Führungskompetenz lernen und verbessern Führungskompetenz für besseres Leadership

Eine optimale Führungsarbeit ist von großer Bedeutung für das Unternehmen. Doch ein Team kompetent führen zu können bedeutet nicht nur Aufgaben zu verteilen und Anweisungen zu geben, es verbirgt sich viel mehr hinter der Fähigkeit als einige vermuten würden. Die Führungskompetenz ist eine komplexe Aufgabe und Herausforderung die jeder lernen kann für die aber auch andere Kompetenzen notwendig sind.Welche weiteren Soft Skills man für die Führungskompetenz benötigt, zeigen wir dir in diesem Artikel.
Führungskompetenz
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 04.03.2019 | Aktualisiert am: 21.11.2019

Führungskompetenz im Beruf

Wer herausragende Leistungen bei seiner Arbeit erzielt und sehr gut Bescheid weiß, steigt meist als Teamleiter auf und wird so zur Führungskraft. Alleine das Wissen reicht aber nicht um ein Team zu leiten. Nur, weil jemand über ein großes Wissen seiner Arbeit verfügt heißt das nicht, dass er auch bereit ist oder die Fähigkeit besitzt ein Team zu leiten. Zudem muss man sich erstmal in der neuen Rolle zurecht finden und einen guten Umgang mit Menschen erlernen. Weitere Informationen zum Thema Führungskompetenzen könnt ihr in diesem Artikel lesen.

1. Definition

Was bedeutet Führungskompetenz?

Führungskompetenz ist eine soziale Kompetenz die die Fähigkeit beschreibt durch Interaktion vermittelnde Ziele festzulegen, Verhalten anderer Menschen zu beeinflussen und so zu führen, dass Ziele in Resultate umgesetzt werden. Zusätzlich besteht die Führungsfunktion in der Sicherung des Gruppenzusammenhalts und der Fähigkeit andere Menschen zu motivieren.

Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein und Belastbarkeit sind wichtige Soft Skills die relevant für eine Führungskraft sind. Anhand des Begriffs Führungskompetenz wird die Fähigkeit beschrieben die Richtung und Ziele überzeugend und motivierend festzulegen. Führung bedeutet außerdem, dass mit Vertrauen produktive Arbeitsbedingungen hergestellt werden sollen. Ebenso sollen notwendige Veränderungen und Ziele in Resultate umgesetzt werden um somit bessere Ergebnisse zu erzielen.

Unter Führungskompetenz verstehen viele Unternehmen auch die Fähigkeit das Unternehmen zu einem wirtschaftlichen Erfolg zu führen. Sie setzt sich aus weiteren Kompetenzen von Führungskräften zusammen die für die Führungsposition geschätzt werden.

Führungskompetenz bedeutet also:

  • das vorzuleben, was man auch von seinen Mitarbeitern fordert.
  • Kundenbewusstsein zu entwickeln. Kunden sind sehr wichtig für das Unternehmen und sollten daher im Fokus behalten werden.
  • mit Mitarbeitern zusammenarbeiten, die Ziele und Erwartungen klar definieren aber trotzdem ein gutes und respektvolles Verhältnis aufbauen.
  • Feedback und Kritik geben und annehmen, Mitarbeiter in ihrer Entwicklung unterstützen.
  • Charisma und Spaß! Besonders wichtig für ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern heißt auch eine charismatische Persönlichkeit zu haben.
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2. Relevanz von Führungskompetenz

Warum ist Führungskompetenz so wichtig?

Die Relevanz von Führungskompetenz hat sich in den letzten Jahren stetig erhöht. Um einen geordneten Ablauf und eine gut geplante Organisation im Unternehmen vorzufinden benötigt es eine Führungskraft. Die zügige Umsetzung der Ansprüche im Arbeitsalltag und der Unternehmensziele lassen sich dem Aufgabenbereich unterordnen. Mithilfe einer gut strukturierten Führungsebene wächst ein Unternehmen mit zufriedenen Mitarbeitern ständig weiter.

2.1 Vorbildfunktion

Führungskräfte repräsentieren die Unternehmenskultur nach innen indem sie persönlich, partnerschaftlich und respektvoll mit den Mitarbeitern agieren. Als Teamplayer überzeugen sie durch sachliche Argumente und handeln lösungsorientiert. Gleichzeitig verhalten sie sich verlässlich, fair und nehmen Kritik ernst. Personen in der Führungsebene legen großen Wert auf Chancengleichheit, Vielfalt und Gleichbehandlung.

2.2 Vermittlungsfunktion

Als Vermittler arbeiten Führungskräfte für zwei Interessengruppen. Die Interessen werden von Personengruppen oder Einzelpersonen vertreten, indem die Führungskräfte als Ansprechpartner fungieren. Zusätzlich übertragen sie von der Führungsebene festgelegte Ziele in den Arbeitsalltag. Führungskräfte sind verantwortlich für das Konfliktmanagement, wodurch sie Streitsituationen klären und Lösungen vorschlagen.

2.3 Unterstützungsfunktion

Arbeitgeber in der Führungsebene sind Ansprechpartner für Fragen hinsichtlich der Aufgaben, des Ablaufs und der Ziele eines Prozesses. Führungskräfte setzen sich für die Gesundheit der Mitarbeiter ein, um eine Überlastung der Arbeitnehmer zu vermeiden. Schlussfolgernd unterstützen sie ihre Mitarbeiter und zeigen durch transparentes, planvolles und beteiligungsorientiertes Vorgehen Sinn und Perspektivenvielfalt eines wandelnden Unternehmens auf.

2.4 Entwicklungsfunktion

Ob und inwiefern ein zukünftiger Arbeitnehmer auf eine Stellenausschreibung passt, entscheidet eine Führungskraft. Bereits angestellte Mitarbeiter werden auf ihren Arbeitsplatz angepasst. Sie erhalten die Möglichkeit an fachlichen Weiterentwicklungen teilzunehmen und ihre Potenziale zu stärken und fördern.

Auch für die Forschung ist das Thema Führungskompetenz relevant. Beispiele für Forscher auf dem Gebiet der Leadership Studies sind der verstorbene Politologe James MacGregor Burns und der Professor für Internationales Management und Marketing Waldemar Pelz. Beide beschäftigten sich mit dem Führungsmanagement und der bestimmten Führungskompetenz.

3. Führungsstile

Welche Führungsstile gibt es?

Ein Führungsstil beschreibt das langfristige Verhaltensmuster und die Art und Weise wie eine Führungskraft sich gegenüber seinem Kollegium der meist niedrigeren Position verhält. Die beiden Soziologen Max Weber und Kurt Lewin haben basierend auf ihren Untersuchungen Führungsstile mit unterschiedlichen Schwerpunkten festgelegt.

3.1 Führungsstile nach Max Weber

Der deutsche Soziologe und Nationalökonom Max Weber hat in seiner Karriere verschiedene Führungsstile entwickelt, die noch heute in vielen Bereichen als Grundlage genommen wird. Im Folgenden gehen wir auf die Führungsstile von Max Weber ein.

  • patriarchalischer Führungsstil: Ein heutzutage selten auffindbarer Führungsstil, in dem die in der unteren Ebene arbeitenden Personen ein Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber hegen. Im Gegenzug kümmert sich dieser bei Schwierigkeiten um deren Probleme. Die Führungsposition definiert sich anhand des Alters, des Wissens und Erfahrungsschatzes.

  • charismatischer Führungsstil: Menschliche Fähigkeiten, summiert mit Empathie und einem angenehmen Erscheinungsbild definieren eine charismatische Führungskraft. Ohne seinen Angestellten verpflichtet zu sein, kann ein Charismatiker von seinen Mitarbeitern Verschiedenes verlangen.

  • autokratischer Führungsstil: Durch das Fehlen von charismatischen und patriarchalischen Eigenschaften und ohne persönliche Beziehung zu seinen Angestellten, baut der Autokrat eine Distanz zwischen sich und seinen Angestellten auf. Gleichzeitig entfällt die alleinige Entscheidungsmacht der Führungskraft wobei Entscheidungen stattdessen durch mehrere Instanzen laufen.

  • bürokratischer Führungsstil: Überwiegend vorzufinden auf Ämtern und Behörden, wird der bürokratische Führungsstil meist von mehreren amtlich zeitlich begrenzten Personen ausgeführt anstatt von einer Einzelperson. Der Stil ist weniger flexibel und effizient. Entscheidungen werden nicht einfach so getroffen, sie entstehen durch eine Reihe von Regeln und Gesetzen.

3.2 Führungsstile nach Kurt Lewin erklärt:

Kurt Lewin ist einer der einflussreichsten Psychologen des 20. Jahrhunderts. Als Mitbegründer der modernen Sozialpsychologie hat Lewin verschiedenste psychologische Entwicklungen erarbeitet und unter anderem auch Führungsstile. Die Führungsstile von Kurt Lewin werden im Folgenden erläutert.

Photo vom Pioniere der Psychologie: Kurt Lewin
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Photo: Kurt Lewin
  • autoritärer Führungsstil: Demnach beschreibt der autoritäre Führungsstil eine klare hierarchische Trennung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Die Mitarbeiter sind lediglich für die Ausführung von Aufgaben durch den Vorgesetzten zuständig wodurch ein sehr distanziertes Verhältnis zwischen beiden Parteien entsteht.

  • kooperativer Führungsstil: Hingegen beschreibt der Kooperative Führungsstil ein respektvolles und geschätztes Verhalten zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter. Durch die Führung von Mitarbeitern wird ihnen die Möglichkeit gegeben an Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Durch den kooperativen Führungsstil wird der Mitarbeiter motiviert und lernt mehr Selbstverantwortung zu tragen.

  • Laissez-Fairer Führungsstil: Der Laissez-Faire Führungsstil wird als Gegenteil zum autoritären Führungsstil gesehen. Hier wird den Mitarbeitern die komplette Freiheit überlassen, wenn sie Entscheidungen treffen. Der Vorgesetzte dient hier nur zur Unterstützung der Mitarbeiter.

  • transformationaler Führungsstil: Ein weiterer Führungsstil, der gerne von Unternehmen erfolgreich umgesetzt wird ist die transformationale Führung. Diese beschreibt die Fähigkeit von Führungskräften ihre Vorbildfunktion überzeugend wahrzunehmen und dadurch Vertrauen, Respekt sowie Wertschätzung von den Mitarbeitern zu erwerben. Auch die Motivation der Mitarbeiter soll durch die wichtige Führungskompetenz gesteigert werden.

Mann im Business Suit (Anzug)
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Gesellschaftsbild: Führungskompetenz

Wichtige Soft Skills im Kompetenzfeld Führungsstil sind:

  • Präsentationskompetenz
  • Überzeugungsvermögen
  • Argumentationstechniken
  • Durchsetzungsvermögen
  • Motivierungsvermögen
  • Entscheidungsstärke
  • Kritikfähigkeit
  • Konfliktkompetenz
  • Systematisches Denken

4. Führungskompetenz lernen

Wie kann Führungskompetenz erlernt und gefördert werden?

Führungskompetenzen können erlernt und gefördert werden. Führungskräfte werden nicht geboren, sie werden geformt. Mithilfe von Vorbildern, Vorgesetzen und der eigenen Selbstreflexion eignen sich zukünftige Führungskräfte steuerungsrelevantes Wissen an. Dabei werden Stärken und Schwächen reflektiert. Fehler im Arbeitsprozess lehren den Mitarbeiter in Zukunft anders zu agieren.

Das Erlernen von Führungskompetenzen erfolgt durch Beobachtung, Analyse und Nachahmung. Meetings, Geschäftsessen oder persönliche Gespräche eignen sich optimal, um einen Einblick in den Aufgabenbereich der Führungsebene zu erlangen. Neben sprachlichen Ausdrucksweisen kann man auch relevante Körperhaltungen, Gestik und Mimik erkennen.

Ein sehr wichtiges Merkmal ist die Erfahrung. Sie füllt zusätzlich den Wissensschatz einer Leitungsposition. Erfahrungen wirken nachhaltig und können unterstützt werden durch die Methode des Digitalen und Auditiven Lernens. Dabei wird viel Wert auf die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern und auf direkte Kommunikation gelegt. Die Erfahrungswerte können dem nachfolgenden Vorgesetzten entlockt werden oder idealerweise selbst erfahren werden.

Da durch reines Beobachten auch nicht alles erlernt werden kann besteht die Möglichkeit mithilfe von Workshops und Seminaren zusätzliche Kompetenzen zu trainieren und diese weiterzuentwickeln. In Workshops werden rhetorische Kompetenz, Motivationsreden und ein gut organisiertes Zeitmanagement geübt. Praxistipps für Führungskräfte ergänzen den Inhalt der Veranstaltungen wodurch Teilnehmer Führungskompetenz entwickeln. Die Führungskraft zu schulen kann für das Unternehmen große Auswirkungen auf den Erfolg haben und ist somit das große Ziel.

5. Berufliche Perspektiven

Wie kann Führungskompetenz im Berufsleben hilfreich sein?

Führungskompetenz ist hilfreich für die berufliche Laufbahn. Der Bedarf von leitenden Positionen schwankt je nach Notwendigkeit und Größe des Unternehmens. In kleinen Unternehmen gibt es meist ein bis zwei Führungskräfte wohingegen größere Unternehmen in ihrer Führungsebene Vertreter aus jedem Tätigkeitsbereich haben. Hilfreich sind sie für das Unternehmen, da sie neue Ideen präsentieren, den Betrieb voranbringen und produktive Ergebnisse liefern.

In mittlerweile unzähligen Unternehmen fungieren kompetente Arbeitgeber in der Führungsebene. Welche Rolle der Arbeitgeber als leitende Position vertritt unterscheidet sich anhand seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die seine Laufbahn prägen. So existieren neben einer Führungskraft weitere Chef-Typen.

Der Sozialwissenschaftler Edgar Schein hat in seiner „8 Karriereanker“-Studie die berufliche Entwicklung von Absolventen in der Praxis untersucht. Er kam zu dem Ergebnis, dass es acht verschiedene Laufbahnen in Unternehmen gibt.

Die 8 Laufbahnbilder im Unternehmen:

  1. Fachmann
  2. Manager/Führertyp
  3. Der Autonome
  4. Sicherheitstyp
  5. Unternehmertyp
  6. Helfertyp
  7. Abenteuer
  8. Genießer

6. Fazit

Chef zu sein kann teilweise Fluch und Segen zugleich sein. Zwar hast du die Entscheidungsgewalt über ein Projekt, eine Abteilung oder gar ein gesamtes Unternehmen, jedoch bist du verantwortlich für jede Handlung eines Mitarbeiters.

Falls einer deiner Angestellten einen Fehler macht, fällt das auch gleichzeitig auf dich zurück. Chef sein ist also wirklich nicht einfach und wenn du das nächste Mal sauer auf deinen eigenen Chef bist, dann versuche dich doch in seine Situation hineinzuversetzen und dann wird dir meist klar warum er so gehandelt hat.

  • Führungskompetenz beeinflusst die Interaktion mit den Mitarbeitern und die Umsetzung von Arbeitszielen. Personen der höheren Führungsebene übernehmen Verantwortung und treffen Entscheidungen

  • Führungskräfte arbeiten aufgrund ihrer effektiven Führung und ihrer sinnvoll einsetzbaren Kompetenz gewinnbringend für das Unternehmen

  • Um sich als zukünftiger Leiter oder erfahrene Führungskraft weiterzubilden ist der Besuch von Workshops und Seminaren sinnvoll

  • Führungsstile, die das langfristige Verhaltensmuster einer leitenden Position beschreiben, werden von den jeweiligen Führungskompetenzen unterschiedlich beeinflusst

Quellen:

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