Alle Infos zu Geldwerter Vorteil

Du willst wissen was ein Geldwerter Vorteil ist? Wir haben Infos für Dich, was du zu den Steuern wissen musst und welche persönlichen Vorteile du durch den geldwerten Vorteil hast.

Infos zu Geldwerter Vorteil

Inhaltsverzeichnis:

  1. Geldwerter Vorteil: Definition
  2. Geldwerter Vorteil in Form eines Firmen- oder Dienstwagen
  3. Geldwerter Vorteil durch Sachbezüge
  4. Geldwerter Vorteil durch einen Rabattfreibetrag
  5. Fazit

Geldwerter Vorteil – Hier erfährst du alles was du zum Thema Geldwerter Vorteil wissen musst, wie zum Beispiel die genaue Definition des geldwerten Vorteils, welche persönlichen Vorteile hast du dadurch und mit wieviel Geld er versteuert wird. Dein Arbeitgeber bietet dir neben deinem monatlichen Gehalt noch einen Firmenwagen an, den du auch komplett privat nutzen kannst. Er spricht im Zusammenhang mit dem Dienstwagen immer über eine Ein-Prozent-Versteuerung und einen geldwerten Vorteil. Jetzt fragst du dich was es damit auf sich hat? Kein Problem ALPHAJUMP klärt dich zum Thema Geldwerter Vorteil auf.

1. Geldwerter Vorteil: Definition

Von einem geldwerten Vorteil spricht man, wenn du von deinem Arbeitgeber zusätzlich zu deinem monatlichen Gehalt Leistungen in Form von Waren, Gütern oder Dienstleistungen erhältst. Denn dadurch entsteht dir als Arbeitnehmer ein geldwerter Vorteil. Beispiele für solche geldwerten Vorteile sind Dienstwagen die auch privat genutzt werden können, Firmenhandys, Tankkarten, Gutscheine, Mietzuschüsse durch den Arbeitgeber, Personalrabatte oder Vergünstigungen in der Kantine. Ganz einfach gesagt, alles wodurch du durch deinen Arbeitgeber Geld sparen kannst.

2. Geldwerter Vorteil in Form eines Firmen- oder Dienstwagen

Der geldwerte Vorteil in Form eines Firmenwagens ist wohl der bekannteste. Diese Art von geldwertem Vorteil kann gegenüber einer Gehaltserhöhung Vorteile für den Arbeitnehmer aber auch für den Arbeitgeber mit sich bringen. Wie der Dienstwagen versteuert wird hängt davon ab, ob er auch privat genutzt werden darf oder nur dienstlich. Die private Nutzung des Firmenwagens muss immer versteuert werden. Bei der Versteuerung des Dienstwagens gibt es zwei Varianten. Die Versteuerung nach Fahrtenbuch oder die der Ein-Prozent-Regelung.

2.1 Ein-Prozent-Regelung bei Dienstwagen:

Die Privatfahrten mit dem Dienstwagen werden pauschal mit einem Prozent des Brutto-Inlandslistenpreises des Autos monatlich versteuert. Hinzu kommt dann noch die Besteuerung der Kilometer der Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz die mit 0,03 Prozent des Brutto-Inlandslistenpreises des Fahrzeuges veranschlagt werden. Vorteil der Ein-Prozent-Regelung ist, dass kein Fahrtenbuch geführt werden muss und somit für dich kein zusätzlicher Aufwand entsteht. Zudem entsteht dir kein steuerlicher Nachteil, wenn du deinen Dienstwagen viel Privat nutzt.

So rechnet dir der Firmenwagenrechner den zu versteuernden Betrag aus:

  • Neuwagenpreis: 40.000 €
  • Stecke Wohnort zwischen Arbeitsplatz: 50 km
  • Rechnung geldwerter Vorteil:
  • 40000 € * 0,01 = 400 Euro
  • 400 € + 450 € = 850 Euro
  • Das bedeutet du bekommst ein nicht ausgezahltes zusätzliches Einkommen in Höhe von 850 Euro. Auf die 850 Euro müssen du und dein Arbeitgeber Steuern und Sozialabgaben zahlen. Wenn du also ein Bruttogehalt von 4000 Euro im Monat verdienst, musst du also ab sofort Steuern und Sozialangaben zahlen, als würdest du 4850 Euro verdienen. Dein Nettoeinkommen sinkt dadurch im etwa 400 Euro.

2.2 Fahrtenbuch bei Dienstwagen:

In einem Fahrtenbuch musst du jede Fahrt genau schriftlich dokumentieren. Ein Fahrtenbuch zu führen lohnt sich besonders für Arbeitnehmer die ihren Dienstwagen hauptsächlich dienstlich nutzen und selten Privatfahrten damit erledigen, das ist meist der Fall wenn du zusätzlich noch einen Privatwagen hast, denn dann kann es sich steuerlich auszahlen. Jedoch musst du bedenken, dass das Führen eines Fahrtenbuchs echt mühselig und nervig sein kann, denn du musst jeden gefahrenen Kilometer ganz genau aufschreiben. Für vergessliche oder schusselige Menschen ist ein Fahrtenbuch eher weniger geeignet. Mittlerweile gibt es Apps mit denen du ein Fahrtenbuch führen kannst, das vereinfacht die Sache zumindest ein bisschen.

3. Geldwerter Vorteil durch Sachbezüge

Sachbezüge sind Extras, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zur Verfügung stellt. Das können zum Beispiel Geburtstags- oder Jubiläumsgeschenke, Monatskarten für öffentliche Verkehrsmittel, Warengutscheine, Tankgutscheine oder andere Gutscheine jeglicher Art sein. Die monatliche Grenze für Sachbezüge liegt derzeit bei 44 Euro und der Grenzbetrag bei Dienstwohnungen bei 204 Euro. Sobald diese Freigrenzen überschritten werden, muss der geldwerte Vorteil komplett, also nicht nur der Betrag der die Freigrenze überschreitet, versteuert werden. Aber selbst wenn du einen geldwerten Vorteil versteuern musst, lohnen sich die Zuschüsse vom Chef meistens. Denn bei einer Gehaltserhöhung hast du nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben meist weniger als die Hälfte übrig. Der Nettonutzen bei einer Sachleistung ist hingegen für dich größer.

4. Geldwerter Vorteil durch einen Rabattfreibetrag

Der Rabattfreibetrag gilt für vergünstigte oder unentgeltliche Sachbezüge. Dabei geht es um Waren oder Dienstleistungen die das Unternehmen in dem du arbeitest vertreibt oder anbietet. Das heißt wenn du zum Beispiel bei einem Lebensmittelhändler arbeitest und auf deine Einkäufe bei deinem Arbeitgeber einen Mitarbeiterrabatt erhältst. Der jährliche Rabattfreibetrag liegt derzeit bei 1080 Euro. Anders aber als bei den Sachbezügen muss beim Überschreiten des Rabattfreibetrages nur die überschreitende Summe versteuert werden.

Beispiel zum Rabattfreibetrag:

  • Ein Mitarbeiter eines Autohauses erhält von seinem Arbeitgeber 20 Prozent Mitarbeiterrabatt auf den regulären Kaufpreises eines Neuwagens.
  • Neuwagenpreis: 22.000 Euro
  • Rabatt: 20 %
  • 22.000 € * 0,2 = 4400 Euro
  • 4400 € – 1080 € = 3320 Euro
  • Das heißt, der Mitarbeiter muss auf 3320 Euro Steuern und Abgaben zahlen.

5. Fazit

Manchmal sind Zuschüsse durch den Arbeitgeber unterm Strich mehr wert als eine gutgemeinte Gehaltserhöhung, denn selbst wenn du einen gewissen geldwerten Vorteil versteuern musst bleibt in den meisten Fällen mehr hängen als bei einer Gehaltserhöhung nach Abzügen der Steuern und Sozialabgaben. Hier bleibt nämlich meist weniger als die Hälfte übrig. Also bei deiner nächsten Gehaltsverhandlung solltest du mal mit deinem Chef über zusätzliche Leistungen sprechen.

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