Werkstudent Mindestlohn Wann bekommt man Mindestlohn als Werkstudent?

Jobben neben dem Studium ist für Studenten eine tolle Gelegenheit, Berufserfahrungen für später zu sammeln und sich nebenbei noch etwas dazu zu verdienen. Doch bekommt man als Werkstudent oder als Werkstudentin den gesetzlichen Mindestlohn? Und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um den Mindestlohn zu erhalten? Welche Abzüge muss ich als Student in Kauf nehmen und gibt es irgendwelche Freigrenzen und Besonderheiten zu beachten?

Wann bekommt man Mindestlohn als Werkstudent?
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 20.06.2018 | Aktualisiert am: 24.09.2018

Mindestlohn als Werkstudent neben dem Studium

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1. Mindestlohn als Werkstudent: Fakten und Informationen

Wann bekommt man eigentlich einen Mindestlohn im Werkstudentenverhältnis? Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland, der mittlerweile bei 8,84 EUR brutto pro Stunde liegt, gilt seit dem 01.01.2017 und steht grundsätzlich jedem Arbeitnehmer über 18 Jahren zu – also auch Werkstudenten und Werkstudentinnen. Jedoch gibt es einige Ausnahmen. ALPHAJUMP hat die wichtigsten Informationen und Fakten über den Mindestlohn im Werkstudent für dich zusammengefasst.

Grundsätzlich gibt es den Mindestlohn seit dem 01.01.2015. Er wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales dafür erschaffen, sodass jeder Arbeiter in Deutschland mit seinem Vollzeit-Job von seinem Einkommen leben kann. Denn mit 8,84 EUR brutto die Stunde kann man mit einem monatlichen Bruttogehalt von circa 1.400 EUR rechnen bei einer 40-Stunden-Woche.

Die wöchentliche Arbeitszeit als Werkstudent liegt jedoch nicht bei 40 Stunden, sondern normalerweise bis zu maximal 20 Stunden in der Woche.

2. Voraussetzungen für den Erhalt des Mindestlohns im Werkstudentenjob

Welche Voraussetzungen sind nötig, um als Werkstudent oder als Werkstudentin den Mindestlohn zu erhalten? Und habe ich einen gesetzlichen Anspruch auf den Mindestlohn? Der Werkstudenten-Verdienst liegt mit dem Mindestlohn bei 8,84 EUR pro Stunde und ist Pflicht für einen Werkstudenten. Somit hat jeder Werkstudent das Anrecht auf den Mindestlohn. Jedoch hat man als Student je nach Studienrichtung und Branche auch gute Chancen auf ein höheres Gehalt. Ein Werkstudent verdient beispielsweise in der Pharmabranche oder in der Informationstechnologie deutlich mehr als ein Student der Geisteswissenschaften. Außerdem unterscheidet sich das Gehalt nochmals nach Bachelor- oder Masterstudiengang.

Hier erfährst du mehr über das grundsätzliche Gehalt als Werkstudent und was gute Gründe für die Aufnahme einer Werkstudententätigkeit sind.

Im Mindestlohngesetz (MiLoG) sind alle mit dem Mindestlohn einhergehenden Regelungen festgehalten. Grundsätzlich wird im Gesetz in § 1 MiLoG geregelt, dass jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer Anspruch auf Zahlung eines Arbeitsentgelts mindestens in Höhe des Mindestlohns durch den Arbeitgeber hat.

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3. Abzüge, Freigrenzen und Besonderheiten

Die gute Nachricht vorab: Als Werkstudent oder als Werkstudentin musst du keine Krankenkassen- oder Pflegeversicherungsbeiträge bezahlen, da du grundsätzlich regulär bei deiner Kasse über den Studentenbeitrag versichert bist. Bis zu 450 EUR im Monat kannst du als Werkstudent verdienen, ohne dass du Steuern zahlen musst. Bei dem Gehalt eines Werkstudenten ab 450 EUR bist du lediglich verpflichtet, die Lohnsteuer und die Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen.

Folgendes Schaubild stellt dir in vereinfachter Form die wichtigsten Beiträge zusammen:

Rentenversicherung Lohnsteuer Kranken –und Pflegeversicherung
  • Bis 450 EUR monatlich:
Entfällt auf Antrag
  • Ab 950 EUR/ Monat Bruttoeinkommen:
2 % Pauschalabgabe vom Bruttoverdienst
  • Beiträge entfallen
  • 451 EUR – 850 EUR monatlich:
Je nach Werkstudentengehalt zwischen 5 % - 21 % vom Brutto-Verdienst
   
  • Ab 850 EUR monatlich:
9,35 % vom Bruttoverdienst
   

Welche Auswirkungen hat der Mindestlohn im Werkstudenten-Gehalt auf das Kindergeld oder das BAföG, welches man bezieht? Wenn du unter 25 Jahre alt bist, hast du generell einen Anspruch auf Kindergeld – unabhängig vom Einkommen deiner Eltern. Dabei hat es keinen Einfluss darauf, ob du eine Werkstudententätigkeit ausführst, denn das Kindergeld erhältst du trotzdem.

Falls du noch BAföG beziehst, kannst du trotzdem eine Werkstudententätigkeit ausführen. Der Freibetrag für BAföG beträgt 5.400 EUR im Jahr. Dies sind bis zu 450 EUR brutto im Monat, die du verdienen darfst, ohne deine Ausbildungsförderung zu verlieren. Dabei ist es egal, ob du in mehreren Monaten etwas mehr verdienst und in anderen Monaten etwas weniger – Hauptsache ist, dass du nicht die 5.400 EUR im Jahr überschreitest.

4. Ist der Mindestlohn im Werkstudentenverhältnis eine gute Sache?

Es gibt mehrere Vor- und Nachteile, die durch die Zahlung des Mindestlohns entstehen – sowohl für den Arbeitgeber, als auch für den Werkstudenten. Wie diese genau aussehen, hat ALPHAJUMP für dich zusammengestellt.

Gehalt Mindestlohn Werkstudent

4.1 Vorteile des Mindestlohns

Für Werkstudenten und Werkstudenten kann man einige Vorteile für die Zahlung des Mindestlohns nennen:

  • Werkstudenten bauen sich durch die Tätigkeit ein berufliches Netzwerk auf und können ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Kompetenzen im Arbeitsleben anwenden – perfekt für Beruf und Karriere

  • Durch die Zahlung des Mindestlohns wird die Motivation der Studenten und Studentinnen gesteigert

  • Für Studenten ist die Zahlung des Mindestlohns eine perfekte Ergänzung zum Geldverdienen neben dem Studium, da man als Student ohnehin schon mit wenig Geld klar kommen muss

  • Durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes werden Arbeitnehmer vor sogenanntem „Lohndumping“ geschützt durch Arbeitskräfte aus Niedriglohnländern

  • Der Mindestlohn soll den Arbeitnehmer schützen vor Verarmung und das Existenzminimum sichern

  • Ungeachtet vom Mindestlohn sammeln Werkstudenten in ihrer Tätigkeit erste berufliche und praktische Erfahrungen, was ein großer Pluspunkt für die Zukunft ist

Zusätzlich darfst du als Werkstudent in den Semesterferien beispielsweise die kompletten 40 Stunden in der Woche arbeiten. Doch worauf du achten solltest ist, dass du nicht mehr als 182 Kalendertage im Jahr voll arbeitest.

Auch für den Arbeitgeber gibt es einige Vorteile für die Zahlung des Mindestlohns zu nennen:

  • Werkstudenten und Werkstudentinnen sind durch die Zahlung des Mindestlohns in der ausgeübten Tätigkeit motivierter und deshalb ist die geleistete Arbeit der Studenten im Unternehmen auch von größerem Wachstum geprägt

  • Für Arbeitgeber bedeutet die Zahlung des Mindestlohns an Werkstudenten und Werkstudentinnen meist automatisch eine größere Auswahl an qualifizierten Kandidaten zur Wahl

  • Für Arbeitgeber ist die Zahlung des Mindestlohns an Werkstudenten ein wichtiger Faktor in der Talentsichtung, da Studenten einen großen Beitrag zum Unternehmenserfolg beitragen durch die im Studium erlernten Fähigkeiten

4.2 Nachteile und Kritik des Mindestlohns

Prinzipiell ist der Mindestlohn dazu da, soziale Ungerechtigkeiten auszugleichen und dafür zu sorgen, dass man mit dem gezahlten Mindestlohn über seinem Existenzminimum leben kann. Jedoch gibt es in Bezug auf den Mindestlohn sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Werkstudenten einige Nachteile zu nennen.

Diese sehen für den Werkstudenten wie folgt aus:

  • Das Angebot an guten Werkstudentenplätzen ist durch die Zahlung des Mindestlohns gesunken, da viele Arbeitgeber keinen Mindestlohn zahlen möchten oder es sich leisten können und deshalb keinen Platz für Werkstudenten anbieten können – dies gilt ebenfalls für Praktika

Für den Arbeitgeber lässt sich auch ein Nachteil nennen, welches mit der Zahlung des Mindestlohns im Werkstudentenverhältnis umhergeht:

  • Der größte Nachteil an der Zahlung des Mindestlohns für den Studenten ist die Zahlung des Mindestlohns an sich, da sich viele Unternehmen nicht leisten können, den Mindestlohn zu zahlen und dafür lieber keine wirtschaftlichen Einbußen in Kauf nehmen möchten

4.3 Unterschiede zum Mindestlohn als Praktikant und als Werkstudent

Ein Werkstudent kann im Gegensatz zu einem Praktikanten als vollwertige und kompetente Teilzeitkraft angesehen werden, da Werkstudenten generell meist über einen bestimmten Zeitraum, wie zum Beispiel mehrere Semester während des Studiums im Unternehmen arbeiten und dementsprechend auch eingegliedert werden in Projekte und in Verantwortungen. Studentische Aushilfskräfte sind daher ein wertvoller Faktor für Unternehmen und ersetzen eine Lücke, wo sie ihr Know-How mit einbringen können. Daher ist der Mindestlohn, welcher eine Pflicht für Werkstudenten ist, ein angemessenes Gehalt für die Tätigkeiten der Studenten.

Unternehmen profitieren daher vom Uni-Wissen der Studenten und können Studenten direkt in Projekte und Abläufe mit einplanen, da Werkstudenten einen wichtigen Faktor in der Wertschöpfung des Unternehmens widerspiegeln.

Praktikanten hingegen haben zumeist eher wenig Erfahrung und brauchen erste gewisse Einarbeitungszeiten, damit sie einen wertbildenden Faktor für Unternehmen darstellen. Deswegen leiden Praktikanten und Praktikantinnen in vielen Branchen unter einem schlechten Ruf, da sie oft als günstige Arbeitskraft angesehen werden.

Eine weitere Unterscheidung zum Werkstudentenvertrag ist der sogenannte Minijob. Bei einem Minijob ist man geringfügig beschäftigt. Davon gibt es zwei verschiedene Arten – einmal die kurzfristige Beschäftigung und der sogenannte 450-Euro-Minijob. Für Minijobs gilt für Studenten auch die Mindestlohnregelung.

4.4 Fazit über die Zahlung des Mindestlohns als Werkstudent

Abschließend lässt sich sagen, dass die generelle Tätigkeit eines Werkstudenten eine zugleich wichtige Lücke in einem Unternehmen schließt, da das frisch erlernte Know-How der Studenten direkt im Arbeitsleben angewendet werden kann.

Ein Werkstudentenjob ist dazu da, um sich einen ersten Eindruck von der Berufswelt zu machen oder um zu schauen, in welche Richtung man sich beruflich orientieren möchte und um nebenbei Geld zu verdienen als studentische Hilfskraft. Dadurch lernt man selbst am besten, wo seine Potenziale sind und kann sichergehen, ob die Arbeit, die man als Student im Unternehmen ausführt, das Richtige für einen ist. Ein Werkstudentenjob hilft dir, deine für dich persönlich bestimmte berufliche Richtung einzuschlagen, in welcher du dich persönlich am wohlsten fühlst. Dies ist vor allem auch hilfreich, damit du weißt, was dich später im Berufsleben nach deinem Studium erwartet. Durch die Zahlung des Mindestlohns an Werkstudenten wird so einer Ausbeutung entgegengewirkt und das gute an Werkstudentenjobs ist, dass auch oft eine Bezahlung über dem Mindestlohn stattfindet.

Wenn du nun auf den Geschmack gekommen bist, dir einen Werkstudentenjob neben deinem Studium zu suchen, dann solltest du mit einem perfekten Anschreiben in deiner Bewerbung als Werkstudent glänzen können, wenn du dich auf einen Werkstudentenjob bewirbst.

Du suchst noch die perfekte Werkstudentenstelle für dich? Hier auf ALPHAJUMP findest du einen Überblick und die Möglichkeiten. Du kannst auch ein kostenfreies Profil erstellen und Jobanfragen von Arbeitgebern für eine Werkstudentenstelle erhalten oder deinen individuellen Job-Match erstellen.

Tipp: Brutto-Netto Berechnung:

Wie am Ende das Gehalt brutto pro Monat zu netto umgerechnet wird, kannst du ganz einfach und schnell mit einem brutto netto Rechner herausfinden. Auch im Artikel "Geldwerter Vorteil" haben wir ebenso einen brutto netto Rechner für dich eingebaut. Hier geht's direkt zum brutto netto Rechner.

Zum Abschluss noch ein Tipp für deine Jobsuche: Auf ALPHAJUMP kannst du dein kostenloses Job-Match erstellen und herausfinden, wie gut deine Kompetenzen zu deinem Traumjob matchen. Hier kannst Du dich kostenfrei registrieren und ganz bequem Jobanfragen von interessanten Arbeitgebern erhalten.

Quellen:

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