Männersache? Hartnäckige Klischees auf dem Arbeitsmarkt Typische Berufe am Arbeitsmarkt

Sind typische Männerberufe nur Jobs für Männer? Was sind typische Frauenberufe? Warum arbeiten so wenige Frauen in Männerberufen und warum noch weniger Männer in Frauenberufen? Wir haben diese Fragen für dich recherchiert und räumen mit den Klischees am Arbeitsmarkt auf!
Typische Berufe
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 19.12.2017 | Aktualisiert am: 16.05.2019

Typisches Klischee - Männerberuf oder Frauenberuf

Über Jahrzehnte hinweg haben sich hartnäckige Klischees auf dem Arbeitsmarkt festgesetzt. Frauen gehören ins Büro und Männer in die Werkstatt? Zwar sind handwerkliche und technische Berufe immer noch eine Männerdomäne und die meisten Sekretariate sind mit Frauen besetzt, aber in vielen Bereichen gelten die alten Regeln einfach nicht mehr. Wir sagen dir, welches typische Berufe für Frauen- und welches klassische Männerberufe sind und räumen mit den Klischees auf dem Arbeitsmarkt auf, denn heute gibt es nahezu keine Jobs mehr, die nur für Frauen oder nur für Männer interessant sind.

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1. Bedeutung Klischee

Als Klischee bezeichnet man eine innovative Vorstellung, Redensart, Kunstwerk oder ein Stilmittel welches veraltet ist. Es ist eine vorgeprägte Wendung, Ausdrucksweise oder Denkschemata, die ohne individuelle Überzeugung einfach unbedacht übernommen werden. So auch im Beruf: Früher durften Frauen nicht arbeiten, sie gehörten nach Hause hinter den Herd und mussten auf die Kinder aufpassen, während die Männer das Geld verdienten.

Heutzutage dürfen Frauen auch arbeiten. Etwa die Hälfte aller Männer und mehr als ein Drittel aller Frauen arbeiten in Berufen, die zu 80 Prozent und mehr vom eigenen Geschlecht dominiert werden. Gerade mal jeder fünfte hat ein ausgewogenes Verhältnis am Arbeitsplatz.

Dennoch gibt es einige Klischees welche Berufe von Frauen und Männern ausgeübt werden „dürfen“. Woran das liegt und welche Berufe angeblich für Frauen und welche für Männer geeignet sind, zeigt ALPHAJUMP euch in diesem Text.

2. Typische Frauenberufe

In den typischen Berufen für Frauen liegt der Frauenanteil bei über 80 Prozent. Warum diese Berufe untypisch für Männer sind, hat häufig historische Gründe und hängt auch von den Vorbehalten der Männer ab.

Das sind die "typische" Frauenberufe:
  • Medizinische Fachangestellte
  • Hauswirtschafterin
  • Kosmetikerin
  • Rechtsanwaltsfachangestellte
  • Erzieherin
  • Friseurin

Insgesamt sind als die Hälfte der berufstätigen Frauen im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel oder in der Verwaltung tätig.

3. Typische Männerberufe

In einigen Jobs ist eine klare Männerdominanz erkennbar. Auch die ist meist historisch begründet und hängt heute noch damit zusammen, dass Frauen ebenfalls Vorbehalte haben.

Das sind die "typische" Männerberufe:
  • Straßenbauer
  • Maurer
  • KFZ-Mechatroniker
  • Tischler
  • Metallbauer
  • Elektroniker
  • Dachdecker

Warum Frauen manche Berufe von Männern nicht so häufig ausführen, liegt zum Teil auch an der Körperlichkeit. Es ist kein Geheimnis, dass Männer schneller und leichter Muskeln aufbauen und demnach auch häufig stärker als Frauen sind. Berufe die mit schwerer Arbeit zu tun haben, werden daher derzeit noch mehr von Männern ausgeführt.

4. Welche Probleme treten auf?

Woran kann es liegen, dass manche Männer oder Frauen bestimmte Berufe nicht ausüben wollen? Viele haben dennoch ein bestimmtes Bild im Kopf: „Ne.. Elektroniker? Das müssen Männer machen!“ Viele haben zum Beispiel auch Angst davor als Schwach wahrgenommen zu werden.

Welche Probleme es gibt bei der Berufswahl von Männern und Frauen, zeigen wir dir hier:

  • Männer befürchten, aufgezogen zu werden, wenn sie einen typischen Frauenberuf ausüben.
  • Männer möchten nicht als „Weich“ oder „Schwach“ wirken, wenn sie keinen richtigen Männerberuf ausüben
  • Typische Frauenjobs sind meist schlechter bezahlt als typische Männerjobs. Auch das spielt sicherlich eine Rolle, warum Männer nicht stärker in diesen Bereichen tätig werden.
  • Frauen befürchten, in typischen Männerberufen von ihren Kollegen nicht anerkannt zu werden, sich in den Berufen nicht behaupten zu können oder dem (körperlich) nicht gewachsen zu sein.
  • Häufig stecken besonders Frauen noch in dem traditionellen Rollenbild fest, dass der Mann die Familie versorgt und die Frau sie umsorgt. Sie vergessen dabei, dass sie sich inzwischen vermutlich bis zum Rentenalter oder sogar darüber hinaus mit ihrem Beruf selbst versorgen können müssen - wenn nicht sogar die gesamte Familie.
  • Teilzeitstellen und geringfügige Beschäftigungen werden überwiegend mit Frauen besetzt.
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5. Wie werden die Klischees gelöst?

Seit einiger Zeit werden immer mehr Initiativen, Projekte und Veranstaltungen ins Leben gerufen, die jungen Menschen vor der Wahl ihrer Ausbildung oder ihres Studiums helfen sollen, über den Tellerrand zu schauen und die Augen zu öffnen für Berufe, die traditionell eher vom anderen Geschlecht ausgeübt werden. Zukünftige Auszubildende und Studenten sollen dazu gebracht werden, ihren Beruf nach ihren Talenten und Vorlieben zu wählen und nicht nach veralteten Klischees. Eine solche Veranstaltung ist beispielsweise der Girls’Day, an dem Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schüler/innen ab der 5. Klasse öffnen. An diesem Tag lernen die Mädchen Ausbildungsberufe und Studiengänge in den Bereichen Informatik, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen, in denen Frauen bisher eher rar waren. Eine andere Möglichkeit ist, dass sie weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft und Politik begegnen. Auf der anderen Seite kann dieser Tag von Jungs genutzt werden, um in typische Frauenberufe reinzuschnuppern.

6. Zusammenfassung

Auch heute noch wird man bei der Ausbildungs- und Studienwahl mit den Klischees klassischer Männer- und klassischer Frauenberufe konfrontiert, obwohl diese Einstellung vollkommen überholt ist. Viele Initiativen, Projekte und Veranstaltungen haben es sich als Ziel gesetzt, diese Klischees aufzulösen und jungen Menschen den Weg in eine Ausbildung oder Studium zu ermöglichen, die ihren Talenten und Vorlieben wirklich entsprechen und nicht den allgemein gültigen Vorstellungen von Frauen- und Männerjobs.

Weiterhin Leben nach dem Klischee einige Menschen die sich noch nicht trauen ihren eigentlichen Bedürfnissen nachzugehen.

Zudem treten immer wieder Probleme auf bei bereits Berufstätigen, die einen Job ausüben der eigentlich vom anderen Geschlecht ausgeübt wird.

Quellen:

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