Was ist Unternehmenskultur? Arten und ihre Bedeutung

Alle sprechen von Unternehmenskultur, aber was versteht man eigentlich darunter? Welche Arten von Unternehmenskultur gibt es? Unternehmenskultur beeinflusst nicht nur das Arbeitsklima und Wohlbefinden der Mitarbeiter, sondern auch den wirtschaftlichen Unternehmenserfolg. Wie sich eine Unternehmenskultur entwickelt, welche Bedeutung sie für ein Unternehmen hat und welche Trends sich abzeichnen haben wir für dich in diesem Artikel recherchiert.
Unternehmenskultur
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 16.12.2017 | Aktualisiert am: 17.04.2019

Unternehmenskultur - ein „weicher“ Faktor für Unternehmenserfolg

Unternehmen achten immer mehr auf ihre Unternehmenskultur, denn die gewinnt für Mitarbeiter zunehmend an Bedeutung. Sie hat einen starken Einfluss auf die Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterzufriedenheit. Unternehmenskultur ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, sowohl für Profit als auch für Nonprofit-Organisationen. Aus diesem Grund möchten viele Unternehmen ihre Unternehmenskultur verändern und weiterentwickeln, um ein erfolgreiches Unternehmen zu sein. Aber warum ist das so? Was bedeutet Unternehmenskultur überhaupt und wodurch wird sie beeinflusst? Alle wichtigen Informationen zum Thema Unternehmenskultur gibt’s von uns.

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1. Definition von Unternehmenskultur

Was versteht man unter Unternehmenskultur?

Die Unternehmenskultur, im Englischen als Corporate Cultures bezeichnet, kann als Grundlage eines Unternehmens angesehen werden. Sie ist ein zentraler Treiber für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.

Um Unternehmenskultur wirklich verstehen zu können, muss man im Allgemeinen über Kulturkenntnisse und über kulturelle Faktoren verfügen. Unternehmenskultur bettet sich in ein komplexes kulturelles System aus Strukturen und Werten und entsteht durch das Zusammenwirken von Überzeugungen, Moral, Verfahren und Klima eines Unternehmens.

Unternehmenskultur - Hunderte Leute arbeiten am Laptop
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Unternehmenskultur
  • Meist handelt es sich dabei um ungeschriebene Verhaltensregeln, Werte und Normen, die im Laufe der Zeit zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Teil der Unternehmenskultur sind auch die Philosophie der Unternehmensleitung und die Haltung zur Belegschaft und zu den Kunden.
  • Ein Teil der Unternehmenskultur besteht auch aus der Architektur und der Büroeinrichtung
  • Die Unternehmenskultur erschließt sich eher einem neuen Mitarbeiter, als einem, der schon immer im Unternehmen tätig ist.
  • Die Digitalisierung macht auch vor der Unternehmenskultur nicht halt. So geht der Trend auch hier zu mehr Selbständigkeit, flexiblen Arbeitszeiten und arbeiten im Homeoffice, also insgesamt zu einem ausgewogeneren Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben.

Des Weiteren hat Unternehmenskultur einen großen Einfluss auf das Top Management, die Führungsebene, die Mitarbeitergewinnung und auch Mitarbeiterbindung.

Wissenschaftliches zur Unternehmenskultur: Edgar Schein wird als Vorreiter im Gebiet Unternehmenskultur angesehen und verbreitete in den 80er Jahren das heutige Verständnis von Organisationskultur. Ed Scheins Kulturebenen- Modell beschreibt die typische Organisationskultur. Es beinhaltet drei Ebenen der Unternehmenskultur, die unterschiedliche Standards beschreiben.

  • Die sichtbarste Ebene umfasst Artifakte und Verhaltensmuster, die interpretationsbedürftig sind.

  • Die teilweise Sichtbare und auch teilweise unbewusste Ebene umfasst die Werte und Normen.

  • Die unsichtbare und unbewusste Ebene umfasst die Grundannahmen. Zu den Grundannahmen zählen Faktoren wie Umwelt, menschliches Handeln, zwischenmenschliche Beziehungen und ein gewisses Verständnis von Wahrheit und Zeit.

Weitere bedeutende Wissenschaftler in diesem Gebiet sind Deal und Kennedy, die in ihrem Cultural Model die verschiedenen Kulturtypologien erklären.

2. Arten von Unternehmenskultur

Welche Arten von Unternehmenskultur gibt es?

Es gibt drei Formen von Unternehmenskultur: eine positive, eine negative und eine gleichgültige.

  • Der schlechteste Fall ist nicht, anders als man vielleicht vermuten würde, eine negative Unternehmenskultur, sondern eine gleichgültige Unternehmenskultur. Bei einer negativen Unternehmenskultur sind sich die Mitarbeiter, anders bei einer gleichgültigen Unternehmenskultur, darüber im Klaren, dass Veränderungen zum Positiven notwendig sind und der Wille zur Veränderung ist gegeben.

  • Ist bei einem Unternehmen bereits die Gleichgültigkeit eingezogen und es wird dort nur noch so gearbeitet, wie es schon immer gemacht wurde, wird eine positive Veränderung der Unternehmenskultur schwierig. Unter den Mitarbeitern wird sehr wahrscheinlich die Meinung vorherrschen, dass alles gut sei, wie es ist, weil es doch in den letzten Jahren prima funktioniert hat. Die Bereitschaft zur Veränderung wird vermutlich nicht vorhanden sein, so lange man sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruht. Dadurch werden Innovationen abgelehnt und die Wettbewerbsfähigkeit nimmt ab.

  • Werden in einer gleichgültigen Unternehmenskultur Verbesserungsvorschläge gemacht, werden diese häufig abgewiesen. Die Notwendigkeit zu Veränderungen wird nicht erkannt oder es wird nur das getan, was unbedingt notwendig ist, um das Geschäft am Laufen zu halten.

  • Herrscht in einem Unternehmen eine negative Unternehmenskultur, kommen häufig Konflikte zwischen den Mitarbeitern oder zwischen den Mitarbeitern und den Vorgesetzten vor oder es treten immer wieder Beschwerden auf.

  • Ist das Unternehmen innovationsfreudig, offen und die Mitarbeiter wissen, wofür sie ihren Job machen und sie machen ihn gerne, kann man von einer positiven Unternehmenskultur ausgehen. Eine positive Unternehmenskultur trägt zur Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterzufriedenheit bei.

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3. Einflussfaktoren

Welche Einflussfaktoren gibt es?

Wirtschaftliche, soziale und politische Kontexte haben einen Einfluss auf die Unternehmenskultur und -strategie von außen. Drei Beispiel sind:

  • Durch die Erhöhung des Renteneintrittsalters entstehen andere Herausforderungen an die Arbeitsplatzgestaltung aber auch an die Gesundheitsvorsorge. Der demografische Wandel geht aber auch damit einher, dass die Generationen Y und Z völlig andere Vorstellung von ihrer Arbeit haben und selbständiger und flexibler arbeiten möchten.

  • Durch die Globalisierung werden die wirtschaftlichen Verflechtungen immer komplexer und das Tempo der Veränderungen in sozialen, privaten und kulturellen Bereichen nimmt immer mehr zu.

  • Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Der Leistungsdruck nimmt immer mehr zu. Damit steigt häufig auch die körperliche bzw. psychische Belastung, wodurch sich negative gesundheitliche Folgen ergeben.

Mithilfe der Unternehmenskultur kann man einerseits die interne Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern verbessern und andererseits die externe Anpassungsfähigkeit verstärken. Des Weiteren wirkt sich die Unternehmenskultur auch auf das aktive und passive Verhalten der Mitarbeiter aus.

Weitere Einflussfaktoren, die sich außerdem auf das Unternehmensimage auswirken, sind:

  • Interne Kommunikation
  • Risikokommunikation
  • Organisationsentwicklung (organizational culture)
  • Skandale oder Krisen

4. Erfolgsfaktor Unternehmenskultur

Die aktuellen Trends der Unternehmenskultur gehen in Richtung einer positiven Unternehmenskultur. Die Führungsebenen versuchen die bestehende Kultur ihres Unternehmens zu einer besseren Unternehmenskultur zu verändern. Es ist nämlich bewiesen, dass sich eine positive Unternehmenskultur auf das Wohlbefinden, die Mitarbeitermotivation, -produktivität und den Erfolg des Unternehmens auswirkt. Eine gute und positive Unternehmenskultur verleitet die Mitarbeiter zu kreativem und innovativem Denken und verschafft mehr Energie bei der Arbeit. Auch die persönliche Entwicklung der Mitarbeiter kann durch eine positive Unternehmenskultur wachsen. Schwierigkeiten, die hinsichtlich einer Verbesserung von Unternehmenskultur jedoch aufkommen können, liegen in der Umsetzung.

Zitat von Fabrizio Perini
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Zitat zur Unternehmenskultur

Trotzdem sind sich viele Unternehmen sicher: eine neue Kultur oder ein kultureller Wandel gewährt ihnen einen nachhaltigen Erfolg. Um eine Unternehmenskultur nachhaltig positiv zu verändern, muss eine aktive Gestaltung und Umstrukturierung nicht nur seitens des Chefs passieren, sondern auch seitens der Mitglieder der Organisation. Gemeinsames Handeln stärkt nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern auch das Ergebnis. Hinsichtlich der Veränderung von Unternehmenskultur spielt das Change Management eine zentrale Rolle. Dort sollten die Stärken und Schwächen der gegenwärtigen Kultur identifiziert und Lösungs- und Verbesserungsvorschläge entwickelt werden.

Schwache Unternehmenskulturen sollen zu starken Kulturen optimiert werden. Zu einer schwächeren Kultur zählt, dass die Mitarbeiter unterschiedliche Vorstellungen oder Auffassungen der Unternehmensziele haben, kein Wir-Gefühl aufweisen oder der Kommunikationsfluss gestört ist.

5. Tipps für Bewerber

Bevor man sich für einen Job bewirbt, sollte man sich über die Unternehmenskultur und den Werten, die das Unternehmen mit sich bringt und vertritt, informieren. Sinnvoll ist es, sie im Vorfeld mit den eigenen persönlichen Werten, Zielen und Vorstellungen abzugleichen, um sich sicher zu sein, dass man zu dem Unternehmen passt. Ein Arbeitsplatz sollte nämlich so ausgerichtet sein, dass man sich dort wohlfühlen kann. Und das klappt am besten, wenn man sich mit der Unternehmenskultur identifizieren kann.

Jedes Unternehmen verfolgt eine andere Unternehmenskultur sowie jeder Mitarbeiter unterschiedliche Vorstellungen darüber hat. Während die einen den Fokus auf eine kollegiale und angenehme Atmosphäre im Unternehmen setzen, ist für andere die Identifikation mit der Mission und den Zielen des Unternehmens entscheidend.

Einer Studie zufolge, schneiden diese Unternehmen als die mit den besten Unternehmenskulturen ab:

Diese Werte sind den heutigen Mitarbeitern bei ihrer Arbeit besonders wichtig:

  • Gutes Arbeitsklima und Teamspirit
  • Freiraum und Eigenverantwortung
  • Gute Vergütung
  • Steile Lernkurve
  • Weiterbildungen und Aufstiegschancen
  • Transparenz
  • Flache Hierarchien
  • Team- und Firmenevents
  • Work-Life-Balance

Viele Unternehmen nutzen ihre Unternehmenskultur, um sich von anderen Unternehmen abzugrenzen und ihr Image als Arbeitgeber aufzuwerten. Das Stichwort hier ist Employer Branding und Corporate Identity. Jedes Unternehmen strebt an, ein attraktives Unternehmensimage zu erstellen und das geschieht mithilfe einer positiven und angenehmen Unternehmenskultur besonders gut. Das führt außerdem dazu, dass potentielle Bewerber, Kunden und Lieferanten auf das Unternehmen aufmerksam werden. Und das wirkt sich wiederum positiv auf den Unternehmenserfolg aus.

Unternehmen mit den besten Unternehmenskulturen

Auflistung Unternehmen mit bester Unternehmenskultur
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Beste Unternehmenskultur Unternehmen
  • Brain & Company
  • Stylight
  • IKEA
  • Google
  • Horváth & Partners
  • Zeb
  • GetYourGuide
  • PUMA Group
  • MHP-A Porsche Company
  • Procter & Gamble
  • McKinsey & Company
  • SAP
  • European Central Bank
  • Simon-Kucher & Partners

6. Zusammenfassung

Unternehmenskultur kann nur bedingt geschaffen werden. Sie entwickelt sich und ist von inneren und äußeren Einflüssen abhängig. Es gibt drei Arten der Unternehmenskultur, die positive, die negative und die gleichgültige, wobei die gleichgültige die schlechteste aller möglichen Unternehmenskulturen darstellt. Die Kultur eines Unternehmens ist meist durch einen Außenstehenden leichter zu erfassen als durch jemanden, der schon immer im Unternehmen tätig ist.

Der Trend zeichnet sich hinsichtlich einer freundlichen und positiven Unternehmenskultur ab. Dadurch, dass viele Bewerber bei der Unternehmenswahl besonders auf die Kultur eines Unternehmens achten und in einem attraktiven Unternehmen mit einer freundlichen Unternehmenskultur arbeiten möchten, verändern sich viele Betriebe und entwickeln sich weiter.

Quellen:

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