Probearbeiten - Der erste Schritt ins Berufsleben Der erste Schritt ins Berufsleben

Viele Unternehmen laden ihr Top-Bewerber heutzutage zum Probearbeiten ein. Das soll dem Bewerber einem ersten Eindruck verleihen. Außerdem sieht der Arbeitgeber wie der Bewerber sich schlägt.
Probearbeiten
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 18.09.2019 | Aktualisiert am: 18.09.2019

Worauf muss ich achten beim Probearbeiten?

Für Unternehmen wird es immer beliebter ihre Bewerber zum Probearbeiten einzuladen. Wir zeigen dir kurz und knapp was es für Besonderheiten beim Probearbeiten gibt und worauf du achten musst.

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1. Definition: Probearbeiten

Nach deiner Bewerbung und dem Bewerbungsgespräch für eine ausgeschriebene Stelle kann es passieren das, dass Unternehmen dich zum Probearbeiten bitten möchten. Du brauchst dich davor aber nicht fürchten. Damit wollen, Unternehmen nur schauen, ob du zu Ihnen passt. Jedoch kannst du diese Chance nutzen, um dich zu profilieren und zusätzlich dir ein genaueres Bild von dem Unternehmen zu machen.

Probearbeiten und Probezeit solltest du aber nicht verwechseln. Beim Probearbeiten lassen Unternehmen, Bewerber in den neuen Job hinein schnuppern. Nur für ein paar Stunden oder ein paar Tage, dort bist du dann ein Probearbeiter ohne Arbeitsverhältnis, da auch kein Abschluss eines Arbeitsvertrags vorliegt. Bei der Probezeit handelt es sich um einen längeren Zeitraum, meist ein paar Monate, wo bereits ein Arbeitsverhältnis und Arbeitsvertrag zugrunde liegt. Aufgrund dessen, das Arbeitgeber nicht verpflichtet sind Probearbeiten anmelden zu müssen, ist diese Variante so beliebt.

Wie bereits erwähnt handelt es sich beim ersten Probearbeitstag nur um das gegenseitige Kennenlernen. Meistens dauert der kurze Zeitraum für das Arbeiten auf Probe nur einen Tag. An diesem Tag wird dir dein Arbeitsumfeld, Kollegen und Aufgabenspektrum gezeigt. Das soll dir einen kleinen Einblick verschaffen. Gegeben, falls kannst du bereits kleinere Aufgaben übernehmen. Du solltest aber deine Chance nutzen und dich mit anderen Mitarbeitern unterhalten, vielleicht erfährst du mehr über das Unternehmen und dessen Arbeitsklima und Arbeitsbedingungen.

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2. Rechte & Plichten beim Probearbeiten

Wenn ein Unternehmen mehrere gute Bewerber für eine Stellenausschreibung hat, laden diese oftmals zu einem Arbeiten auf Probe ein. Hier gibt es aber einige Regeln zu beachten für dich und deinen Arbeitgeber. Falls einige dieser Regeln nicht eingehalten werden kann es passieren, dass unbeabsichtigt ein stillschweigender Abschluss eines Arbeitsvertrag geschlossen wurde, bevor das Arbeitsverhältnis begonnen hat.

Grundlegendes beim Probearbeiten

  • Probearbeiten wie lange darf der Zeitraum sein?: Lange darf die Probearbeit nicht dauern, aber für die Dauer der Probearbeit besteht keine feste Regelung. Unternehmen wird geraten die Dauer auf maximal einige Tage zu beschränken, damit kein gültiges Arbeitsverhältnis zustande kommt. Es bestehen keine bestimmten Arbeitszeiten, aber die Probearbeit ist zeitlich begrenzt. Falls der Zeitraum für die Probearbeit länger gehen sollte dann muss diese begründet sein, zum Beispiel weil bestimmte Aufgaben nur an bestimmten Tagen auftreten.

  • Aufgaben: Der Bewerber darf während seiner Probearbeit keine „verwertbare“ Arbeitsleistung erbringen sagt das Arbeitsrecht. Das bedeutet, er darf nur mitlaufen aber nicht die gleichen Aufgaben wie andere Mitarbeiter übernehmen. Da es sich dann nicht mehr um ein Einfühlungsverhältnis handelt, sondern um ein Arbeitsverhältnis. Jedoch darf der Bewerber einige kleine zeitlich beschränkte Teilaufgaben übernehmen. So besitzt der Arbeitgeber die Chance die Motivation und Qualifikationen des Bewerbers zu beurteilen.

  • Entlohnung: Probearbeiten bezahlt in der Regel das Unternehmen nicht. Gemäß Arbeitsrecht ist es nicht verpflichtet den Bewerber für seine geleistete Arbeitszeit zu entlohnen. Dies gilt auch, wenn der Bewerber Gewinn erwirtschaftet. Unternehmen können jedoch eine Entschädigung für den Zeitaufwand oder die Fahrtkosten erstatten sagt das Arbeitsrecht. Ohne Bezahlung als Entlohnung, sondern als Entschädigung sollte jedoch vom Arbeitgeber und Bewerber in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten werden und deutlich formuliert sein, dass es sich dabei nicht um eine Entlohnung der geleisteten Arbeit handelt.

  • Versicherung: Beim Probearbeiten handelt es sich meist um ein Einfühlungsverhältnis. Es ist kein Arbeitsvertrag zustande gekommen. Das bedeutet, falls du einen Schaden während deines Probetags verursachst, haftet deine Hauptpflichtversicherung.

    Bei dem Fall eines Unfalls ist die Frage welche Versicherung einspringt nicht direkt klar. Handelt es sich bei dem Probetage um ein Einfühlungsverhältnis (Schnuppertag) bist du nur dann unfallversichert, wenn du bereits vorher arbeitssuchend gemeldet bist, Leistungsempfänger der Agentur für Arbeit bist und der Probetag von dieser veranlasst wurde. Entsteht jedoch durch das Einfühlungsverhältnis ein Arbeitsverhältnis, so bist du gesetzlich unfallversichert. Jedoch muss der Unternehmer anschließend mit Regressforderungen rechnen da, er das Arbeitsverhältnis nicht gemeldet hat und somit die Person schwarz beschäftigt hat.

3. Probearbeiten Verhalten

Wenn du zu einem Tag Probearbeit eingeladen wirst, brauchst du nicht nervös zu sein, weil du nicht weißt was dich erwartet. Diese Tage dienen dazu dir einen Einblick ins Unternehmen zu gewähren und dein Arbeitgeber möchte schauen ob, du in sein Unternehmen passt.

Darauf achtet das Unternehmen

Wir von ALPHAJUMP haben mal einige Punkte zusammengefasst worauf du bei deiner Probearbeit achten solltest.

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Sehen, Hören und Lernen
  • Lernbereitschaft
  • Aufnahmefähigkeit
  • Umgang mit Kunden
  • Umgang mit Kollegen
  • Vorkenntnisse
  • Motivation
  • Teamfähigkeit
  • Problemlösungsfähigkeiten

Dein „zukünftiger“ Arbeitgeber wird dich beobachten und deine Arbeitsweise bewerten. Jedoch solltest du auch deine Umgebung beobachten. Dadurch erhältst du einen besseren Eindruck über deinen „zukünftigen“ Arbeitsplatz.

Darauf solltest du achten

Wir haben einige Punkte zusammengefasst, die du während deiner Probearbeit beobachten solltest.

  • Arbeitsbedingungen
  • Arbeitsatmosphäre
  • Hierarchie
  • Arbeitsbelastung
  • Kommunikation zwischen den Mitarbeitern
  • Interne Struktur

Manche Informationen dieser Punkte erhältst du am besten, indem du mit Mitarbeitern sprichst. Diese können dir viele wichtige und nützliche Informationen über deinen zukünftigen Chef verraten.

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4. No-Go`s die du dir nicht erlauben solltest

Mit dem Probearbeiten bist du schon mal einen weiteren Schritt von der Bewerbung hin zu deinem Traumjob gegangen. Zwar hast du du wortwörtlich schon den ersten Fuß in der Tür bei deinem eventuell neuen Arbeitgeber, doch schief gehen könnte es trotzdem noch. Damit dein Probearbeiten ein voller Erfolg wird und die den Fettnäpfchen aus dem Weg gehst haben wir dir hier die wohl größten NoGo's präsentiert:

Fehler beim Probearbeiten

  • Keine unnötigen Fragen: Das bedeutet, auch wenn Fragen stellen Interesse am Geschehen zeigt, solltest du nur wichtige Dinge nachfragen. Außerdem solltest du keinen Mitarbeiter mit deinen Fragen von seiner Arbeit abhalten. Dadurch wirfst du dich nur in ein schlechtes Licht vor deinem „zukünftigen“ Kollegen und auch vor deinem Chef.

  • Eigene Meinung: Natürlich jeder hat seine eigene Meinung zu einem Thema. Jedoch solltest du dich an deinem Probetag bedeckt halten. Ein großer Fehler wäre es, wenn du deinen „zukünftigen“ Kollegen sagst, wie er seine Arbeit zu verrichten hat. Du kannst deine persönliche Meinung zu einem Thema aussprechen, wenn du explizit danach gefragt wirst, aber achte darauf, dass es keine Fangfragen sind, womit dich dein Gegenüber nur testen möchte.

  • Verrate nicht zu viel: An deinem Probetag solltest du dich bedeckt halten. Das bedeutet nicht, dass du mit niemandem reden darfst. Achte darauf, was du von dir preisgibst. Es macht zum Beispiel keinen guten Eindruck, wenn du von deiner letzten Feier erzählst. Diese Geschichten können am Ende darüber entscheiden, ob du den neuen Job bekommst oder nicht.

  • Kein Pokerface: Bei einem Probetag kann es schnell mal dazu kommen, dass du unsicher wirst, sei es ein Gespräch mit einem Kollegen oder eine Aufgabe die du zum ersten Mal bewältigen musst. Das Beste, was du in dieser Situation machen kannst, ist es dein Pokerface aufzusetzen. Das ist zwar nicht immer einfach aber hinterlässt auch Eindruck bei deinem Chef, wenn du es schaffst schwierige Situationen alleine zu bewältigen.

  • Zu hoch stapeln: Es macht zwar einen guten Eindruck, wenn du bei jeder Aufgabenverteilung mit „Ja, das ist kein Problem für mich“ antworten kannst, aber achte darauf das du dich nicht übernimmst. Es wirft dich in ein schlechtes Licht, wenn du deinem Chef zusicherst eine Aufgabe zu erledigen, dies aber am Ende nicht schaffst.

  • Smartphone: Dies sollte eigentlich selbstverständlich sein, das Smartphone sollte auf leise eingestellt werden, am besten sogar ausgeschaltet. Zusätzlich solltest du auf der Arbeit nicht auf dein Smartphone schauen, sondern zeigen was du drauf hast. Ein Blick aufs Smartphone, auch wenn es nur für die Uhrzeit ist, kann schon negativ von deinem Vorgesetzten interpretiert werden.

5. Unsere 6 Tipps fürs Probearbeiten

Bei deinem ersten Probearbeitstag gibt es viele Punkte zu beachten. Bevor du dein Arbeiten auf Probe antrittst, solltest du diese bestimmten Voraussetzungen erfüllen.

Tipps für dein Probearbeiten oder deinen Probetag:

  1. Informieren: Am besten informierst du dich spätestens, bevor du ins Bewerbungsgespräch gehst. Schaue auf der Homepage nach und schau dir die Historie, Firmenpolitik und alle wichtigen Kerninfos an. Das verschafft dir ein wenig Hintergrundwissen und du bist sicherer bei dem Gespräch mit Kollegen oder deinem Chef. Zeige deinem Arbeitgeber, dass du ein Gewinn für das Unternehmen bist.

  2. Vorbereitung: Bereite dich bereits vor deinem Beginn auf Stresssituation vor. Viele Unternehmen wollen ihre neuen Mitarbeiter testen und setzen diese am Probetag unter Stress um ihre Reaktion zu beobachten.

  3. Pünktlichkeit: Das ist besser gesagt eine Grundvoraussetzung. Das bedeutet, du solltest ausgeruht und motiviert dort erscheinen. Bei längerer Anreise ist es oftmals sinnvoll einen Puffer für Staus oder Bus-/Zugverspätungen mit einzuplanen

  4. Kleidung: Kleider machen Leute! Dein äußeres Erscheinungsbild spiegelt deine Einstellung zu dem Probetag wider. Du brauchst, aber auch keinen Anzug zu tragen außer es ist in der Branche üblich. Kleide dich wie ein „Erwachsener“ in seinem normalen Arbeitsalltag. Als Mann reichen ein Hemd mit einer Jeans (ohne Löcher) und saubere Schuhe. Frauen können eine Bluse und dazu eine Jeans tragen mit angemessenen Schuhen. Das Ziel ist es nicht zu over- oder underdresst dort zu erscheinen. Dies gilt nicht, wenn dir bereits vorher Bescheid gesagt wurde, dass du Dienstkleidung tragen sollst.

  5. Einstellung: Wenn du eine Aufgabe bewältigt hast, warte nicht darauf das jemand dir eine neue erteilt. Zeigen deinem Vorgesetzten, dass du fertig bist und du dich gerne einer neuen Aufgabe widmen würdest. Dadurch signalisierst du Engagement, Motivation und Leistungsbereitschaft. Versuche Pausen einhalten und nicht zu spät zu erscheinen.

  6. Kommunikation: Wie bereits erwähnt sollst du keinen deiner Kollegen von der Arbeit abhalten. Jedoch kannst du in der Mittagspause Kontakt mit deinen Kollegen aufbauen. Sei offen, freundlich und kommunikativ durch diese Einstellung hinterlässt du den ersten Eindruck bei deinen „zukünftigen“ Kollegen und kannst in einem deine Chance nutzen mehr über das Unternehmen zu erfahren.

6. Was musst du nach dem Probearbeitstag beachten?

Die meisten Unternehmen laden mehrere Bewerber zum Probearbeiten ein. Das bedeutet, die Antwort kann einige Tage dauern. Jedoch kannst du im Anschluss deines Probetages auch nachfragen, wann du mit einer Antwort rechnen kannst. Falls du in der vorgegebenen Zeit keine Antwort erhältst, ist es auch legitim mit einem Telefonat nochmals nachzufragen. Wenn du im Anschluss die gute Nachricht erhältst, das du angenommen wurdest, solltest du diese Entscheidung nicht überstürzen. Reflektiere deinen Probearbeitstag nochmal und überlege dir alles gut. Ein Jobangebot nimmst du nicht jeden Tag an, deswegen sollte diese Entscheidung gut überlegt sein.

7. Fazit

Heutzutage laden viele Unternehmen ihre Top-Bewerber ein um diese Probearbeiten zulassen. Der Sinn und Zweck dafür ist es den Bewerber besser kennenzulernen und zu schauen wie dieser in gewissen Situationen reagiert. Zusätzlich durch diesen „Test“ sinken die Risiken für den Arbeitgeber jemand falsches einzustellen. Für die Bewerber ist das ebenfalls von Vorteil, da diese einen ersten Eindruck von dem Unternehmen erhalten. Wir von ALPHAJUMP haben nochmal die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst.

  • Die Probearbeit kann ein paar Stunden oder einige Tage lang dauern, aber der Standard ist ein Tag.

  • Während der Probearbeit darf der Bewerber keine wertschöpfende Arbeit bewältigen, da sonst ein Arbeitsverhältnis entsteht.

  • Der Bewerber darf für seinen Probetag keine Vergütung erhalten. Er darf eine Entschädigung erhalten für den Zeit- oder Fahrtaufwand den er durch den Probetag erhalten hat.

  • Halte dich an deinem Probetag bedeckt, gib nicht alles von dir preis und spare dir die wichtigen Fragen für die Mittagspause, wo du dich am besten mit deinen Kollegen unterhalten kannst.

Quellen:

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