Ergonomie am Arbeitsplatz verbessern Tipps für mehr Gesundheit und Ergonomie am Arbeitsplatz

Den ganzen Tag sitzt Du am PC und tippst oder telefonierst wild vor dich hin. Am Abend dann die Retour: Rück- und Nackenschmerzen! Das muss nicht sein, mit einfachen Übungen kannst du dies vermeiden. Das Zauberwort dafür lautet: Ergonomie.
Ergonomie am Arbeitsplatz
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 11.12.2017 | Aktualisiert am: 03.04.2019

Bei der Ergonomie im Büro geht es nicht nur um wichtige Aspekte wie die richtige Sitzhaltung oder den passenden Schreibtisch. Es spielen dabei noch ganz andere Dinge wie z. B. Lichtverhältnisse, technische Geräte und auch die Arbeitsinhalte, das Arbeitsumfeld und die Arbeitsorganisation eine Rolle. Auf was du im Einzelnen achten musst, haben wir für dich recherchiert.

1. Welches Ziel verfolgt Ergonomie?

Ergonomie beschreibt generell die Gesetzmäßigkeiten menschlicher Arbeit. Sie verfolgt das Ziel, möglichst optimale Arbeitsbedingungen herzustellen und somit die körperliche und geistige Gesundheit des Mitarbeiters zu fördern und zu erhalten. Für die Arbeitgeber ist Ergonomie insoweit interessant, als dass gesunde und zufriedene Mitarbeiter mehr leisten können. Die höheren Fehlzeiten können dank ergonomisches arbeiten verringert werden. Ergonomie dient also nicht nur dem Wohlbefinden sondern verhilft auch zu besseren Arbeitsergebnissen.

Definition Ergonomie:Der Begriff der Ergonomie wird laut Duden wie folgt beschrieben:Wissenschaft von den Leistungsmöglichkeiten und -grenzen des arbeitenden Menschen sowie von der optimalen wechselseitigen Anpassung zwischen dem Menschen und seinen Arbeitsbedingungen.

2. Rechtliche Rahmenbedingungen

Weil auch der Gesetzgeber erkannt hat, dass miese Arbeitsbedingungen krank machen, gibt es eine Reihe von gesetzlichen Vorgaben, in denen geregelt ist, wie ein Arbeitsplatz und das Drumherum auszusehen haben, Die Beurteilung der Arbeitsbedingungen werden mit folgenden Gesetze festgehalten:

  • Arbeitsschutzgesetz ( ArbSchG): § 3 Grundpflichten des Arbeitgebers (1) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.

  • Arbeitsstättenverordnung ( ArbStättV): § 3a Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten (1) Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Arbeitsstätten so eingerichtet und betrieben werden, dass Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten möglichst vermieden und verbleibende Gefährdungen möglichst gering gehalten werden.

  • Bildschirmarbeitsverordnung ( BildscharbV): Achtung: Im Dezember 2016 hat das Bundesarbeitsministerium (BMAS) die Novellierung der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) durchgesetzt. Daraus folgt, dass die bis dahin bestehende Bildschirmarbeitsverordnung als alleinige Verordnung außer Kraft tritt und in die ArbStättV eingefügt wird.

3. Was macht einen ergonomischen Arbeitsplatz aus

Die größte Bedeutung an einem ergonomischen Arbeitsplatz kommen dem Schreibtisch und Bürostuhl zu, gefolgt von, Monitoren und all dem anderen Kram. Wichtig sind im Detail insbesondere:

3.1 Ergonomischer Arbeitsplatz: Der Bürostuhl

Schaubild: Ergonomisch korrekt am Schreibtisch sitzen
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Schaubild: Ergonomisch korrekt am Schreibtisch sitzen
  • Der optimale Bürostuhl lässt sich in Höhe und Neigung individuell anpassen und ermöglicht wechselnde Arbeitshaltungen.
  • In der optimalen Sitzposition liegen die Oberschenkel waagerecht auf der Sitzfläche auf, die Sitzkante drückt nicht in die Kniekehlen, die Beine sind nahezu im 90 Grad angewinkelt, der sogenannte rechte Winkel und die Fußsohlen berühren vollständig den Boden.
  • Die Rückenlehne sollte stufenlos verstellbar sein und mindestens 20 Zentimeter bis zu den Schulterblättern reichen. Auf Höhe der Lendenwirbel verfügt sie über einen sogenannten Lendenbausch, eine Innenwölbung der Lehne. Wenn du dich anlehnst, sollten deine Oberschenkel noch mindestens 5 Zentimeter über die Kante hinausragen.
  • Über deinen Oberschenkeln sollten noch ca. 10 cm Platz bis zur Tischplatte sein.
  • Die Sitzhöhe liegt im Bestfall zwischen 42 und 53 Zentimetern, die Sitzbreite zwischen 40 und 48 Zentimetern.
  • Mit einem ergonomischen Bürostuhl kann man gesundheitlichen Problemen vorbeugen und so auch gesünder sitzen und gesünder arbeiten.
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3.2 Ergonomischer Arbeitsplatz: Der Schreibtisch

Die Schreibtischhöhe sollte an die Körpergröße angepasst sein und 19 bis 28 Zentimeter über der Sitzfläche liegen. Der Schreibtisch sollte mindestens 80 Zentimeter tief und 160 Zentimeter breit sein. Wenn er weniger als 80 cm tief ist, darf er nur als Ablagefläche dienen.

Bei normaler Sitzhöhe sollten deinen Schultern hängen und die Arme waagerecht auf dem Tisch aufliegen.

Unter der Tischplatte sollte sich nichts befinden, woran du dir die Beine anhauen und dich daran verletzen kannst. Du solltest deine Beine auch bewegen können, ohne sie in Kabeln zu verwirren.

Für einen höhenverstellbaren Schreibtisch sprechen viele Gründe. Das Arbeiten im Stehen wird möglich und so kann man lange Zeit im Stuhl umgehen. Gute Ergonomische Positionen und Haltungen können eingenommen werden.

3.3 Ergonomischer Arbeitsplatz: Der PC

  • Hast du nur einen Monitor, sollte er möglichst groß sein, 24 Zoll aufwärts. Wenn du zwei oder mehr Bildschirme hast, sollten sie ebenfalls nicht zu klein sein. Außerdem sollten sie vom selben Typ sein, um die Augen zu entlasten.
  • Auf den Bildschirmen dürfen keine Reflexionen entstehen, z. B von einem Fenster.
  • Der Abstand zwischen deinen Augen und dem Monitor muss 50 bis 70 cm betragen.
  • Wenn du die erste Zeile auf deinem Bildschirm liest, siehst du leicht nach unten.
  • Wenn deine Hände auf der Tischplatte aufliegen, haben deine Finger noch mindestens 10 cm Abstand zur Tastatur.
  • Deine Maus ist ergonomisch geformt und an liegt gut in deiner Hand. Das beugt einem Mausarm vor.
  • Außerdem sollte der Einsatz von Unterarmstützen und Handballenauflagen möglich sein.
  • Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz ist sehr zu empfehlen.

3.4 Ergonomischer Arbeitsplatz: Das Licht

  • Der Arbeitsplatz im Büro muss Tageslicht haben.
  • Im Idealfall ist der Raum mit direkter und indirekter warmer Beleuchtung ausgestattet.
  • Auf die Tastatur bzw. den Arbeitsbereich sollten keine Schatten fallen.
  • Ein eher dunkler Bildschirm sollte nicht vor einem hellen Fenster stehen, ebenso sollten durch reflektierende Gegenstände keine Blendeffekte entstehen.

3.5 Ergonomischer Arbeitsplatz: Das Büro

  • Natürlich solltest du dich mit deinem Stuhl drehen und auch umherrollen und aufstehen können, ohne dass du irgendwo anstößt.
  • Die Temperatur sollte mindestens 20 Grad, besser 22 Grad betragen und die Luftfeuchtigkeit sollte bei 40 bis 60 Prozent liegen.
  • Zudem sollte die Möglichkeit bestehen, den Raum richtig zu lüften, also die Fenster weit zu öffnen.
  • Lärmschutz ist ein sehr wichtiger Punkt. Der Lärmpegel sollte an einem Büroarbeitsplatz nicht über 55 Dezibel liegen. Bereits geringer Lärm erzeugt Stress und beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit.

Wenn du die Ergonomie am Arbeitsplatz beachtest und auch gegenüber deinem Arbeitgeber darauf bestehst, dass die Regeln eingehalten werden, tust du deiner Gesundheit einen großen Gefallen. Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz ist nicht nur eine Annehmlichkeit, sondern etwas, wofür dein Arbeitgeber sorgen muss und auch in seinem eigenen Interesse sorgen sollte. Immerhin ist erwiesen, dass eine angenehme Arbeitsatmosphäre die Produktivität steigert.

4. Gesund am Arbeitsplatz

Falsches Sitzen kann am nächsten Tag zu Rückenschmerzen führen. Dank dem richtigen Sitzen und der guten Ergonomie kann man fit und gesund bleiben. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement kann eingeführt werden und in erster Linie sollte die körperliche Belastung reduziert werden.

Schmerzen jeglicher Art sind sehr oft psychisch belastend. Ein paar kleine Übungen zwischendurch verhelfen zur Schmerzlinderung. Man kann dann pro Tag 5 Minuten lange Übungen machen, dafür kann man den Arbeitsplatz nutzen. Dabei werden die Muskeln gedehnt und die Schmerzen bleiben am Feierabend weg.

Das folgende Schaubild zeigt dir, welche Summe an Verluste für Unternehmen entsteht und das nur durch Rückenschmerzen und andere Krankheiten.

Entstandener Verlust durch Rückenschmerzen:
0€
Muskel & Skelett-Erkrankungen:
0€
Atemwegs-erkrankungen:
0€
Psychische Erkrankungen:
0€
Verletzungen:
0€
Krankheiten der Verdauung:
0€
Herz-Kreislauferkrankungen:
0€
Übrige Krankheiten:
0€

... seitdem diese Seite aufgerufen wurde.

Noch mehr Fakten und die Quellen gibt es in der ganzen Infografik.


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