Sprachkenntnisse im Lebenslauf richtig angeben Einordnung, Tipps, Do´s and Dont´s

Internationalisierung und Globalisierung haben dazu geführt, dass Leben und Arbeiten ohne Englisch oder andere Fremdsprachenkenntnisse immer schwieriger werden.
Sprachkenntnisse im Lebenslauf
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 24.02.2020 | Aktualisiert am: 24.02.2020

Sprachkenntnisse - Einordnung, Tipps, Do´s and Dont´s

Die meisten Unternehmen arbeiten auf internationalen Märkten. Das führt dazu, dass in vielen Stellenanzeigen Englisch schon als Grundvoraussetzung ausgeschrieben ist. Je mehr Fremdsprachen du sprechen kannst, desto besser sind also deine Chancen, in internationalen Unternehmen Fuß zu fassen.

1. Sprachkenntnisse - Allgemeines

Englisch ist nicht gleich Englisch und Spanisch ist nicht gleich Spanisch. Um im Bewerbungsverfahren unter den anderen Bewerbern aufzufallen, ist ein aussagekräftiger Lebenslauf mit das Wichtigste. Sprachkenntnisse dürfen in diesem Lebenslauf nicht fehlen. Bevor du aber einfach irgendetwas hinschreibst, ohne dir große Gedanken darüber zu machen, solltest du dir bewusst sein, dass Sprachen sehr wichtig sind und zu einer Zu- bzw. Absage führen können. Auch bloße Aufzählungen deiner Sprachlichen Fähigkeiten kommen nicht gut. Wir zeigen dir, wie du deine Skills richtig und aussagekräftig feststellen und in deinem Lebenslauf darstellen kannst.

Bei der Ermittlung deiner Sprachkenntnisse kommt es nicht darauf an, wie lange du eine Sprache sprichst, sondern wie gut deine Kenntnisse sind. Grundsätzlich gilt: Je mehr Sprachen du sprichst, desto besser. Gerne gesehen sind auch sogenannte Sprachzertifikate.

Deinen Lebenslauf solltest du nach den Anforderungen der Stellenangebote gestalten. Bewirbst du dich auf Stellen im Ausland oder auch auf Stellen in deutschen, international handelnden Unternehmen sind die Anforderungen der Unternehmen was Sprachen angeht meistens sehr hoch.

Was die Betriebe fordern siehst du auf einen Blick in der Stellenanzeige durch diese Angaben:

  • sehr gute Kenntnisse in Englisch und Deutsch
  • fließendes Englisch in Wort und Schrift wird vorausgesetzt
  • Verhandlungssichere Englisch und Spanisch Kenntnisse setzen wir voraus

Auf Stellen mit konkreten Anforderungen, solltest du dich auch nur bewerben, wenn du diese Sprachen flüssig und sicher sprechen kannst.

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2. Sprachniveau bestimmen

Wie gut du eine Fremdsprache sprichst, lässt sich anhand verschiedener Klassifizierungen ablesen. Dafür musst du dein Sprachniveau selbst einschätzen können. Das heißt Du musst in der Lage sein deine Kenntnisse bewerten zu können, ohne sich dabei unter Wert zu verkaufen oder zu übertreiben. Schau dir dazu unsere Einteilungen genau an und stelle dein Niveau fest.

Sprachniveau klassisch bestimmen

Ziel ist es deine Fremdsprachenkenntnisse in deinem Lebenslauf gut zu präsentieren und den Unternehmen einen möglichst genauen Überblick über deine Sprachlichen Kenntnisse zu verschaffen. Wir zeigen dir verschiedene Möglichkeiten und Formulierungen für eine gute Darstellung im Lebenslauf. Um deinen Worten etwas mehr Ausdruck zu verleihen, kannst du Ausführungen wie „in Wort und Schrift, fließend in Wort und Schrift oder nur fließend“ miteinbringen. Das kann dann so aussehen:

  • Verhandlungssicheres Englisch in Wort und Schrift
  • Grundkenntnisse in Spanisch

Beliebt sind bis heute die folgenden Redewendungen:

  • Schulkenntnisse / Grundkenntnisse:

    Du beherrschst die wichtigsten Vokabeln für den Alltäglichen Gebrauch. Die meisten Wörter sind noch aus deiner Schulzeit hängen geblieben. Wenn du dich selbst vorstellen kannst oder nach dem Weg fragen kannst besitzt du die grundlegenden Kenntnisse einer Sprache. Teilweise verstehst du auch langsam Gesprochene Texte und kannst Gespräche verstehen.

  • Gute Kenntnisse:

    Konversation ist hier das Schlagwort. Deine Kenntnisse gehen über ein bisschen Smalltalk hinaus. Du verstehst Gespräche und kannst dich sicher Verständigen. Auch Telefonate sind für dich kein Problem jedoch fehlt es dir schriftlich noch an Erfahrung.

  • Sehr gute Kenntnisse:

    Fachlich Hochwertige oder komplizierte Texte sind für dich genauso wenig ein Problem wie das Führen von Diskussionen oder Verhandlungen. Mit sehr guten Kenntnissen kannst du dich ohne Probleme austauschen und das sogar mit Muttersprachlern.

  • Verhandlungssicher:

    Wie ein Profi! Du sprichst und schreibst fließend in der Sprache und kannst dich sicher und wortgewandt ausdrücken, ohne nach den passenden Vokabeln suchen zu müssen. Sei es bei Beruflichen Verhandlungen oder Privat Gesprächen, du kommst nicht ins Stocken. Verhandlungssicherheit kommt in den meisten Fällen von längeren Auslandsaufenthalten oder einem Anderssprachigen Umfeld.

  • Muttersprache:

    Vorsicht! Du solltest Muttersprachen nur angeben, wenn es wirklich die Sprache ist, mit der du aufgewachsen bist. Die einzigen Ausnahmen sind Formulierungen wie „Muttersprachliches Niveau“ und das auch nur bei ausgezeichneten, fehlerfreien Fähigkeiten durch langjähriges Leben im Ausland.

Sprachniveau nach Europass bestimmen

Der Europass Sprachenpass: Bedeutet eine einheitliche Bewertung von Sprachtests. Durch Sprachtests erhältst du zum Abschluss ein Sprachzertifikat. Durch diese Zertifikate können Unternehmen deine Kenntnisse besser einschätzen und die Bewerber vergleichen. Zertifikate sind besonders von Vorteil für englische Lebensläufe bzw. Bewerbungen im Ausland. Denn der Europass ist eine allgemeine Einteilung, die im Europäischen Referenzrahmen gleichermaßen anerkannt wird. Außerdem klingt eine Einstufung deiner Kenntnisse durch den Europass professioneller und ist nebenbei noch aktueller als die üblichen Redewendungen.

Für den Sprachenpass werden die Fähigkeiten in sechs Einstufungen eingeteilt. Die Sprachkenntnisse werden in den Bereichen Verstehen, Sprechen und Schreiben bewertet. Auch hier musst du deine Kenntnisse selbst einschätzen. Die sechs Stufen werden nochmal in drei Abstufungen unterschieden. Von dem Bereich A worunter vor allem Anfänger gezählt werden bis zum Unterpunkt C für Verhandlungssichere Experten.

  • A1 und A2: Elementare Sprachverwendung
  • B1 und B2: Selbständige Sprachverwendung
  • C1 und C2: Kompetente Sprachverwendung
Elementare Sprachanwendung

Elementare Sprachanwendung

Einstufung Erklärung
A1

Kann vertraute, alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden, die auf die Befriedigung konkreter Bedürfnisse zielen. Kann sich und andere vorstellen und anderen Leuten Fragen zu ihrer Person stellen - z. B. wo sie wohnen, was für Leute sie kennen oder was für Dinge sie haben - und kann auf Fragen dieser Art Antwort geben. Kann sich auf einfache Art verständigen, wenn die Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner langsam und deutlich sprechen und bereit sind zu helfen.

A2

Kann Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen (z. B. Informationen zur Person und zur Familie, Einkaufen, Arbeit, nähere Umgebung). Kann sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen, in denen es um einen einfachen und direkten Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Dinge geht. Kann mit einfachen Mitteln die eigene Herkunft und Ausbildung, die direkte Umgebung und Dinge im Zusammenhang mit unmittelbaren Bedürfnissen beschreiben.

Selbstständige Sprachanwendung

Einstufung Erklärung
B1

Kann die Hauptpunkte verstehen, wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht. Kann die meisten Situationen bewältigen, denen man auf Reisen im Sprachgebiet begegnet. Kann sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete äußern. Kann über Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben und zu Plänen und Ansichten kurze Begründungen oder Erklärungen geben.

B2

Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.

Kompetente Sprachanwendung

Einstufung Erklärung
C1

Kann ein breites Spektrum anspruchsvoller, längerer Texte verstehen und auch implizite Bedeutungen erfassen. Kann sich spontan und fließend ausdrücken, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen. Kann die Sprache im gesellschaftlichen du beruflichen Leben oder in Ausbildung und Studium wirksam und flexibel gebrauchen. Kann sich klar, strukturiert und ausführlich zu komplexen Sachverhalten äußern und dabei verschiedene Mittel zur Textverknüpfung angemessen anwenden.

C2

Kann praktisch alles, was er / sie liest oder hört, mühelos verstehen. Kann Informationen aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen zusammenfassen und dabei Begründungen und Erklärungen in einer zusammenhängenden Darstellung wiedergeben. Kann sich spontan, sehr flüssig und genau ausdrücken und auch bei komplexen Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen.

Kleiner Tipp: Sprachzertifikate kannst du an jeder Universität oder Hochschule bekommen, du kannst aber auch unabhängig von Studium oder Beruf an Sprachtests teilnehmen. Wir zeigen dir welche Tests für dich in Frage kommen:

  • TOEFL-Test für Englisch
  • Cambridge Certificates für Englisch
  • DALF / DELF für Französisch
  • DELE für Spanisch
  • TELC für viele verschiedene europäische Sprachen wie Italienisch oder Spanisch

3. Darstellung im Lebenslauf

Sobald du deine Skills eingeschätzt hast gilt es diese im zweiten Schritt positiv im Lebenslauf darzustellen. Dafür solltest du einen eigenen Unterpunkt „Sprachkenntnisse“ in deinem Lebenslauf einbringen. Üblicherweise findet man den Punkt im unteren Bereich tabellarischer Lebensläufe. Unter diesem Punkt erwähnst du die Sprache und dein ermitteltes Sprachniveau:

  • Englisch, Niveau C1
  • C1, Verhandlungssichere Englischkenntnisse
  • Englisch B2

Wenn ihr es ganz ausführlich aufschreiben wollt, könnt ihr noch miteinbringen wodurch ihr die Sprache erlernt habt:

  • Englisch, Niveau C1, durch zweijährigen Auslandsaufenthalt
  • B1, Spanisch, durch sechsmonatiges Auslandssemester

4. Do's and Don'ts

Do’s: Tipps und Tricks, die du anwenden kannst, um deine Kenntnisse optimal darzustellen, findest du hier.

  • Einzelner Unterpunkt für Sprachen: Ein übersichtlicher Lebenslauf sieht immer besser aus. Die Unternehmen sehen die Kenntnisse dann auf den ersten Blick. Führe deine Sprachen unter einem extra Punkt „Sprachliche Kenntnisse“ oder „Sprachkenntnisse“ auf.
  • Der wichtigste Punkt, an den du dich halten solltest, ist eine realistische Einschätzung deiner Kenntnisse.
  • Alle Sprachkenntnisse angeben. Auch wenn du in einer Sprache nur die knappen Grundkenntnisse aufweisen kannst, solltest du sie auf jeden Fall in deinen Lebenslauf eintragen. Fremdsprachen zu sprechen bzw. zu verstehen schadet nie!
  • Achte auf die sprachlichen Voraussetzungen der Stellenanzeigen. Am besten orientierst du dich an den geforderten Sprachen der Stellenausschreibung und überträgst diese in deinen Lebenslauf.
  • Sprachzertifikate kommen immer gut an. Wenn du im Studium oder nebenbei noch zusätzliche Sprachkurse besuchst, erhältst du ein Sprachzertifikat. Das solltest du in deinem Lebenslauf unbedingt erwähnen. Zertifikate oder Abschlüsse werden in runden Klammern hinter die entsprechende Sprache geschrieben.
  • Du kannst jederzeit Sprachzertifikate an Universitäten oder Volkshochschulen nachholen und dich weiterbilden.
  • Bei der Einschätzung deines Fähigkeitsniveaus solltest du dich im Zweifelsfall für das bessere Niveau entscheiden, denn alle anderen Bewerber werden auch versuchen sich bestmöglich darzustellen.
  • Längere Auslandsaufenthalte solltest du auf jeden Fall erwähnen.

Don'ts: Die folgenden Punkte solltest du beachten, um dich nicht negativ darzustellen und um deine Chancen auf eine Stelle zu erhöhen.

  • Ganz wichtig: Keine Überschätzten oder falschen Angaben machen, denn das fällt immer auf. Spätestens beim Vorstellungsgespräch oder telefonischen Interviews wird auffallen, dass du die Anforderungen nicht erfüllen kannst. Viele Arbeitgeber werden dich testen und beispielsweise im Vorstellungsgespräch einfach in eine andere Sprache wechseln.
  • Sprachen die nicht explizit in der Stellenausschreibung gefordert sind, solltest du nicht in dein Anschreiben einbringen bzw. nicht speziell herausheben.
  • Verzichte auf tote Sprachen: Sprachen die nicht mehr gesprochen werden solltest du nicht in deinem Lebenslauf aufführen. Zum Beispiel: Altgriechisch oder Latein.

5. Fazit

Um sich im Bewerbungsverfahren einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern zu verschaffen, ist es wichtig seine Sprachlichen Kenntnisse optimal einzuschätzen und darzustellen. Das wichtigste haben wir dir nochmal zusammengefasst.

  • Englischkenntnisse werden heute von den meisten Unternehmen vorausgesetzt.
  • Gute Fremdsprachenkenntnisse verschaffen dir einen Vorteil im Bewerbungsverfahren.
  • Dein Sprachniveau lässt sich auf klassische Weise und nach dem Europass in verschiedene Klassen einteilen.
  • Deine Sprachlichen Fähigkeiten werden im Lebenslauf unter einem eigenen Punkt „Sprachliche Kenntnisse“ aufgeführt.
  • Bei deiner Einschätzung der Kenntnisse nicht übertreiben oder falsche Angaben machen.
  • Falsche Angaben fallen früher oder später immer auf.

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Quellen:

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