Gehalt als Werkstudent Das verdient man als Werkstudent.

Es gibt gute Gründe einen Job als Werkstudent während der Uni oder FH-Zeit anzunehmen. Was ein Werkstudent ist und welche Vor- und Nachteile es gibt findest Du in unserem Karriereguide-Artikel: Was ist ein Werkstudent? In diesem Artikel hier klären wir im Detail, wie es mit dem Gehalt eines Werkstudenten und der Entlohnung ausschaut. Darüber hinaus informieren wir Euch über den Urlaub für Werkstudenten, die Lohnsteuer, gesetzliche Krankenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung und wie es sich mit dem Gehalt für Werkstudenten und dem BAföG verhält. Wenn Du Kindergeld oder Waisenrente erhältst haben wir ebenso ein paar Hinweise für Dich.

Themenüberblick: Gehalt als Werkstudent

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Gehalt-Werkstudent
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 16.12.2017 | Aktualisiert am: 24.09.2018

Mit welchem Gehalt kannst du als Werkstudent rechnen?

Welcher Student kennt das nicht? Das BAföG ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel, die Reserven sind aufgebraucht und die Oma kann man auch nicht ständig anhauen. Entweder musst du knallhart sparen oder es muss unbedingt ein Werkstudentenjob her! Wie hoch kann dein Gehalt eines Werkstudenten sein, was erwartet dich rechtlich und worauf du achten solltest? Erfahre es hier!

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1. Überblick

Werkstudenten sind Studenten oder studentische Hilfskräfte, die an einer Hochschule immatrikuliert sind und neben ihrem Studium bis zu 20 Stunden pro Woche mit einem Fachbezug zum Studium in einem Unternehmen arbeiten. Entscheidend ist immer, dass das Studium und nicht die Beschäftigung die Lebenssituation des Studenten primär prägen. Die Arbeitszeiten mehrerer Beschäftigungen, zum Beispiel bei unterschiedlichen Arbeitgebern oder aus selbständigen Tätigkeiten, werden zusammengerechnet. Die 20-Stunden-Grenze kann in Einzelfällen überschritten werden, wenn man ...

  • ... überwiegend während abends oder nachts oder am Wochenende arbeitet. Diese Beschäftigung darf allerdings im Laufe eines Beschäftigungsjahres nicht mehr als 26 Wochen (= 182 Kalendertage) über 20 Stunden in der Woche umfassen und ist nur in Einzelfällen mit entsprechenden Nachweisen möglich.
  • ... während der vorlesungsfreien Zeit, also in den Semesterferien, arbeitet.

Über die Ausnahmen entscheidet immer die Krankenkasse. Ein Werkstudent ist rechtlich gesehen ein Arbeitnehmer und zählt für gewöhnlich zu den Teilzeitkräften. Somit hat man als Werkstudent Anspruch auf Urlaub, Lohnfortzahlung und Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ein Werkstudentenverhältnis unterliegt dem Mindestlohngesetz bzw. muss nach Tarifvertrag vergütet werden. Werkstudentenjobs sind häufig eine gute Einstiegsmöglichkeit ins Berufsleben und können vertraglich abgeschlossen werden als ...

  • Minijob (geringfügige Beschäftigung, 450-EUR-Job)
  • Midijob (Beschäftigung in der Gleitzone)
  • Kurzfristige Beschäftigung
  • Aushilfsjob oder
  • Regelmäßige Beschäftigung

Nicht als Werkstudent tätig sein kann, wer:

  • einen Studentenjob ohne Fachbezug ausübt.
  • ein Praktikum macht.
  • sich im Urlaubssemester befindet.
  • aktuell promoviert.
  • ein Fernstudium absolviert.
  • eine berufliche Weiterbildung macht.
  • ein Zweitstudium macht.
  • in Teilzeit studiert.
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2. Wie viel kann ein Werkstudent verdienen?

Das Wichtigste vorweg: Eine Tätigkeit als Werkstudent fällt unter das Mindestlohngesetz (MiLoG). Unter Umständen greift für dich aber auch ein Tarifvertrag, der dir dann wahrscheinlich sogar ein höheres Einkommen beschert.

m Januar 2017 ist der Mindestlohn auf 8,84 Euro pro Stunde erhöht worden, das heißt: Wenn du eine Stelle als Werkstudent findest, dein Gehalt dem gesetzlichen Mindestlohn entspricht und du während des Semesters 20 Stunden pro Woche arbeitest, dann verdienst du im Monat ungefähr 710 Euro brutto im Monat. Je nach Fachbereich und Branche liegt das Gehalt als Werkstudent auch möglicherweise wesentlich höher.

Gehaltsentwicklung und Vor- und Nachteile - Werkstudent:
Gehaltsentwicklung - Praktikum
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Gehaltsentwicklung - Werkstudent

Weil das Hauptaugenmerk von Werkstudenten nicht auf der Beschäftigung, sondern auf dem Studium liegt, können viele Werkstudenten nicht in jedem Monat gleich viele Stunden pro Woche arbeiten. Daher werden Werkstudentenjobs häufig nach Stunden bezahlt. Der Stundenlohn richtet sich nach der Branche, dem Studiengang und dem Tätigkeitsumfang.

3. Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Krankengeld

Als Arbeitnehmer hast du, auch wenn du Student bist, nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gemäß §§ 2 und 3 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG), wenn du arbeitsunfähig erkrankst und das nicht selbst zu verschulden hast.

Ein krankenversicherter Student hat außerdem einen sozialversicherungsrechtlichen Anspruch auf Krankengeld. Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat dabei Vorrang und der Anspruch auf Krankengeld ruht somit gemäß § 49 Nr. 1 SGB V, solange der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt weiterhin bezahlt. Im Falle einer Entgeltfortzahlung wird für die Dauer einer Erkrankung vom ersten Krankheitstag an bis zu einer Dauer von maximal sechs Wochen das Arbeitsentgelt weiter bezahlt. Ist ein Werkstudent danach weiterhin krank, zahlt ab diesem Zeitpunkt die (gesetzliche) Krankenversicherung auf Antrag das Krankengeld. Genauere Informationen dazu bekommst du von deiner Krankenkasse.

4. Haben Werkstudenten Anspruch auf Urlaub?

Kurz gesagt: Ja haben sie!

Nach dem § 1 des Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) hast du auch als Student Anspruch auf Erholungsurlaub, unabhängig davon, ob du einem befristeten oder unbefristeten Beschäftigungsverhältnis nachgehst. Grundsätzlich entsteht der Anspruch auf vollen Erholungsurlaub nach sechsmonatigem Bestehen (Wartezeit) des Arbeitsverhältnisses und beträgt nach § 3 BUrlG mindestens 24 Werktage im Jahr.

5. Kann man als Werkstudent noch einen Nebenjob annehmen?

Prinzipiell ist es möglich, dass du neben deinem Werkstudentenjob auch noch einen weiteren Nebenjob ausübst. Artikel 12 im deutschen Grundgesetz (GG) garantiert dir nämlich die sogenannte Berufsfreiheit. Dein Nebenjob darf sich nur nicht mit deiner Beschäftigung als Werkstudent überschneiden.

In vielen Werkstudentenverträgen wird allerdings festgehalten, dass ein Nebenjob vom Arbeitgeber genehmigt werden muss. In jedem Fall musst du beachten, dass die Arbeitsstunden aus allen deinen Jobs am Monatsende zusammengerechnet werden und du die Grenze von 20 Wochenstunden oder 26 Wochen Vollzeitarbeit im Kalenderjahr nicht überschreiten darfst, um weiter vom Werkstudentenprivileg zu profitieren.

6. Lohnsteuer als Werkstudent

Als Werkstudent ist man rechtlich gesehen Arbeitnehmer und daher auch steuerpflichtig. Für die Einkommensteuer gilt aktuell ein Grundfreibetrag für ledige Steuerpflichtige von insgesamt 8.354,- EUR im Jahr.

Dieser Betrag verdoppelt sich bei verheirateten Personen im Rahmen der Zusammenveranlagung. Wenn Du dieses Einkommen am Ende des Jahres nicht überschritten hast, bekommst Du als Werkstudent die aufgrund der Höhe deiner Vergütung einbehaltene Lohnsteuer über den Lohnsteuerjahresausgleich deines Arbeitgebers oder eine von dir zu erstellende Einkommensteuererklärung zurück. Natürlich kannst Du in deiner Einkommensteuererklärung auch Kosten, wie z. B. Fahrtkosten, die im Zusammenhang mit dem Werkstudentenjob entstanden sind, in Abzug bringen. Solltest Du keine Kosten haben oder sie nicht nachweisen können, kannst Du in deiner Einkommensteuererklärung den sogenannten Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 1.000 EUR im Jahr von deinen Einnahmen abziehen. Wenn du dir unsicher bist, solltest du dich besser nochmal von einem Fachmann beraten lassen.

7. Krankenversicherung für Werkstudenten

Wer sich in Deutschland an einer Hochschule einschreiben will, muss bei der Immatrikulation nachweisen, dass er krankenversichert ist.

  • Bist du bei der Einschreibung jünger als 25 Jahre, kannst du über die gesetzliche Krankenkasse deiner Eltern mitversichert bleiben.
  • Nach deinem 25. Lebensjahr musst du dich selbst krankenversichern oder dich über deinen Ehepartner familienversichern.

Übst du vor Vollendung deines 25. Lebensjahres einen Werkstudentenjob aus, bei dem du im Monat nicht mehr als 450 Euro verdienst und du damit innerhalb der Geringfügigkeitsgrenze liegst, brauchst du dir um deine Krankenversicherung als Werkstudent keine Gedanken zu machen. Du bleibst weiter über die Familienversicherung krankenversichert. Ebenso verhält es sich, wenn du verheiratet und über deinen Ehepartner familienversichert bist. Dabei ist die Altersgrenze auch unerheblich.

Handelt es sich allerdings bei deinem Werkstudentenjob um einen sogenannten Midijob mit einem monatlichen Einkommen zwischen 450,01 und 850 Euro brutto, musst du dich selbst krankenversichern. Die Krankenkassenbeiträge, die Werkstudenten monatlich zahlen müssen, setzen sich aus drei Komponenten zusammen:

  • dem sogenannten Sockelbetrag,
  • einem Beitrag für die Pflegeversicherung und
  • einem Zusatzbeitrag, der je nach gesetzlicher Krankenkasse anders ausfällt.

Im Schnitt werden im Monat etwa 80 Euro fällig, wenn du die Krankenversicherung als Werkstudent selbst zahlen musst. Den genauen Betrag erfährst du bei der Krankenkasse deiner Wahl. In einer studentischen Krankenversicherung kannst du bis zum 14. Semester oder bis zum 30. Lebensjahr versichert sein.

Bei privaten Krankenversicherungen sieht das alles unter Umständen etwas anders aus. Erkundige dich direkt dort, wie viel du verdienen darfst, wann du dich selbst versichern musst und welche weiteren Regelungen du beachten musst. So oder so: Vor Aufnahme einer Beschäftigung muss deine Krankenkasse darüber informiert werden.

8. Rentenversicherung und weitere Sozialversicherung als Werkstudent

Die Beiträge zur Rentenversicherung sind einkommensabhängig. Zahlt der Arbeitgeber neben dem Gehalt auch die Studiengebühren, zählen diese nicht als Einkommen und sind dementsprechend nicht sozialversicherungspflichtig. Trotz Werkstudentenprivileg musst du als Werkstudent Rentenversicherungsbeiträge zahlen, sobald du mindestens 450,01 EUR brutto monatlich verdienst.

Ab diesem Zeitpunkt gilt für dich die Gleitzonenregelung wie für alle anderen Arbeitnehmer auch, die einen Midijob ausüben. Dafür bist du ansonsten von der Sozialversicherungspflicht befreit. Du zahlst also weder in die Kranken-, noch in die Pflege-, noch in die Arbeitslosenversicherung ein, außer dem Beitrag der fällig wird, wenn du dich selbst krankenversichern musst. Verdienst du mehr als 850,- EUR brutto, wirst du voll Sozialversicherungspflichtig. Verdienst du in deinem Werkstudentenjob weniger als 450 EUR im Monat fällt dein Beitrag zur Rentenversicherung deutlich geringer aus, weil dein Arbeitgeber 15 Prozent deiner Rentenversicherungsbeiträge übernimmt. Als Minijobber zahlst du lediglich den Differenzbetrag von 3,7 Prozent selbst ein. Von diesem Anteil kannst du dich als Werkstudent in einem Minijob befreien lassen. Dein Arbeitgeber überweist dann weiterhin 15% für dich an die Rentenkasse, nur dein Differenzbetrag entfällt.

9. Werkstudentenjob und BAföG

Deine Einkünfte dürfen 4.800 Euro brutto im Jahr nicht übersteigen, wenn während deines Studiums BAföG beziehst. Sind deine Einkünfte während des BAföG-Bezugs höher, werden deine BAföG-Leistungen gekürzt. Wie hoch diese Kürzung ausfällt, kannst du bei deinem zuständigen BAföG-Amt an deiner Universität erfragen.

10. Werkstudentenjob und Kindergeld

Wenn du unter 25 Jahre alt bist und dich in deiner ersten Ausbildung befindest, haben deine Eltern Anspruch auf Kindergeld für dich. Die Auszahlung kann nur in Ausnahmefällen direkt an das Kind übergehen. Egal, wie viel du verdienst: Kindergeld bekommst du, sofern du deinen Studentenstatus nachweist und weniger als 20 Stunden in der Woche arbeitest während des Semesters.

11. Werkstudenten-Job und Waisenrente

Wenn eins oder beide Elternteile verstorben sind und Ansprüche bei der gesetzlichen Rentenversicherung gesammelt wurden, erhalten die Kinder von der Rentenversicherung eine monatliche Waisenrente. Diese beträgt 10 Prozent der Rente, die der Verstorbene erhalten hätte. Ein Werkstudenten-Job hat keine Auswirkung auf die Höhe der Waisenrente.

Ein Werkstudentenjob kann ein optimaler Einstieg ins Berufsleben sein und dir nach dem Studium einige Türen öffnen. Mit einem Werkstudentenjob kannst du deine schlanke Studentenkasse aufbessern und gleichzeitig an deiner praktischen Qualifikation arbeiten. Allerdings gibt es sehr viele Faktoren, die dabei zu beachten und vor Antritt der Stelle zu klären sind.

12. Bewerbung als Werkstudent:

Tipps und Tricks für deine perfekte Bewerbung findest du im Karriereguide Themenbereich: Bewerbung. Weitere Informationen für die Bewerbung als Werkstudent, findest Du hier: Bewerbung als Werkstudent.

13. Fazit

Ein Werkstudentenjob kann ein optimaler Einstieg ins Berufsleben sein und dir nach dem Studium einige Türen öffnen. Mit einem Werkstudentenjob kannst du deine schlanke Studentenkasse aufbessern und gleichzeitig an deiner praktischen Qualifikation arbeiten. Allerdings gibt es sehr viele Faktoren, die dabei zu beachten und vor Antritt der Stelle zu klären sind.

Wichtigste Punkte: Zusammenfassung

Werkstudent Key Facts

In unserem Karriereguide findest du viele andere gute Gründe neben deinem Studium als Werkstudent erste Erfahrung zu sammeln und außerdem Tipps und Tricks für deine Bewerbung als Werkstudent. Also wenn du direkt einen guten Eindruck mit deiner Bewerbung machen möchtest, eine Inspiration suchst um deinen perfekten tabellarischen Lebenslauf zu schreiben oder auch einen ausführlichen Lebenslauf, dann schau hier mal vorbei.

Was ein Werkstudent ist und warum es gute Gründe gibt neben der Uni oder FH einen Werkstudentenjob anzunehmen, das haben wir für dich in einer kleinen Präsentation zusammengefasst. (All Rights Reserved by ALPHAJUMP)

Tipp: Brutto-Netto Berechnung:

Wie am Ende das Gehalt brutto pro Monat zu netto umgerechnet wird, kannst du ganz einfach und schnell mit einem brutto netto Rechner herausfinden. Auch im Artikel "Geldwerter Vorteil" haben wir ebenso einen brutto netto Rechner für dich eingebaut. Hier geht's direkt zum brutto netto Rechner.

Zum Abschluss noch ein Tipp für deine Jobsuche: Auf ALPHAJUMP kannst du dein kostenloses Job-Match erstellen und herausfinden, wie gut deine Kompetenzen zu deinem Traumjob matchen. Hier kannst Du dich kostenfrei registrieren und ganz bequem Jobanfragen von interessanten Arbeitgebern erhalten.

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