Was ist interkulturelle Kompetenz? so kommunizierst Du mit anderen Kulturen

Wie kommuniziert man am erfolgreichsten mit Menschen aus anderen Ländern? Vor allem in größeren Unternehmen wird oft auf internationaler Ebene gearbeitet – hier sind dann interkulturelle Kompetenzen Pflicht, um erfolgreich im Team arbeiten zu können. Aber wie lerne ich interkulturelle Kompetenz und was sind die eigentlichen Merkmale von interkultureller Kompetenz?
Interkulturelle Kompetenz
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 18.12.2017 | Aktualisiert am: 08.07.2019

Interkulturelle Kompetenz - Arbeiten mit Menschen aus aller Welt - einfach erklärt.

In der heutigen globalen Welt begegnen dir tagtäglich die verschiedensten Kulturen. Allein in den Medien und vor allem sozialen Medien werden die verschiedensten Ausprägungen der interkulturellen Kompetenz vorgestellt.

Nicht nur im Berufsleben, sondern auch in der Gesellschaft allgemein nimmt das Thema interkulturelle Kompetenz einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Deshalb wird derzeit schon in der Schule darauf geachtet, dass den Schülern die interkulturelle Kompetenz vermittelt wird.

1. Definition: Interkulturelle Kompetenz?

Was ist interkulturelle Kompetenz?

Interkulturelle Kompetenz zählt zu den so genannten Schlüsselkompetenzen, auch Soft Skills genannt und bezeichnet die Fähigkeiten mit Angehörigen anderer Kulturen angemessen und respektvoll zu interagieren, Situationen richtig zu deuten und die eigene kulturelle „Brille“ abzulegen.

Durch die Verbindung von interkultureller Sensibilität und emotionaler Kompetenz gelingt es, eine Annäherung an gegensätzliche Kulturen zu schaffen. Eigene Erfahrungen werden dabei zurückgestellt um den Fokus daraufzulegen Neues zu lernen. Mit der Berücksichtigung auf die Konzepte, die Wahrnehmung, das Denken, Fühlen und Handeln der Fremdkultur können Ängste abgebaut und Stereotype revidiert werden.

Wer die Fähigkeit beherrscht, mit anderen Kulturen umgehen zu können, beherrscht auch die Fähigkeit, mit den Angehörigen jener Kulturen interessante Gespräche zu führen und Spaß zu haben. Ob im Alltag oder im Berufsleben, interkulturelle Fähigkeiten und Fertigkeiten können helfen die Eigenschaften des Gegenübers besser einschätzen zu können, Konflikte zu vermeiden und für sich selbst eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.

Im Hinterkopf sollte man daher stets auf das Sprichwort „Andere Länder andere Sitten“ zurückgreifen. Nahezu allen Missverständnissen kann vorgebeugt werden, indem man sich kurz vor dem Zusammentreffen zweier Parteien mit der Kultur der anderen ausgiebig auseinandersetzt und herausfindet, welche Gesten unangebracht sind, welche Aussagen nicht getroffen werden sollten, wie man sich angemessen verhält und welche Aspekte den Gegenüber negativ beeinflussen könnten.

Ziel ist es ein Verständnis für das Denkverhalten und die Lebensart von Menschen anderer Kulturkreise zu schaffen

2. Interkulturelle Kompetenz im Alltag

In der heutigen globalen Welt begegnen dir tagtäglich die verschiedensten Kulturen. Allein in den Medien und vor allem sozialen Medien werden die verschiedensten Ausprägungen der interkulturellen Kompetenz vorgestellt.

Nicht nur im Berufsleben, sondern auch in der Gesellschaft allgemein nimmt die interkulturelle Kompetenz einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Deshalb wird derzeit schon in der Schule darauf geachtet, dass den Schülern die interkulturelle Kompetenz vermittelt wird.

3. Warum ist interkulturelle Kompetenz im Beruf so wichtig?

Da wir bekanntermaßen nun im 21. Jahrhundert und in einer globalisierten Welt leben, treffen wir nahezu jeden Tag auf Menschen, die nicht aus dem exakt gleichen Kulturkreis kommen wie man selbst. Im alltäglichen Leben gestaltet sich das jedoch meistens recht einfach, da Menschen die in ein kulturfremdes Land reisen oder dort wohnhaft sind, häufig versuchen sich an die Gebräuche und Umstände dieses Landes anzupassen, ohne ihre eigene Kulturkomplett hinter sich zu lassen.

Im Berufsleben hat man inzwischen aber häufig mit Menschen aus anderen Ländern zu tun, die nicht einmal in der Nähe sind, sondern in einem ganz anderen Land sitzen. Diese kulturellen Unterschiede findet man vor allem in großen Konzernen aber inzwischen auch in mittelständigen Unternehmen die auf internationale Zusammenarbeit setzen.

Warum ist interkulturelle Kompetenz dann hier so wichtig? Stichpunkt Konfliktvermeidung – Wir wollen alle auf einer angenehmen und produktiven Ebene kommunizieren und dabei vielleicht auch sogar Spaß empfinden. Am besten geht das, wenn alle Beteiligten eines Gespräches sich dem Anderen gegenüber respektvoll und gleichzeitig verständnisvoll verhalten und dabei die Gebräuche anderer Kulturen akzeptieren. Wer das schafft und ein kulturelles Missverständnis mit einem Lächeln abtut, der wird mit ausländischen Kollegen anderer Kulturen erfolgreich kommunizieren können.

Auch bei Verhandlungen kann es nur von Vorteil sein die interkulturellen und sozialen Kompetenzen richtig einzusetzen, die Position seines Gegenübers aus verschiedenen Blickwinkeln – professionelle aber auch kulturelle Beweggründe – zu betrachten und zu analysieren, um schlussendlich ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen zu können.

4. Interkulturelle Kompetenz in der Bewerbung und Lebenslauf darstellen

Wie erwirbt man am schnellsten und einfachsten interkulturelle Kompetenz oder kulturelle Kontexte? Durch Reisen. Wer sich auf fremde Kontinente und in andere Länder begibt um die dortige Kultur kennenzulernen sowie die Gebräuche der Einwohner zu erkunden, der erwirbt solche kulturelle Kompetenzen und hat stets ein Lächeln auf den Lippen. Zudem verbessert die kommunikative Kompetenz.

Natürlich kann man schlecht eine Liste der Länder die man aufgesucht hat auf den Lebenslauf schreiben, aber unter Hobbies ‚reisen‘, ‚Kulturen Begegnung‘ oder ‚Fremdsprachen‘ anzugeben suggeriert, dass man sich für fremde Kulturen interessiert und macht definitiv einen guten Eindruck.

Genauso sind Fremdsprachen Teil der interkulturellen Kompetenzen – wer die Sprache eines Anderen beherrscht, der verschafft sich Respekt und der Gegenüber wird sich wesentlich wohler fühlen, wenn er in seiner Muttersprache kommuniziert. Hierzu kannst du auch interkulturelle Trainings, wie zum Beispiel Sprachschulen, besuchen. Generell macht interkulturelles Lernen definitiv immer Sinn, um sich einen bewussten Umgang mit anderen Kulturen anzueignen.

Wirklich mit harten Fakten kannst du deine interkulturelle Kompetenz schwieriger festhalten im Lebenslauf. Eine, wenn auch sehr aufwändige, Möglichkeit bietet die Universität Vechta an. Alljährlich wird der Höffmann-Wissenschaftspreis für interkulturelle Kompetenz vergeben, der sogar mit einem Preisgeld von 10.000 EUR dotiert ist.

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Zusammenfassung - Interkulturelle Kompetenz:

5. Interkulturelle Kompetenz.: Kleiner Auslandsknigge

Wir haben für dich ein paar nützliche Informationen zu den Gepflogenheiten und der kulturellen Unterschiede einiger fremden Länder zusammengestellt.

Interkulturelle Kompetenz: Kulturelle Unterschiede fremder Länder - Japan, China, Frankreich

Japan

China

Frankreich

Begrüßung

leichte Verbeugung – möglichst ähnlich tief beugen wie sein Gegenüber, oder ein kurzes Nicken; Ranghöchsten zuerst begrüßen

leichte Verbeugung – möglichst ähnlich tief beugen wie sein Gegenüber; Ranghöchsten zuerst begrüßen

Händedruck ohne schütteln, Küsse werden meist bei Geschäftsterminen nur angedeutet

Kleidung

dunkler Anzug oder dunkles Kostüm, bekannte Marken werden gerne gesehen, lochfreie Socken

-dunkle Farben (weiß trägt man auf Beerdigungen) -eher overdressed, edle Kleidung drückt Wertschätzung aus

leger und Chic, auf Krawatte darf verzichtet werden, Jeans ist ein NO-GO und ordentliche Kleidung ein Muss

Essen

beim Trinken niemals zuerst nachschenken

Rülpsen und Schmatzen ist üblich, damit zeigt man dem Gastgeber, dass etwas gut schmeckt, nie am Tisch die Nase putzen

warten bis der Kellner einen Tisch zuweist; geschäftliche Dinge werden erst nach dem Essen besprochen; wer einlädt zahlt auch die Rechnung

Pünktlichkeit

Pünktlichkeit wird erwartet

eine minutengenaue Pünktlichkeit wird erwartet

wer sich 15 Minuten verspätet ist immer noch Pünktlich

Höflichkeit

Japaner brauchen Harmonie, Konflikte nie offen austragen

immer lächeln, privates Plaudern gehört dazu

nie offen widersprechen, immer höflich sein

Sonstiges

oft müssen beim Betreten der Räumlichkeiten im asiatischen Raum die Schuhe ausgezogen werden

niemals Blumen schenken, nie mit dem Finger auf Personen zeigen

keine Fragen zum Privatleben, die Geste Daumen hoch steht in Frankreich für das Zeigen des Mittelfingers

Interkulturelle Kompetenz: Kulturelle Unterschiede fremder Länder - USA, Arabische Länder

USA

Arabische Länder

Begrüßung

kurzer und kräftiger Händedruck, überschwänglich und stets positiv

Mit as-salamu alaykum („Friede sie mit Dir“) und der Antwort wa-alaykum as-salam(„Auch mit Dir sei Friede“), erst den Gastgeber, dann den Ältesten und dann alle anderen, sanfter Händedruck

Kleidung

Förmliche Kleidung ist im Arbeitsalltag Standard

Anzug oder Hosenanzug, kurze Hosen oder bloße Schultern und Oberarme, sowie tiefe Dekolletés sind tabu

Essen

Fleisch erst in Mundgerechte Stücke schneiden und mit der Gabel und der rechten Hand essen, die linke Hand liegt auf dem Schoß unter dem Tisch

Brot dient als Besteck, mit der rechten Hand essen (die linke gilt als unrein)

Pünktlichkeit

erwarten von deutschen Pünktlichkeit sind aber selbst eher unpünktlich

man verabredet sich nach Tageszeiten, hier sollte mehr Zeit einplanen

Höflichkeit

keine Themen ansprechen, die schwierig werden könnten (Politik, Religion, usw.)

Arabischen Frauen nur die Hand reichen wenn sie die Hand reicht

Sonstiges

Trinkgeld etwa 20 % des Rechnungsbetrages

Religion und Ramadan müssen respektiert werden

6. 5 Tipps, um eine fremde Kultur besser kennen zu lernen

Eine ausgeprägte interkulturelle Kompetenz kannst du dir nicht innerhalb kurzer Zeit aneignen, sondern musst du dir mit der Zeit immer weiter aufbauen. Wie bereits gesagt ist beste Möglichkeit verschiedene Kulturen kennenzulernen, indem man viele Kulturen kennenlernt.

Und das geht natürlich am Besten in dem jeweiligen Gebiet oder Land dieser Kultur. Die folgenden 5 Tipps helfen dir, deine interkulturelle Kompetenz auf deinen Reisen stetig auszubauen:

  1. Auf den Wochenmarkt gehen. Schau dir das Treiben auf dem Wochenmarkt an und lerne die Gepflogenheiten kennen. Du wirst schnell sehen, wie extrovertiert die Menschen dort sind oder eben nicht. Lerne die Angebote, also das Essen und die Kleidung, die verkauft werden kennen.
  2. Tageszeitung lesen. Was gibt es neues in der Tagespresse, was passiert regional oder auch überregional. Die Tageszeitung sagt viel über die Mentalität der Kultur aus.
  3. Klatschpresse lesen. Vergiss nicht die Klatschnews. An der Klatschpresse erkennst du die wichtigen News der „breiten Masse“.
  4. Politik hinterfragen. Was läuft gerade in der Politik, was waren die wichtigen News in den letzten 6 Monaten? Grundsätzlich ein No-Go mitzudiskutieren, aber verstehen ist wichtig. Höre also hier gut zu.
  5. Zuhören und auf Gestik und Mimik achten. Auch wenn Du am Anfang wenig verstehst, höre zu und sei höflich. Die Mimik und die Gestik gehören zu einer Kultur ebenso wie die Sprache oder Kleidung.

Test im Umgang mit fremden Kulturen:

Wie sicher und kompetent du jetzt schon bist, kannst du online testen. Die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen bietet einen Online-Test - zum interkulturellen Lernen an.

7. Fazit

Langsam aber sicher rückt die interkulturelle Kompetenz immer mehr in den Vordergrund der Soft Skills. Schließlich gehört sie in einer vollglobalisierten und weit ineinander verknüpften Welt eigentlich zu den absoluten Schlüsselkompetenzen der Soft Skills für eine erfolgreiche Arbeit.

Falls du alles in einem größeren Unternehmen oder einem Konzern deinen zukünftigen Arbeitsplatz siehst, solltest du in jedem Fall versuchen, eine interkulturelle Kompetenz aufzubauen und auch versuchen, stetig daran zu arbeiten.

Zum Abschluss noch ein Tipp für deine Jobsuche: Auf ALPHAJUMP kannst du dein kostenloses Job-Match erstellen und herausfinden, wie gut deine Kompetenzen zu deinem Traumjob matchen. Hier kannst Du dich kostenfrei registrieren und ganz bequem Jobanfragen von interessanten Arbeitgebern erhalten.

Quellen:

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