Einstiegsgehalt nach dem Studium Deine Verdienstmöglichkeiten beim Karrierestart.

Dein Einstiegsgehalt ist von sehr vielen Faktoren abhängig. Welche genau das sind und wie viel du als Berufsanfänger verdienen kannst, erfährst du hier. Das Gehalt als Absolvent kann sehr stark variieren, je nach Abschluss und Arbeitgeber. Wir geben dir eine Übersicht über alle Einflussfaktoren.

Einstiegsgehalt nach dem Studium

Als Einstiegshalt wird das Gehalt bezeichnet, das du in deinem ersten Job nach deinem Studien- oder Ausbildungsabschluss bekommst. Es kommt aber auch vor, dass das erste Gehalt nach einem Jobwechsel ebenfalls Einstiegsgehalt genannt wird. Was du bei deinem Karrierestart oder einen Jobwechsel beachten musst und wie viel du wo verdienen kannst, haben wir für dich recherchiert.

1. Höhe des Einstiegsgehalts und Erhöhungen – Wie viel bin ich wert?

Wie hoch ein Einstiegsgehalt ausfällt, hängt häufig von vielen verschiedenen Faktoren ab und muss dann individuell, am besten bereits im Vorstellungsgespräch, verhandelt werden, es kann aber auch beispielsweise in einem Tarifvertrag klar geregelt sein. Im Falle eines geltenden Tarifvertrags ist von vornherein klar geregelt, wie schnell dein Einstiegsgehalt in welcher Höhe steigt. Meist sind diese Steigerungen abhängig von deinem Alter und der Anzahl der Arbeitsjahre im Unternehmen. Wenn du dein Einstiegsgehalt und zeitgebundene Erhöhungen verhandelt hast, werden diese im Arbeitsvertrag festgehalten. Es empfiehlt sich, bereits vor dem Vorstellungsgespräch Informationen zum üblichen Einstiegsgehalt im jeweiligen Job zu recherchieren. Dabei wirst du zuerst in Erfahrung bringen, ob in deinem neuen Job ein Tarifvertrag greift oder nicht. Bei der weiteren Recherche solltest du dir Informationen zu Sonderleistungen aneignen, wie z. B. in Form von

  • Zuschlägen
  • vermögenswirksamen Leistungen
  • Firmenwagen
  • Fortbildungsmaßnahmen oder
  • Bildungsurlaub

Vor allem wird dich die Recherche aber davor bewahren, völlig unrealistische Gehaltswünsche zu äußern, weil du deinen Marktwert nicht kennst. Bei der Verhandlung solltest du aber immer beachten, dass dein Einstiegsgehalt immer die Grundlage für prozentuale Gehaltserhöhungen ist. Wer mit einem niedrigeren Gehalt startet, bekommt kleinere Gehaltserhöhungen.

2. Wie kannst du Einstiegsgehälter richtig vergleichen?

Meist werden Brutto-Monatsgehälter und keine Jahresgehälter ausgehandelt. Es macht also einen erheblichen Unterschied, ob dein Arbeitgeber 12, 13 oder sogar 14 Monatsgehälter zahlt. Bei einem Monatsgehalt von 3.500 Euro bekommt man im Jahr brutto z. B.

  • bei 12 Monatsgehältern: 42.000 Euro
  • bei 13 Monatsgehältern: 45.500 Euro
  • bei 14 Monatsgehältern: 49.000 Euro

Bei deinen Vergleichen solltest du außerdem (tarifliche) Sonderzahlungen mit einbeziehen. Das können z. B. sein:

  • Zuschläge
  • vermögenswirksame Leistungen
  • Bildungsurlaub
  • Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen

3. Wie lange gilt ein Einstiegsgehalt und was kommt danach?

Wenn du schon einige Zeit in einem Beruf tätig bist, kannst du deinen Chef um eine Gehaltserhöhung bitten. Dabei sind gute Argumente wie

  • gute Zeugnisse
  • Weiterbildungen
  • gute Arbeitsergebnisse
  • Lob von Kollegen und/oder Vorgesetzten

besonders wichtig. Außerdem musst du auf dein Timing achten. Im besten Fall machst du einen Termin aus, um mit deinem Chef über deine Gehaltserhöhung zu sprechen. Ihn einfach damit zu überfahren oder ihn im unpassenden Moment anzusprechen, kann dich viel Geld kosten. Auch wenn dein Chef eine Gehaltserhöhung zum gegenwärtigen Zeitpunkt ablehnt, verliere nicht den Mut. Gibt ihm einige Monate Zeit und sprich ihn wieder an! So bekommt er die Möglichkeit, sich ein besseres Bild von dir zu machen und seine Entscheidung zu überdenken.

4. Abschlussabhängige Einstiegsgehälter

Natürlich kommt es bei der Höhe deines Einstiegsgehalts auch auf die Art deines Abschlusses an. Im Normalfall ist es so, dass das Jahresbruttogehalt von Nicht-Akademikern sehr deutlich unter dem von Akademikern liegt. Die Investition in die eigene Bildung, um einen höheren Abschluss zu erlangen, erhöht also die Chancen auf ein hohes Gehalt.

Mit einem Bachelor-Abschluss startest du zwar früher ins Berufsleben, als wenn du noch ein Masterstudium absolvierst, aber dein Einstiegsgehalt wird höchstwahrscheinlich geringer ausfallen. Es ist allerdings auch so, dass die Gehälter meist mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit steigen. Ein Universitätsabschluss wird von vielen Fällen mit einem höheren Einstiegsgehalt belohnt als der von einer Fachhochschule. Ein dualer Studiengang, bei dem du während des Studiums viele praktische Erfahrungen sammelst, verschafft dir meist auch ein höheres Einstiegsgehalt. Insgesamt kommt es in den letzten Jahren weniger auf deine Abschlussnote an, sondern vielmehr auf deine Berufserfahrung und deine Flexibilität. Du kannst dir also schon während deines Studiums einen guten Start ins Berufsleben mit einem angenehmen Einstiegsgehalt erarbeiten, indem du neben deinem Studium Praktika absolvierst, fachbezogene Studentenjobs annimmst oder ein Auslandssemester einschiebst. Durch ein Auslandssemester signalisierst du Arbeitgebern, dass du mit großer Wahrscheinlichkeit weltoffen, flexibel mutig bist und mindestens eine Fremdsprache sehr gut beherrschst.

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5. Branchenbedingte Einstiegsgehälter

Einstiegsgehälter unterscheiden sich je nach Branche unter Umständen stark. Das solltest du bereits bei der Wahl deines Studiengangs beachten. Hast du beispielsweise ein MINT-Studium abgeschlossen, kannst du mit einem relativ hohen Einstiegsgehalt rechnen. Außerdem wirst du hier wahrscheinlich schnell einen Job finden, da ausgebildete Fachkräfte gesucht werden. Wenn du ein Studium der Geistes- oder Sozialwissenschaften, in den Bereichen Medien, Design oder Tourismus absolviert hast, stehen deine Chancen auf ein hohes Einstiegsgehalt eher schlecht und auch die Zahl der offenen Stellen ist meist überschaubar. Die Topverdiener unter den Berufseinsteigern sind unter den Medizinern und Juristen zu finden. In diesen Bereichen sind die höchsten Einstiegsgehälter zu erwarten. Die Grundgehälter von Assistenzärzten sind im Tarifvertrag klar geregelt. Dazu kommen außerdem noch Zuschläge für Bereitschaftsdienste, Nacht- oder Wochenendarbeit und Dienste an Feiertagen, aber auch entsprechend lange Arbeitszeiten und hohe Wochenstundenzahlen. Bei den Juristen verdienen besonders die Spitzenabsolventen sehr üppig.

Weitere gut bezahlte Branchen sind:

  • der Bankensektor
  • die Automobilindustrie oder
  • die Pharmabranche

6. Welchen Einfluss hat das Unternehmen auf das Einstiegsgehalt?

Die Größe eines Unternehmens spielt bei der Höhe des Einstiegsgehalts eine große Rolle. Große Konzerne können häufig einfach mehr zahlen als kleinere Unternehmen. Bei Unternehmen mit deutlich unter 500 Mitarbeitern ist das Gehalt bis zu 20 % niedriger als bei vergleichbaren Positionen in Großunternehmen.

7. Regionen: Wo bekomme ich das höchste Einstiegsgehalt?

Einstiegsgehälter hängen auch vom Standort des Unternehmens ab. In Großstädten bekommst du oft ein höheres Gehalt als auf dem Land, da die Lebenshaltungskosten hier auch deutlich höher sind. Akademische Berufseinsteiger verdienen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt in Baden-Württemberg gut 7,5 % mehr. In Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wird meist weniger als im Bundesdurchschnitt verdient. In Großstädten oder Ballungszentren wie München und Frankfurt kann ein Einstiegsgehalt auch mal 20 % über dem Bundesdurchschnitt liegen, während es in ländlichen Gebieten oder Ostdeutschen Städten bis zu 25 % darunter liegen kann. Deutlich mehr Gehalt ist in der Schweiz drin. Auch hier sind die Einkommen je nach Region unterschiedlich. Im Groben kann man sagen, dass jemand, der in Deutschland 50.000 EUR verdient, in der Schweiz 35 bis 70 % mehr verdienen wird. Aber auch hier gilt wieder: Die Lebenshaltungskosten sind in der Schweiz erheblich höher als in Deutschland. Auch kann z. B. der Urlaubsanspruch in der Schweiz deutlich geringer sein.

8. Welchen Einfluss hat die Universität bzw. Hochschule auf das Einstiegsgehalt?

Die Universität und der erreichte Abschluss haben besonders zu Beginn der Karriere einen großen Einfluss auf das Gehaltsniveau. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines Bachelor-Absolventen kann durchaus 25 % niedriger ausfallen als das eines promovierten Berufsstarters. Dieser Vorsprung kann aber durchaus bei gutem Karriereverlauf im Laufe von 5-10 Jahren eingeholt werden. Die besuchte Universität hat in Deutschland im Vergleich zu beispielsweise Frankreich oder den USA einen geringen Einfluss auf das Einstiegsgehalt. Der Abschluss einiger weniger Universitäten bringt jedoch besonders gute Chancen auf ein hohes Einstiegsgehalt mit sich.

Dein Einstiegsgehalt ist von sehr vielen Faktoren abhängig. Informiere dich genau, wie die gängigen Konditionen in deiner Brache und der gewählten Region sind. Einfach eine willkürliche Summe zu fordern, ist nicht besonders clever.

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