Gehalt als Werkstudent - mit welcher Entlohnung kannst Du rechnen

Es gibt gute Gründe einen Job als Werkstudent während der Uni oder FH-Zeit anzunehmen. Was ein Werkstudent ist und welche Vor- und Nachteile es gibt findest Du in unserem Karriereguide-Artikel: Was ist ein Werkstudent? In diesem Artikel hier klären wir im Detail, wie es mit dem Gehalt eines Werkstudenten und der Entlohnung ausschaut. Darüber hinaus informieren wir Euch über den Urlaub für Werkstudenten, die Lohnsteuer, gesetzliche Krankenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung und wie es sich mit dem Gehalt für Werkstudenten und dem BAföG verhält. Wenn Du Kindergeld oder Waisenrente erhältst haben wir ebenso ein paar Hinweise für Dich.

Themenüberblick: Gehalt als Werkstudent

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Gehalt-Werkstudent

Alle Informationen - rundum das Gehalt von Werkstudenten / Working Student

Neben viel Praxiserfahrung, einen guten Eindruck, Einblicke in vielleicht spannende Arbeitgeber und tolle Herausforderungen gibt es bei jedem Werkstudentenjob nicht selten gutes Geld zu verdienen. Das Gehalt als Werkstudent oder allgemein die Gehälter von studentischen Hilfskräften können sehr variieren. Mit welchem Gehalt pro Stunde kannst du rechnen und worauf musst du achten, wenn es um deine Lohnsteuer, Krankenversicherung oder Rentenversicherung geht? Und was hat der Mindestlohn für studentische Hilfskräfte, der Mindestlohn im Praktikum mit dem Gehalt als Werkstudent zu tuen. Wir geben Dir die besten Tipps rund ums Gehalt von Werkstudenten.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Überblick Gehalt als Werkstudent
  2. Wie viel kann ein Werkstudent verdienen?
  3. Haben Werkstudenten Anspruch auf Urlaub?
  4. Kann man als Werkstudent noch einen Nebenjob annehmen?
  5. Lohnsteuer als Werkstudent
  6. Krankenversicherung für Werkstudenten
  7. Rentenversicherung und weitere Sozialversicherung als Werkstudent
  8. Werkstudentenjob und BAföG
  9. Werkstudentenjob und Kindergeld
  10. Entgeltfortzahlung und Krankengeld für Werkstudenten
  11. Werkstudentenjob und Waisenrente

Welcher Student kennt das nicht? Das Kindergeld und BAföG ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel, die Reserven sind aufgebraucht und die Oma kann man auch nicht ständig anhauen. Entweder musst du Geld sparen oder es muss unbedingt ein Werkstudenten-Job neben Uni oder FH her! Wie hoch kann dein Gehalt als Werkstudent sein, was erwartet dich rechtlich und was musst du sonst noch beachten? Erfahre es hier!

1. Gehalt als Werkstudent: Überblick

Werkstudenten sind Studenten oder studentische Hilfskräfte, die an einer Hochschule immatrikuliert sind und neben ihrem Studium bis zu 20 Stunden pro Woche mit einem Fachbezug zum Studium in einem Unternehmen arbeiten. Entscheidend ist immer, dass das Studium und nicht die Beschäftigung die Lebenssituation des Studenten primär prägen. Die Arbeitszeiten mehrerer Beschäftigungen, zum Beispiel bei unterschiedlichen Arbeitgebern oder aus selbständigen Tätigkeiten, werden zusammengerechnet. Die 20-Stunden-Grenze kann in Einzelfällen überschritten werden, wenn man ...

  • ... überwiegend während abends oder nachts oder am Wochenende arbeitet. Diese Beschäftigung darf allerdings im Laufe eines Beschäftigungsjahres nicht mehr als 26 Wochen (= 182 Kalendertage) über 20 Stunden in der Woche umfassen und ist nur in Einzelfällen mit entsprechenden Nachweisen möglich.
  • ... während der vorlesungsfreien Zeit, also in den Semesterferien, arbeitet.

Über die Ausnahmen entscheidet immer die Krankenkasse. Ein Werkstudent ist rechtlich gesehen ein Arbeitnehmer und zählt für gewöhnlich zu den Teilzeitkräften. Somit hat man als Werkstudent Anspruch auf Urlaub, Lohnfortzahlung und Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ein Werkstudentenverhältnis unterliegt dem Mindestlohngesetz bzw. muss nach Tarifvertrag vergütet werden. Werkstudentenjobs sind häufig eine gute Einstiegsmöglichkeit ins Berufsleben und können vertraglich abgeschlossen werden als ...

  • Minijob (geringfügige Beschäftigung, 450-EUR-Job)
  • Midijob (Beschäftigung in der Gleitzone)
  • Kurzfristige Beschäftigung
  • Aushilfsjob oder
  • Regelmäßige Beschäftigung

Nicht als Werkstudent tätig sein kann, wer:

  • einen Studentenjob ohne Fachbezug ausübt.
  • ein Praktikum macht.
  • sich im Urlaubssemester befindet.
  • aktuell promoviert.
  • ein Fernstudium absolviert.
  • eine berufliche Weiterbildung macht.
  • ein Zweitstudium macht.
  • in Teilzeit studiert.

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2. Wie viel kann ein Werkstudent verdienen?

Das Wichtigste vorweg: Eine Tätigkeit als Werkstudent fällt unter das Mindestlohngesetz (MiLoG). Unter Umständen greift für dich aber auch ein Tarifvertrag, der dir dann wahrscheinlich sogar ein höheres Einkommen beschert. Weil das Hauptaugenmerk von Werkstudenten nicht auf der Beschäftigung, sondern auf dem Studium liegt, können viele Werkstudenten nicht in jedem Monat gleich viele Stunden pro Woche arbeiten. Daher werden Werkstudentenjobs häufig nach Stunden bezahlt. Der Stundenlohn richtet sich nach der Branche, dem Studiengang und dem Tätigkeitsumfang.

Für Arbeitgeber sind Werkstudenten eine sehr gute Lösung studentische Hilfskräfte im Unternehmen zu beschäftigen. Wenn Du den Brutto Netto Rechner bedienst, dann wirst Du sehen, dass sehr viel Netto vom Brutto übrigbleibt. Die gesetzliche Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung fällt hier nicht in die Berechnung. Das ist der Grund, weil Werkstudenten in der Regel gutes Geld verdienen.

Je nach Unternehmen und natürlich Aufgaben verdienen Werkstudenten zwischen 650,- Euro und 2.500,- Euro Brutto im Monat. Pro Stunde wäre eine Gehaltsspanne zwischen 9,- Euro pro Stunde und 20,- Euro pro Stunde allgemein anzusetzen. Ein Unterschied wird natürlich auch zwischen Bachelor und Master gemacht. Studentische Hilfskräfte im Bachelorstudium verdienen im Durchschnitt 9,25 Euro pro Stunde, während Werkstudenten im Masterstudium im Durchschnitt 10,95 Euro pro Stunde verdienen. Dies ist ein deutschlandweiter Schnitt und ist selbstverständlich auch regional wieder abzugrenzen.

3. Haben Werkstudenten Anspruch auf Urlaub?

Nach dem § 1 des Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) hast du auch als Student Anspruch auf Erholungsurlaub, unabhängig davon, ob du einem befristeten oder unbefristeten Beschäftigungsverhältnis nachgehst. Grundsätzlich entsteht der Anspruch auf vollen Erholungsurlaub nach sechsmonatigem Bestehen (Wartezeit) des Arbeitsverhältnisses und beträgt nach § 3 BUrlG mindestens 24 Werktage im Jahr.

4. Kann man als Werkstudent noch einen Nebenjob annehmen?

Prinzipiell ist es möglich, dass du neben deinem Werkstudentenjob auch noch einen weiteren Nebenjob ausübst. Artikel 12 im deutschen Grundgesetz (GG) garantiert dir nämlich die sogenannte Berufsfreiheit. Dein Nebenjob darf sich nur nicht mit deiner Beschäftigung als Werkstudent überschneiden. In vielen Werkstudentenverträgen wird allerdings festgehalten, dass ein Nebenjob vom Arbeitgeber genehmigt werden muss. In jedem Fall musst du beachten, dass die Arbeitsstunden aus allen deinen Jobs am Monatsende zusammengerechnet werden und du die Grenze von 20 Stunden pro Woche oder 26 Wochen Vollzeitarbeit im Kalenderjahr nicht überschreiten darfst, um weiter vom Werkstudentenprivileg zu profitieren.

5. Lohnsteuer als Werkstudent

Als Werkstudent ist man rechtlich gesehen Arbeitnehmer und daher steuerpflichtig. Für die Einkommensteuer gilt aktuell ein Grundfreibetrag für ledige Steuerpflichtige von insgesamt 8.354,- Euro im Jahr. Dieser Betrag verdoppelt sich bei verheirateten Personen im Rahmen der Zusammenveranlagung. Wenn Du dieses Einkommen am Ende des Jahres nicht überschritten hast, bekommst Du als Werkstudent oder studentische Hilfskraft die aufgrund der Höhe deiner Vergütung einbehaltene Lohnsteuer über den Lohnsteuerjahresausgleich deines Arbeitgebers oder eine von dir zu erstellende Einkommensteuererklärung zurück. Natürlich kannst Du in deiner Einkommensteuererklärung auch Kosten, wie z. B. Fahrtkosten, die im Zusammenhang mit dem Werkstudenten-Job entstanden sind, in Abzug bringen. Solltest Du keine Kosten haben oder sie nicht nachweisen können, kannst Du in deiner Einkommensteuererklärung den sogenannten Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 1.000 EUR von deinen Einnahmen abziehen. Wenn du dir unsicher bist, solltest du dich immer von einem Fachmann oder einem Steuerberater beraten lassen.

6. Krankenversicherung für Werkstudenten

Wer sich in Deutschland an einer Hochschule einschreiben will, muss bei der Immatrikulation nachweisen, dass er krankenversichert ist.

  • Bist du bei der Einschreibung jünger als 25 Jahre, kannst du über die gesetzliche Krankenkasse deiner Eltern mitversichert bleiben.
  • Nach deinem 25. Lebensjahr musst du dich selbst krankenversichern oder dich über deinen Ehepartner familienversichern.

Übst du vor Vollendung deines 25. Lebensjahres einen Werkstudentenjob aus, bei dem du im Monat nicht mehr als 450 Euro verdienst und du damit innerhalb der Geringfügigkeitsgrenze liegst, brauchst du dir um deine Krankenversicherung als Werkstudent keine Gedanken zu machen. Du bleibst über die Familienversicherung krankenversichert. Egal ob gesetzliche Krankenversicherung oder private Krankenversicherung. Ebenso verhält es sich, wenn du verheiratet und über deinen Ehepartner familienversichert bist. Dabei ist die Altersgrenze auch unerheblich. Handelt es sich allerdings bei deinem Werkstudentenjob um einen sogenannten Midijob mit einem monatlichen Einkommen zwischen 450,01 und 850 Euro brutto, musst du dich selbst krankenversichern. Die Krankenkassenbeiträge, die Werkstudenten monatlich zahlen müssen, setzen sich aus drei Komponenten zusammen:

  • dem sogenannten Sockelbetrag,
  • einem Beitrag für die Pflegeversicherung und
  • einem Zusatzbeitrag, der je nach gesetzlicher Krankenkasse anders ausfällt.

Im Schnitt werden im Monat etwa 80 Euro fällig, wenn du die gesetzliche Krankenversicherung als Werkstudent selbst zahlen musst. Den genauen Betrag erfährst du bei der Krankenkasse deiner Wahl. In einer studentischen gesetzlichen Krankenversicherung kannst du bis zum 14. Semester oder bis zum 30. Lebensjahr versichert sein. Bei privaten Krankenversicherungen sieht das alles unter Umständen etwas anders aus. Erkundige dich direkt dort, wie viel du verdienen darfst, wann du dich selbst versichern musst und welche weiteren Regelungen du beachten musst. So oder so: Vor Aufnahme einer Beschäftigung muss deine Krankenkasse darüber informiert werden.

7. Rentenversicherung und weitere Sozialversicherung als Werkstudent

Die Beiträge zur Rentenversicherung sind einkommensabhängig. Zahlt der Arbeitgeber neben dem Gehalt auch die Studiengebühren, zählen diese nicht als Einkommen und sind dementsprechend nicht sozialversicherungspflichtig. Trotz Werkstudentenprivileg musst du als Werkstudent Rentenversicherungsbeiträge zahlen, sobald du mindestens 450,01 Euro Brutto im Monat verdienst. Ab diesem Zeitpunkt gilt für dich die Gleitzonenregelung wie für alle anderen Arbeitnehmer auch, die einen Midijob ausüben. Dafür bist du ansonsten von der Sozialversicherungspflicht befreit. Du zahlst also weder in die Kranken-, noch in die Pflege-, noch in die Arbeitslosenversicherung ein, außer dem Beitrag der fällig wird, wenn du dich selbst krankenversichern musst. Verdienst du mehr als 850 Euro brutto, wirst du voll Sozialversicherungspflichtig. Verdienst du in deinem Werkstudentenjob weniger als 450 Euro Brutto im Monat fällt dein Beitrag zur Rentenversicherung deutlich geringer aus, weil dein Arbeitgeber 15 Prozent deiner Rentenversicherungsbeiträge übernimmt. Als Minijobber zahlst du lediglich den Differenzbetrag von 3,7 Prozent selbst ein. Von diesem Anteil kannst du dich als Werkstudent in einem Minijob befreien lassen. Dein Arbeitgeber überweist dann weiterhin 15% für dich an die Rentenkasse, nur dein Differenzbetrag entfällt.

8. Werkstudenten-Job und BAföG

Deine Einkünfte dürfen 4.800,- Euro brutto im Jahr nicht übersteigen, wenn während deines Studiums BAföG beziehst. Sind deine Einkünfte während des BAföG-Bezugs höher, werden deine BAföG-Leistungen gekürzt. Wie hoch diese Kürzung ausfällt, kannst du bei deinem zuständigen BAföG-Amt erfragen.

9. Werkstudenten-Job und Kindergeld

Wenn du unter 25 Jahre alt bist und dich in deiner ersten Ausbildung befindest, haben deine Eltern Anspruch auf Kindergeld für dich. Die Auszahlung kann nur in Ausnahmefällen direkt an das Kind übergehen. Egal, wie viel du verdienst: Kindergeld bekommst du, sofern du deinen Studentenstatus nachweist und weniger als 20 Stunden in der Woche arbeitest.

10. Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Krankengeld

Als Arbeitnehmer hast du, auch wenn du Student bist, nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gemäß §§ 2 und 3 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG), wenn du arbeitsunfähig erkrankst und das nicht selbst zu verschulden hast. Ein krankenversicherter Student hat außerdem einen sozialversicherungsrechtlichen Anspruch auf Krankengeld. Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat dabei Vorrang und der Anspruch auf Krankengeld ruht somit gemäß § 49 Nr. 1 SGB V, solange der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt weiterhin bezahlt. Im Falle einer Entgeltfortzahlung wird für die Dauer einer Erkrankung vom ersten Krankheitstag an bis zu einer Dauer von maximal sechs Wochen das Arbeitsentgelt weiter bezahlt. Ist ein Werkstudent danach weiterhin krank, zahlt ab diesem Zeitpunkt die (gesetzliche) Krankenversicherung auf Antrag Krankengeld. Genauere Informationen dazu bekommst du von deiner Krankenkasse.

Was ein Werkstudent ist und warum es gute Gründe gibt neben der Uni oder FH einen Werkstudentenjob anzunehmen, das haben wir für dich in einer kleinen Präsentation zusammengefasst. (All Rights Reserved by ALPHAJUMP)

11. Werkstudenten-Job und Waisenrente

Wenn eins oder beide Elternteile verstorben sind und Ansprüche bei der gesetzlichen Rentenversicherung gesammelt wurden, erhalten die Kinder von der Rentenversicherung eine monatliche Waisenrente. Diese beträgt 10 Prozent der Rente, die der Verstorbene erhalten hätte. Ein Werkstudenten-Job hat keine Auswirkung auf die Höhe der Waisenrente.

Ein Werkstudentenjob kann ein optimaler Einstieg ins Berufsleben sein und dir nach dem Studium einige Türen öffnen. Mit einem Werkstudentenjob kannst du deine schlanke Studentenkasse aufbessern und gleichzeitig an deiner praktischen Qualifikation arbeiten. Allerdings gibt es sehr viele Faktoren, die dabei zu beachten und vor Antritt der Stelle zu klären sind.

Bewerbung als Werkstudent: Tipps und Tricks für deine perfekte Bewerbung findest du im Karriereguide Themenbereich: Bewerbung. Weitere Informationen für die Bewerbung als Werkstudent, findest Du hier: Bewerbung als Werkstudent.

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