guter Letzt wird dem Mitarbeiter alles Gute gewünscht. Auch hier ist wieder ganz besonders auf die Formulierung zu achten. Solche Zukunftswünsche, die implementieren, dass der Ist-Zustand nicht wünschenswert ist, sind zum Beispiel negativ zu werden.

Beispiel für eine gute Abschlussformulierung:

Auf eigenen Wunsch verlässt Frau Müller zum 31.08.2019 unser Unternehmen. Diese Entscheidung bedauern wir außerordentlich. Für die stets gute Zusammenarbeit bedanken wir uns aber und wünschen ihr auch für die Zukunft viel Erfolg.

5.2 Kriterien der Abschlussformel

Im vorherigen Kapitel hast du ein Beispiel für eine gute Formulierung gesehen, auf die du als Mitarbeiter stolz sein kann. Aber aufgepasst: Oft machen bereits kleine Nuancen den Unterschied! Aus kleinen Abstufungen in der Zeugnissprache können große Auswirkungen entstehen.

Der wichtigste Aspekt, den Unternehmen bei der Formulierung ihrer Abschlussformeln im Blick haben, ist die Intensität der Aussage. Einzelne Worte können hier den Ausschlag geben und zeigen, ob es sich um ein gutes oder doch eher mittelmäßiges Zeugnis handelt. Begriffe wie sehr, besonders, immer, stets oder groß sind aussagekräftig. Auch Eigenschaften, wie engagiert, erfolgreich oder motiviert werten das Zeugnis positiv auf.


Ist doch egal, an welcher Stelle ein Wort im Satz steht, oder? Nein! Ein und demselben Wort kann an unterschiedlichen Stellen im Satz eine unterschiedliche Bedeutung zukommen. So sehen die Sätze zwar ähnlich aus, meinen aber etwas Gegensätzliches.

Ein Beispiel: „Wir wünschen weiterhin viel Erfolg..“ oder „Weiterhin wünschen wir viel Erfolg..“.

Während der erste Satz zeigt, dass der Mitarbeiter in seiner Zeit im Unternehmen Erfolg hatte, und dies auch in seinem neuen Job beibehalten kann, spielt die zweite Formulierung darauf an, dass der Erfolg bisher ausgeblieben ist.


Genauso wie der Ton die Musik macht, ist die Wortwahl ein großer Faktor in der Abschlussformel. Besonders positive Formulierungen enthalten manchmal Infos, die es faustdick hinter den Ohren haben, weshalb ihnen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Wird dir als Mitarbeiter beispielsweise viel Glück gewünscht, wirkt das erst einmal nett und aufbauend. Durch die Blume will das Unternehmen allerdings sagen, dass du ohne das entsprechende Glück wahrscheinlich eher nicht erfolgreich sein wirst.


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6. Das Arbeitszeugnis selbst schreiben

Sich sein eigenes Arbeitszeugnis selber schreiben, geht das? Ja, sagen wir von ALPHAJUMP! Du verfasst dein Arbeitszeugnis nach den vorgegebenen Kriterien, dein Personalverantwortlicher unterschreibt es. Klingt eigentlich ganz einfach. Aber Achtung, hier gibt es zwei Seiten der Medaille.

Einerseits bietet dir diese Möglichkeit eine gute Gelegenheit, deine individuellen Schwerpunkte zu setzen. Du weißt schließlich am besten, wie dein Arbeitsalltag ausgesehen hat. Außerdem besteht unterschwellig immer die Angst, dass der Chef aus den verschiedensten Gründen ein eher weniger wohlwollendes, schlechtes Zeugnis ausstellt. Diese kann so umgangen werden.

Auf der anderen Seite entsteht allerdings auch eine Herausforderung für dich. Je größer die Wichtigkeit des Dokumentes ist, desto wichtiger ist es auch, keine Fehler zu machen. Außerdem ist es unheimlich schwierig, die Gradwanderung zwischen einem gelungenen, positiven Arbeitszeugnis und einem arroganten, selbstlobenden Gefälligkeitszeugnis zu schaffen. Du solltest dich nicht zu viel loben, deine Fähigkeiten aber auch nicht unter den Scheffel stellen!

7. Arbeitszeugnis- Alternativen

Neben dem klassischen Arbeitszeugnis gibt es noch verschiedene andere Alternativen, über die du dir auch Gedanken machen könntest. Je nachdem, wie du deine weitere Zukunft gestalten willst und ob du vielleicht nicht unbedingt mit der Menge mitgehen möchtest, kannst du mit diesen Alternativen bei deinem neuen Arbeitgeber punkten.

Ausführliche Arbeits- und Tätigkeitenbescheinigung:

Die ausführliche Arbeits- und Tätigkeitenbescheinigung gibt einen Einblick in deine Aufgabenbereiche und verdeutlicht, worin deine Stärken liegen. Im Vergleich zum Arbeitszeugnis, welches sich mit Standardaussagen befasst, ist diese Art von Bescheinigung viel aussagekräftiger. Der zukünftige Arbeitgeber sieht sofort, welche Leistungen du bereits erbracht hast und wie du arbeitstechnisch vorgehst.

Ehrliche Beurteilung:

Wenn man in der Regel hinter jedem Satz im Arbeitszeugnis eine doppelte Bedeutung erwarten muss, ist es doch ein nachvollziehbarer Gedanke, eine ehrliche Beurteilung des Chefs oder eines leitenden Angestellten zu präferieren. Diese Alternative kostet den Chef zusätzliche Zeit, weshalb er erst einmal dazu gebracht werden muss, sie in Erwägung zu ziehen. Gelingt dir das, kann eine solche Beurteilung aber positiver wirken als die Aussagen in verklausulierten Arbeitszeugnissen.

Referenzen und Empfehlungsschreiben:

Während Referenzen im englischsprachigen Ausland Gang und Gäbe sind, sind sie hier eher weniger vertreten. Warum solltest du sie aber nicht auch hier zu deinen Gunsten nutzen? Besonders große Aussagekraft besitzen solche Empfehlungsschreiben, wenn sie von jemandem stammen der dich adäquat beurteilen kann. Das kann ein direkter Vorgesetzter oder auch ein langjähriger Kunde, Mentor oder vorgesetzter Kollege von dir sein. Die Hauptsache ist, dass die Person dich gut kennt, Wissen über das entsprechende Fachgebiet hat und deine Kenntnisse und Fähigkeiten beurteilen kann.

8. Fazit

Sicher ist, dass du einen gesetzlichen Anspruch auf ein einfaches oder qualifiziertes Zeugnis hast. Du musst es nur spätestens drei Jahre nach Beendigung deiner Beschäftigung einfordern, so ist es im Bürgerlichen Gesetzbuch beschrieben.

Ein gutes Arbeitszeugnis wünscht sich natürlich jeder, keine Frage. Eine gute Arbeitszeugnis Bewertung ist schließlich besonders auf der neuen Jobsuche Gold wert. Wie so oft im Leben ist aber auch hier nicht alles wie es scheint. Kleine Unterschiede in Formulierungen können einer Aussage eine völlig andere Intention verleihen und ein gutes zu einem schlechten Arbeitszeugnis machen. Beim Arbeitszeugnis ist also ein ganz Genaues Lesen angesagt. Positiv formulierte Inhalte können eine negative Aussagekraft haben und auch wenn du das nicht auf den ersten Blick siehst, Personaler von anderen Unternehmen fällt es sicher ganz schnell auf.

Wie dein Arbeitgeber im Endeffekt formuliert, und wie er dich bewertet, hast du nicht in der Hand. Wie du dich während deiner Anstellung verhältst und präsentierst kannst du allerdings sehr wohl beeinflussen. Verlass dich also nicht auf das Wohlwollen deines Chefs, sondern sorge auch dafür, dass er berechtigterweise und guten Gewissens eine sehr gute Bewerbung für dich abgeben kann.

Quellen:

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