Gehalt als Werkstudent - Wie viel ist möglich und lohnt sich das?

Das Gehalt als Werkstudent kann sehr variieren. Mit welchem Gehalt kannst du rechnen und worauf musst du achten, wenn es um deine Lohnsteuer, Krankenversicherung oder Rentenversicherung geht? Und was hat der Mindestlohn mit dem Gehalt als Werkstudent zu tuen. Diese Dinge musst du als Werkstudent wissen!

Werkstudentengehalt

Inhaltsverzeichnis:

  1. Gehalt als Werkstudent: Überblick
  2. Wie viel kann ein Werkstudent verdienen?
  3. Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Krankengeld
  4. Haben Werkstudenten Anspruch auf Urlaub?
  5. Kann man als Werkstudent noch einen Nebenjob annehmen?
  6. Lohnsteuer als Werkstudent
  7. Krankenversicherung für Werkstudenten
  8. Rentenversicherung und weitere Sozialversicherung als Werkstudent
  9. Werkstudenten-Job und BAföG
  10. Werkstudenten-Job und Kindergeld
  11. Werkstudenten-Job und Waisenrente

Welcher Student kennt das nicht? Das BAföG ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel, die Reserven sind aufgebraucht und die Oma kann man auch nicht ständig anhauen. Entweder musst du knallhart sparen oder es muss unbedingt ein Werkstudenten-Job her! Wie hoch kann dein Gehalt als Werkstudent sein, was erwartet dich rechtlich und was musst du sonst noch beachten? Erfahre es hier!

1. Gehalt als Werkstudent: Überblick

Werkstudenten sind Studenten, die an einer Hochschule immatrikuliert sind und neben ihrem Studium bis zu 20 Stunden pro Woche mit einem Fachbezug zum Studium in einem Unternehmen arbeiten. Entscheidend ist immer, dass das Studium und nicht die Beschäftigung die Lebenssituation des Studenten primär prägen. Die Arbeitszeiten mehrerer Beschäftigungen, zum Beispiel bei unterschiedlichen Arbeitgebern oder aus selbständigen Tätigkeiten, werden zusammengerechnet. Die 20-Stunden-Grenze kann in Einzelfällen überschritten werden, wenn man

  • überwiegend während abends oder nachts oder am Wochenende arbeitet. Diese Beschäftigung darf allerdings im Laufe eines Beschäftigungsjahres nicht mehr als 26 Wochen (= 182 Kalendertage) über 20 Stunden pro Woche umfassen und ist nur in Einzelfällen mit entsprechenden Nachweisen möglich.
  • während der vorlesungsfreien Zeit, also in den Semesterferien, arbeitet.

Über die Ausnahmen entscheidet immer die Krankenkasse. Ein Werkstudent ist rechtlich gesehen ein Arbeitnehmer und zählt für gewöhnlich zu den Teilzeitkräften. Somit hat man als Werkstudent Anspruch auf Urlaub, Lohnfortzahlung und Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ein Werkstudentenverhältnis unterliegt dem Mindestlohngesetz bzw. muss nach Tarifvertrag vergütet werden. Werkstudentenjobs sind häufig eine gute Einstiegsmöglichkeit ins Berufsleben und können vertraglich abgeschlossen werden als

  • Minijob (geringfügige Beschäftigung, 450-€-Job)
  • Midijob (Beschäftigung in der Gleitzone)
  • Kurzfristige Beschäftigung
  • Aushilfsjob oder
  • Regelmäßige Beschäftigung

Nicht als Werkstudent tätig sein kann, wer

  • einen Studentenjob ohne Fachbezug ausübt
  • ein Praktikum macht
  • sich im Urlaubssemester befindet
  • aktuell promoviert
  • ein Fernstudium absolviert
  • eine berufliche Weiterbildung macht
  • ein Zweitstudium macht oder
  • in Teilzeit studiert

2. Wie viel kann ein Werkstudent verdienen?

Das Wichtigste vorweg: Eine Tätigkeit als Werkstudent fällt unter das Mindestlohngesetz (MiLoG). Unter Umständen greift für dich aber auch ein Tarifvertrag, der dir dann wahrscheinlich sogar ein höheres Einkommen beschert. Weil das Hauptaugenmerk von Werkstudenten nicht auf der Beschäftigung, sondern auf dem Studium liegt, können viele Werkstudenten nicht in jedem Monat gleich viele Stunden arbeiten. Daher werden Werkstudentenjobs häufig nach Stunden bezahlt. Der Stundenlohn richtet sich nach der Branche, dem Studiengang und dem Tätigkeitsumfang.

3. Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Krankengeld

Als Arbeitnehmer hast du, auch wenn du Student bist, nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gemäß §§ 2 und 3 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG), wenn du arbeitsunfähig erkrankst und das nicht selbst zu verschulden hast. Ein krankenversicherter Student hat außerdem einen sozialversicherungsrechtlichen Anspruch auf Krankengeld. Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat dabei Vorrang und der Anspruch auf Krankengeld ruht somit gemäß § 49 Nr. 1 SGB V, solange der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt weiterhin bezahlt. Im Falle einer Entgeltfortzahlung wird für die Dauer einer Erkrankung vom ersten Krankheitstag an bis zu einer Dauer von maximal sechs Wochen das Arbeitsentgelt weiter bezahlt. Ist ein Werkstudent danach weiterhin krank, zahlt ab diesem Zeitpunkt die (gesetzliche) Krankenversicherung auf Antrag Krankengeld. Genauere Informationen dazu bekommst du von deiner Krankenkasse.

4. Haben Werkstudenten Anspruch auf Urlaub?

Nach dem § 1 des Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) hast du auch als Student Anspruch auf Erholungsurlaub, unabhängig davon, ob du einem befristeten oder unbefristeten Beschäftigungsverhältnis nachgehst. Grundsätzlich entsteht der Anspruch auf vollen Erholungsurlaub nach sechsmonatigem Bestehen (Wartezeit) des Arbeitsverhältnisses und beträgt nach § 3 BUrlG mindestens 24 Werktage im Jahr.

5. Kann man als Werkstudent noch einen Nebenjob annehmen?

Prinzipiell ist es möglich, dass du neben deinem Werkstudentenjob auch noch einen weiteren Nebenjob ausübst. Artikel 12 im deutschen Grundgesetz (GG) garantiert dir nämlich die sogenannte Berufsfreiheit. Dein Nebenjob darf sich nur nicht mit deiner Beschäftigung als Werkstudent überschneiden. In vielen Werkstudentenverträgen wird allerdings festgehalten, dass ein Nebenjob vom Arbeitgeber genehmigt werden muss. In jedem Fall musst du beachten, dass die Arbeitsstunden aus allen deinen Jobs am Monatsende zusammengerechnet werden und du die Grenze von 20 Wochenstunden oder 26 Wochen Vollzeitarbeit im Kalenderjahr nicht überschreiten darfst, um weiter vom Werkstudentenprivileg zu profitieren.

6. Lohnsteuer als Werkstudent

Als Werkstudent ist man rechtlich gesehen Arbeitnehmer und daher steuerpflichtig. Für die Einkommensteuer gilt aktuell ein Grundfreibetrag für ledige Steuerpflichtige von insgesamt 8.354,- Euro im Jahr. Dieser Betrag verdoppelt sich bei verheirateten Personen im Rahmen der Zusammenveranlagung. Wenn Du dieses Einkommen am Ende des Jahres nicht überschritten hast, bekommst Du als Werkstudent die aufgrund der Höhe deiner Vergütung einbehaltene Lohnsteuer über den Lohnsteuerjahresausgleich deines Arbeitgebers oder eine von dir zu erstellende Einkommensteuererklärung zurück. Natürlich kannst Du in deiner Einkommensteuererklärung auch Kosten, wie z. B. Fahrtkosten, die im Zusammenhang mit dem Werkstudenten-Job entstanden sind, in Abzug bringen. Solltest Du keine Kosten haben oder sie nicht nachweisen können, kannst Du in deiner Einkommensteuererklärung den sogenannten Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 1.000 € von deinen Einnahmen abziehen. Wenn du dir unsicher bist, solltest du dich immer von einem Fachmann beraten lasse

7. Krankenversicherung für Werkstudenten

Wer sich in Deutschland an einer Hochschule einschreiben will, muss bei der Immatrikulation nachweisen, dass er krankenversichert ist.

  • Bist du bei der Einschreibung jünger als 25 Jahre, kannst du über die gesetzliche Krankenkasse deiner Eltern mitversichert bleiben.
  • Nach deinem 25. Lebensjahr musst du dich selbst krankenversichern oder dich über deinen Ehepartner familienversichern.

Übst du vor Vollendung deines 25. Lebensjahres einen Werkstudentenjob aus, bei dem du im Monat nicht mehr als 450 Euro verdienst und du damit innerhalb der Geringfügigkeitsgrenze liegst, brauchst du dir um deine Krankenversicherung als Werkstudent keine Gedanken zu machen. Du bleibst über die Familienversicherung krankenversichert. Ebenso verhält es sich, wenn du verheiratet und über deinen Ehepartner familienversichert bist. Dabei ist die Altersgrenze auch unerheblich. Handelt es sich allerdings bei deinem Werkstudentenjob um einen sogenannten Midijob mit einem monatliches Einkommen zwischen 450,01 und 850 Euro brutto, musst du dich selbst krankenversichern. Die Krankenkassenbeiträge, die Werkstudenten monatlich zahlen müssen, setzen sich aus drei Komponenten zusammen:

  • dem sogenannten Sockelbetrag
  • einem Beitrag für die Pflegeversicherung und
  • einem Zusatzbeitrag, der je nach gesetzlicher Krankenkasse anders ausfällt

Im Schnitt werden im Monat etwa 80 Euro fällig, wenn du die Krankenversicherung als Werkstudent selbst zahlen musst. Den genauen Betrag erfährst du bei der Krankenkasse deiner Wahl. In einer studentischen Krankenversicherung kannst du bis zum 14. Semester oder bis zum 30. Lebensjahr versichert sein. Bei privaten Krankenversicherungen sieht das alles unter Umständen etwas anders aus. Erkundige dich direkt dort, wie viel du verdienen darfst, wann du dich selbst versichern musst und welche weiteren Regelungen du beachten musst. So oder so: Vor Aufnahme einer Beschäftigung muss deine Krankenkasse darüber informiert werden.

8. Rentenversicherung und weitere Sozialversicherung als Werkstudent

Die Beiträge zur Rentenversicherung sind einkommensabhängig. Zahlt der Arbeitgeber neben dem Gehalt auch die Studiengebühren, zählen diese nicht als Einkommen und sind dementsprechend nicht sozialversicherungspflichtig. Trotz Werkstudentenprivileg musst du als Werkstudent Rentenversicherungsbeiträge zahlen, sobald du mindestens 450,01 Euro brutto monatlich verdienst. Ab diesem Zeitpunkt gilt für dich die Gleitzonenregelung wie für alle anderen Arbeitnehmer auch, die einen Midijob ausüben. Dafür bist du ansonsten von der Sozialversicherungspflicht befreit. Du zahlst also weder in die Kranken-, noch in die Pflege-, noch in die Arbeitslosenversicherung ein, außer dem Beitrag der fällig wird, wenn du dich selbst krankenversichern musst. Verdienst du mehr als 850,-- € brutto, wirst du voll Sozialversicherungspflichtig. Verdienst du in deinem Werkstudentenjob weniger als 450 Euro im Monat fällt dein Beitrag zur Rentenversicherung deutlich geringer aus, weil dein Arbeitgeber 15 Prozent deiner Rentenversicherungsbeiträge übernimmt. Als Minijobber zahlst du lediglich den Differenzbetrag von 3,7 Prozent selbst ein. Von diesem Anteil kannst du dich als Werkstudent in einem Minijob befreien lassen. Dein Arbeitgeber überweist dann weiterhin 15% für dich an die Rentenkasse, nur dein Differenzbetrag entfällt.

9. Werkstudenten-Job und BAföG

Deine Einkünfte dürfen 4.800,-- € brutto im Jahr nicht übersteigen, wenn während deines Studiums BAföG beziehst. Sind deine Einkünfte während des BAföG-Bezugs höher, werden deine BAföG-Leistungen gekürzt. Wie hoch diese Kürzung ausfällt, kannst du bei deinem zuständigen BAföG-Amt erfragen.

10. Werkstudenten-Job und Kindergeld

Wenn du unter 25 Jahre alt bist und dich in deiner ersten Ausbildung befindest, haben deine Eltern Anspruch auf Kindergeld für dich. Die Auszahlung kann nur in Ausnahmefällen direkt an das Kind übergehen. Egal, wie viel du verdienst: Kindergeld bekommst du, sofern du deinen Studentenstatus nachweist und weniger als 20 Stunden in der Woche während des Semesters arbeitest.

11. Werkstudenten-Job und Waisenrente

Wenn eins oder beide Elternteile verstorben sind und Ansprüche bei der gesetzlichen Rentenversicherung gesammelt wurden, erhalten die Kinder von der Rentenversicherung eine monatliche Waisenrente. Diese beträgt 10 Prozent der Rente, die der Verstorbene erhalten hätte. Ein Werkstudenten-Job hat keine Auswirkung auf die Höhe der Waisenrente.

Ein Werkstudentenjob kann ein optimaler Einstieg ins Berufsleben sein und dir nach dem Studium einige Türen öffnen. Mit einem Werkstudentenjob kannst du deine schlanke Studentenkasse aufbessern und gleichzeitig an deiner praktischen Qualifikation arbeiten. Allerdings gibt es sehr viele Faktoren, die dabei zu beachten und vor Antritt der Stelle zu klären sind.

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