Selbstständig Arbeiten Das solltest du alles über die Selbständigkeit wissen!

Da denkt jeder direkt an "selbst" und "ständig". Aber ist das wirklich so? Arbeitet man als Selbstständiger rund um die Uhr und ist mit seinem Job "verheiratet"? Oder bedeutet Selbständigkeit, dass man sich endlich nicht mehr ständig mit dem Chef herumschlagen muss und sich seine Arbeitszeit so einteilen möchte, wie es einem am besten passt und nebenbei noch seine eigenen Ideen zur Realität machen kann, sodass man seine Arbeit mit Leidenschaft ausübt. ALPHAJUMP hat für dich die Fakten rundum das Thema Selbständigkeit mit all seinen Vor- und Nachteilen und Klischees in diesem Artikel zusammengefasst.

Selbstständigkeit
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 11.12.2017 | Aktualisiert am: 07.03.2019

Ist Kontrolle wirklich besser als Vertrauen?

Mit der Selbständigkeit verknüpfen sich viele Mythen und Vorurteile. Existenzgründer oder Gründer von Start-Up-Unternehmen werden häufig belächelt und mit Skepsis betrachtet. Was da wirklich dran ist und was Selbständigkeit eigentlich bedeutet: Wir haben die Fakten für dich gesammelt!

Du bist nach einem spannenden und interessanten Job? Auf ALPHAJUMP erhältst du kostenlose Job-Angebote und Job-Anfragen von Arbeitgebern, die dir tolle Karrierechancen bieten. Hier kannst du dich kostenfrei registrieren.

1. Die Mythen der Selbständigkeit

Die meisten Menschen der arbeitenden Bevölkerung üben ihren Beruf als Angestellte aus. Viele Menschen denken gar nicht an die Selbstständigkeit, weil sie lieber feste Strukturen und feste Arbeitszeiten bevorzugen oder fehlende Ideen oder Angst haben, und deshalb nicht die Schritte zur Selbstständigkeit wagen.

Mythos #1
Man muss studiert haben, um sich selbständig machen zu können:

Natürlich nicht! Die Spanne der Bildungsgrade unter Selbständigen reicht vom Schulabbrecher bis zum Professoren Titel. Im Gesamten betrachtet ist es wohl eher so, dass die wenigstens Selbständigen studiert haben, denn es gibt sehr viele Branchen, wie zum Beispiel Handwerksbetriebe oder Generationenbetriebe, wo sehr viele Selbstständige ohne ein Studium einen gut laufenden Betrieb auf die Beine gestellt haben und damit ihr Geld verdienen und ihre eigenen Ideen einbringen können. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten – auch ohne ein Studium – sich kaufmännische Kenntnisse anzueignen, die für die Selbstständigkeit obligatorisch sind.

Mythos #2
Selbst und ständig:

Natürlich müssen Selbständige viel arbeiten, gerade in der ersten Zeit nach der Existenzgründung. Rund um die Uhr zu arbeiten, hält jedoch niemand ewig durch und jeder muss sich seine Pausen einräumen und von der Arbeit abschalten.

Mythos #3
Wer einmal selbständig, kann nie wieder angestellt arbeiten:

Wenn man aus einer Selbständigkeit zurück in ein Angestelltenverhältnis möchte, ist das problemlos möglich. Viele Arbeitgeber wissen die von Selbständigen gesammelten Erfahrungen zu schätzen und stellen daher gerne ehemals Selbständige ein. Auch wenn es mit der Selbstständigkeit nicht geklappt hat oder man sich nicht wohl gefühlt hat und man es sich anders vorgestellt hat, als Selbstständiger zu arbeiten, kann einem niemand die gesammelten Erfahrungen nehmen und ist um die Erfahrungen reicher, die man als Selbstständiger gesammelt hat. Zudem gibt es auch die Möglichkeit zur nebenberuflichen Selbstständigkeit, wenn man den Fokus nicht komplett auf die berufliche Selbstständigkeit des Unternehmens setzen möchte.

Mythos #4
Selbständige können sich ihre Arbeitszeit frei einteilen:

Das ist eher die Seltenheit. Viele Selbständige haben Angestellte, die geregelte Arbeitszeiten haben und mit denen sie zusammenarbeiten. Feste Geschäftszeiten werden von den Kunden größtenteils vorausgesetzt, aber gleichzeitig auch, dass man als Selbständiger Termine anbietet, die außerhalb der Geschäftszeiten der Kunden liegen und sich dementsprechend anpassen kann. Oft ist es bei Selbstständigen auch so, dass man auch gerade in der Anfangszeit der Existenzgründung sehr viel Zeit in sein Unternehmen hineinstecken muss, um einerseits Kunden zu gewinnen und um den Geschäftsbetrieb voranzutreiben. Dazu gehört dann auch, dass Selbstständige auch am Wochenende und auch den ganzen Tag und auch abends arbeiten müssen, um sich ihren unternehmerischen Erfolg zu sichern. Hinzu sollten Selbstständige auch nicht vorhergesehene Arbeit mit einplanen, denn es kann immer mal zu Zwischenfällen kommen, wo die eigentliche Arbeit liegen bleibt und deshalb müssen Selbstständige auch oft unter Zeitdruck arbeiten um bestimmte Dinge zu erledigen.

Mythos #5
Selbständige können Urlaub machen, wann Sie wollen:

Theoretisch stimmt das, da man sein eigener Chef ist. Praktisch sieht es anders aus. Urlaub muss man sich leisten können – finanziell und aus den Umständen heraus. Stehen Deadlines an, kann ein Unternehmer nicht einfach verschwinden. Auch wenn ein Selbständiger im Urlaub ist, muss er (eingeschränkt) für Kunden und Mitarbeiter erreichbar sein. Sich wirklich aus dem Unternehmen rauszuziehen und zu entspannen ist nur sehr eingeschränkt möglich.

Mythos #6
Selbständige können arbeiten, wo Sie wollen:

In gewissen Branchen mag das möglich sein. Die meisten Selbständigen müssen genauso in die Firma gehen, wie (ihre) Arbeitnehmer auch und dort präsent sein, denn sie müssen dafür sorgen, dass der Arbeitsalltag geregelt ist und für Fragen bei ihren Arbeitnehmern zur Verfügung stehen. Dies gilt sicherlich nur für Branchen, wo man auch Homeoffice machen kann, jedoch nicht für beispielsweise Handwerksbetriebe.

Mythos #7
Arbeiten nach eigenen Regeln:

Die eigenen Regeln reichen maximal so weit, bis das Finanzamt ins Spiel kommt. Vielleicht ist man als Selbständiger in der Arbeitsgestaltung und -durchführung freier, als man das im Angestelltenverhältnis wäre, aber grundsätzlich müssen Selbständige sich genauso an Regeln halten, wie Arbeitnehmer auch.

Mythos #8
Selbständige wählen ihre Kunden und/oder Projekte selbst aus:

Wer sich das erlauben kann, hat es wohl geschafft - oder die Geschäftswelt nicht verstanden. Meist wird vorwiegend die Arbeit gemacht, die da ist – ob die besonders toll ist oder nicht.

Mythos #9
Als Selbstständiger verdient man viel Geld:

Tatsächlich ist es so, dass es bei Selbständigen vor allem in der Gründungsphase runtergebrochen darum geht, dass sie selbst überleben müssen und außerdem ihre Rechnungen und Mitarbeiter bezahlen können müssen. Ein Unternehmer muss bereits einige Einnahmen haben, bis er nach Abzug von diversen Steuern, Beiträgen, Versicherungen, Gehältern usw. selbst überhaupt etwas verdient. Zudem muss die Geschäftsidee auch gut durchdacht sein, damit sich damit viel Geld verdienen lässt. Am Anfang jeder Selbstständigkeit müssen zu allererst Investitionen getätigt werden, um den Geschäftsbetrieb überhaupt ins Rollen zu bringen.

Mythos #10
Sie haben keine nervigen Kollegen mehr:

Als Einzelunternehmer stimmt das. Hat man einen Partner, ist es großes Glück, wenn das harmoniert, Angestellte und Kunden können noch viel nerviger sein, als Kollegen. Die Ansprüche an den Chef oder Geschäftspartner sind nämlich noch einmal ganz andere, als die an den Schreibtischnachbarn.

Mythos #11
Selbstständige arbeiten in ihrem Traumjob:

Häufig ist das Ziel der Selbständigkeit, die Verwirklichung eigener Träume. Ob das der späteren Realität entspricht, ist eine andere Sache. Für viele Selbständige ist ihre Form des Broterwerbs auch die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen. Oft stellen sich angehende Selbstständige das Arbeiten in ihrem Traumjob sehr viel einfacher und entspannter vor, als es dann in Wirklichkeit ist, da vor allem am Anfang in den ersten Jahren der Selbstständigkeit sehr viel dafür getan werden muss, dass im Endeffekt die Arbeit zur perfekten Arbeit wird.

Mythos #12
Man muss Schulden machen, um ein Unternehmen zu gründen:

Je nach Unternehmensform muss man ein bestimmtes Mindestkapital als Einlage mitbringen. Dafür muss man aber nicht zwangsläufig einen Kredit aufnehmen. Häufig sind jedoch viele Kosten mit der Selbstständigkeit verbunden, an die man nicht direkt denkt. Dazu zählen unter anderem Gründungskosten und auch Investitionen. Zu den Gründungskosten zählen vor allen Dingen die administrativen Kosten, wie zum Beispiel die Notarkosten, Gewerbeanmeldungskosten und Anwaltskosten. Zu den Investitionen gehören die Anmietung von Geschäftsräumen, Lagerhallen oder sonstigen Immobilien für die Geschäftsverrichtung des Unternehmens, sowie Fahrzeuge und eventuelle Materialien oder Rohstoffe je nach Branche, sowie Kosten für die Geschäftsausstattung, Marketingkosten und auch etwaige Personalkosten. Zudem kommen auch noch Steuern, Versicherungen und Gebühren auf Selbstständige zu.

Jedoch gibt es für Selbständige und angehende Selbstständige auch einige Möglichkeiten zum Sparen, damit man mit der Unternehmensgründung keine Schulden machen muss. Man kann beispielsweise eine günstigere Unternehmensform wählen je nach Geschäftsmodell, man kann sich gebrauchte Güter für die Geschäftsausstattung kaufen und Lagerhallen oder Büroräume mit anderen Unternehmen teilen oder Bürogemeinschaften nutzen. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten – unter anderem auch mit Leasing – um Kosten zu sparen bei der Unternehmensgründung. Jedoch wird man ohne Eigenkapital nicht die optimalen Chancen nutzen können, um sich so seine Selbstständigkeit aufzubauen. Doch es gibt auch für Existenzgründer oder generell Menschen, die ein Unternehmen gründen möchten, Kredite für Selbstständige, damit der Einstieg besser gelingt.

Du suchst einen Job?
Hier erhältst Du Job-Angebote von Top-Arbeitgebern
Jetzt Profil anlegen
Drop_animation

2. Selbständig arbeiten – die großen Herausforderungen

Die Selbstständigkeit kann die beste Idee in deiner Karriere sein, ist aber auch häufig gerade in der ersten Zeit mit kleineren oder größeren Schwierigkeiten verbunden. Zudem ist es für Selbstständige auch eine große Herausforderung, ihren Alltag und Ihre Familie unter einen Hut zu bekommen und sich somit eine ausgeglichene Work-Life-Balance zu schaffen.

Selbständig zu sein bedeutet auch, sich selbständig

  • Zu organisieren
  • Zu motivieren
  • Strukturen zu erarbeiten und
  • Regeln festzulegen

Gründungsberatungen bieten viele Steuerberater an, aber auch spezielle Beratungsbüros oder Sprechstunden an Unis usw., wobei über die Voraussetzungen über eine erfolgreiche Unternehmensgründung informiert werden und Themenbereiche besprochen werden, mit denen sich angehende Selbstständige befassen müssen und wo man sich diesbezüglich beraten lassen kann.

Existenzgründer stehen vor vielen Fragen, die unbedingt mit einem Fachmann besprochen werden müssen

  • Stehen mir Zuschüssen zu und wenn ja, wo bekomme ich die?
  • Wer berät mich zu meiner Geschäftsidee?
  • Wie erstelle ich einen Businessplan?
  • Welche Rechtsform ist die richtige für meine Firma?
  • Wie funktioniert das alles mit Versicherungen und Steuern?
  • Miete ich Räume an oder arbeite ich von zu Hause aus?
  • Brauche ich Mitarbeiter? Wenn ja für was und mit welchem Arbeitszeitumfang
  • Und vieles mehr…

In dem folgenden Video findest du alle wichtigen Grundlagen für die ersten Schritte in die Selbstständigkeit und was es generell bedeutet, selbstständig zu sein:

3. Warum träumen so viele Menschen von Selbständigkeit?

Fragt man in seinem Bekanntenkreis, kann scheinbar jeder der Vorstellung, selbstständig zu sein, etwas abgewinnen. In den meisten Fällen ist dieser Wunsch dadurch begründet, dass man mit der eigenen Situation als Arbeitnehmer unzufrieden ist und man einen Ausweg aus dieser Situation sucht und die Befürchtung besteht, dass es bei einem anderen Arbeitgeber genauso schlimm sein wird. Die Gedanken drehen sich dabei häufig nur um die Annehmlichkeiten der Selbständigkeit und lassen die damit erst entstehenden Probleme und Herausforderungen außer Acht. Den Mut, den doofen Job tatsächlich zu kündigen, das sichere Gehalt aufzugeben und sich den Herausforderungen der Selbständigkeit zu stellen, bringen die wenigsten tatsächlich auf.

Oft drehen sich die Gedanken bei der Selbstständigkeit auch darum, wenn man eine innovative Idee hat und diese verwirklichen will und voll ganz hinter dieser Idee steht, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Dazu sollte man den Traum der Selbstständigkeit auch komplett durchdachte haben mit allen möglichen Szenarien.

Zweifelsohne hat es viele Vorteile, selbständig zu sein, es bringt allerdings auch große Herausforderungen mit sich. Dennoch wäre es falsch, zu verallgemeinern und die Selbständigkeit als die ultimative Berufstätigkeit zu beschreiben. Jeder muss für sich die Möglichkeiten ausloten und entscheiden, ob die Selbständigkeit der Weg zum eigenen beruflichen Glück ist.

Quellen:

War dieser Artikel hilfreich?

Dein Feedback hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern. Nimm dir bitte eine Sekunde Zeit und gib uns hiermit eine Rückmeldung, ob dir der Beitrag gefallen hat!

Vielen Dank für dein Feedback!

Unsere neuesten Jobs

Beliebteste Artikel

Interessante Artikel die Dich interessieren können


Registriere dich jetzt schnell & kostenlos

ALPHAJUMP - Deutschlands größte Job-Matching-Plattform für Akademiker

oder anmelden mit

Mit dem Klick auf "Kostenlos registrieren" akzeptierst du die AGB und Datenschutzbestimmung von ALPHAJUMP und bestätigst, diese gelesen und verstanden zu haben.

arrow_drop_down
Inhaltsverzeichnis
Wir verwenden Cookies, um dir alle Funktionen ermöglichen zu können. Durch die Nutzung der Seite stimmst du unserer Cookie-Richtlinie zu.