Selbstständig Arbeiten: Vorurteile und Fakten

Da denkt jeder direkt an "selbst" und "ständig". Aber ist das wirklich so? Arbeitet man als Selbstständiger rundum die Uhr und ist mit seinem Job "verheiratet"? Wir haben die fakten rundum das Thema Selbständigkeit für dich in diesem Artikel zusammengefasst.

Selbstständigkeit

Inhaltsverzeichnis:

  1. Die Vorurteile der Selbständigkeit
  2. Selbständig arbeiten – die großen Herausforderungen
  3. Warum träumen so viele von Selbständigkeit?

Mit der Selbständigkeit verknüpfen sich viele Mythen und Vorurteile. Existenzgründer werden häufig belächelt und mit Skepsis betrachtet. Was da dran ist und was Selbständigkeit wirklich bedeutet: Wir haben die Fakten für dich!

1. Die Mythen der Selbständigkeit

  • Man muss studiert haben, um sich selbständig machen zu können.

    Natürlich nicht! Die Spanne der Bildungsgrade unter Selbständigen reicht vom Schulabbrecher bis zum Professoren Titel. Im Gesamten betrachtet ist es wohl eher so, dass die wenigstens Selbständigen studiert haben.

  • Selbst und ständig

    Natürlich müssen Selbständige viel arbeiten, gerade in der ersten Zeit nach der Existenzgründung. Rund um die Uhr zu arbeiten, hält jedoch niemand ewig durch und jeder muss sich seine Pausen einräumen und von der Arbeit abschalten.

  • Wer einmal selbständig, kann nie wieder angestellt arbeiten.

    Wenn man aus einer Selbständigkeit zurück in ein Angestelltenverhältnis möchte, ist das problemlos möglich. Viele Arbeitgeber wissen die von Selbständigen gesammelten Erfahrungen zu schätzen und stellen daher gerne ehemals Selbständige ein.

  • Selbständige können sich ihre Arbeitszeit frei einteilen.

    Das ist eher die Seltenheit. Viele Selbständige haben Angestellte, die geregelte Arbeitszeiten haben und mit denen sie zusammenarbeiten. Feste Geschäftszeiten werden von den Kunden größtenteils vorausgesetzt, aber gleichzeitig auch, dass man als Selbständiger Termine anbietet, die außerhalb der Geschäftszeiten der Kunden liegen.

  • Selbständige können Urlaub machen, wann Sie wollen.

    Theoretisch stimmt das. Praktisch sieht es anders aus. Urlaub muss man sich leisten können – finanziell und aus den Umständen heraus. Stehen Deadlines an, kann ein Unternehmer nicht einfach verschwinden. Auch wenn ein Selbständiger im Urlaub ist, muss er (eingeschränkt) für Kunden und Mitarbeiter erreichbar sein. Sich wirklich aus dem Unternehmen rauszuziehen und zu entspannen ist nur sehr eingeschränkt möglich.

  • Selbständige können arbeiten, wo Sie wollen.

    In gewissen Branchen mag das möglich sein. Die meisten Selbständigen müssen genauso in die Firma gehen, wie (ihre) Arbeitnehmer auch und dort präsent sein.

  • Arbeiten nach eigenen Regeln

    Die eigenen Regeln reichen maximal so weit, bis das Finanzamt ins Spiel kommt. Vielleicht ist man als Selbständiger in der Arbeitsgestaltung und -durchführung freier, als man das im Angestelltenverhältnis wäre, aber grundsätzlich müssen Selbständige sich genauso an Regeln halten, wie Arbeitnehmer auch.

  • Selbständige wählen ihre Kunden und/oder Projekte selbst aus

    Wer sich das erlauben kann, hat es wohl geschafft - oder die Geschäftswelt nicht verstanden. Meist wird vorwiegend die Arbeit gemacht, die da ist – ob die besonders toll ist oder nicht.

  • Als Selbstständiger verdient man viel Geld.

    Tatsächlich ist es so, dass es bei Selbständigen vor allem in der Gründungsphase runtergebrochen darum geht, dass sie selbst überleben müssen und außerdem ihre Rechnungen und Mitarbeiter bezahlen können müssen. Ein Unternehmer muss bereits einige Einnahmen haben, bis er nach Abzug von diversen Steuern, Beiträgen, Versicherungen, Gehältern usw. selbst überhaupt etwas verdient.

  • Sie haben keine nervigen Kollegen mehr.

    Als Einzelunternehmer stimmt das. Hat man einen Partner, ist es großes Glück, wenn das harmoniert, Angestellte und Kunden können noch viel nerviger sein, als Kollegen. Die Ansprüche an den Chef oder Geschäftspartner sind nämlich noch einmal ganz andere, als die an den Schreibtischnachbarn.

  • Selbstständige arbeiten in ihrem Traumjob.

    Häufig ist das Ziel der Selbständigkeit, den eigenen Traum zu verwirklichen. Ob das der späteren Realität entspricht, ist eine andere Sache. Für viele Selbständige ist ihre Form des Broterwerbs auch die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen.

  • Man muss Schulden machen, um ein Unternehmen zu gründen.

    Je nach Unternehmensform muss man ein bestimmtes Mindestkapital als Einlage mitbringen. Dafür muss man aber nicht zwangsläufig einen Kredit aufnehmen.

2. Selbständig arbeiten – die großen Herausforderungen

Selbständig zu sein bedeutet auch, sich selbständig

  • zu organisieren
  • zu motivieren
  • Strukturen zu erarbeiten und
  • Regeln festzulegen

Existenzgründer stehen vor vielen Fragen, die unbedingt mit einem Fachmann besprochen werden müssen.

  • Stehen mir Zuschüssen zu und wenn ja, wo bekomme ich die?
  • Wer berät mich zu meiner Geschäftsidee?
  • Wie erstelle ich einen Businessplan?
  • Welche Rechtsform ist die richtige für meine Firma?
  • Wie funktioniert das alles mit Versicherungen und Steuern?
  • Miete ich Räume an oder arbeite ich von zu Hause aus?
  • Brauche ich Mitarbeiter? Wenn ja für was und mit welchem Arbeitszeitumfang
  • Und vieles mehr…

Gründungsberatungen bieten viele Steuerberater an, aber auch spezielle Beratungsbüros oder Sprechstunden an Unis usw.

3. Warum träumen so viele von Selbständigkeit?

Fragt man in seinem Bekanntenkreis, kann scheinbar jeder der Vorstellung, selbstständig zu sein, etwas abgewinnen. In den meisten Fällen ist dieser Wunsch dadurch begründet, dass man mit der eigenen Situation als Arbeitnehmer unzufrieden ist und man einen Ausweg aus dieser Situation sucht und die Befürchtung besteht, dass es bei einem anderen Arbeitgeber genauso schlimm sein wird. Die Gedanken drehen sich dabei häufig nur um die Annehmlichkeiten der Selbständigkeit und lassen die damit erst entstehenden Probleme und Herausforderungen außer Acht. Den Mut, den doofen Job tatsächlich zu kündigen, das sichere Gehalt aufzugeben und sich den Herausforderungen der Selbständigkeit zu stellen, bringen die wenigsten tatsächlich auf.

Zweifelsohne hat es viele Vorteile, selbständig zu sein, es bringt allerdings auch große Herausforderungen mit sich. Dennoch wäre es falsch, zu verallgemeinern und die Selbständigkeit als die ultimative Berufstätigkeit zu beschreiben. Jeder muss für sich die Möglichkeiten ausloten und entscheiden, ob die Selbständigkeit der Weg zum eigenen beruflichen Glück ist.

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