Interkulturelle Kompetenz: Wie kommunizierst Du am besten mit Angehörigen anderer Kulturen?

Wie kommuniziert man am erfolgreichsten mit Menschen aus anderen Ländern? Vor allem in größeren Unternehmen wird oft auf internationaler Ebene gearbeitet, hier sind interkulturelle Kompetenzen Pflicht um erfolgreich im Team arbeiten zu können. Aber wie lerne ich das?

Interkulturelle Kompetenz

Interkulturelle Kompetenz - Arbeiten mit Menschen aus aller Welt

Inhaltsverzeichnis:

  1. Definition – Was ist Interkulturelle Kompetenz?
  2. Warum ist interkulturelle Kompetenz im Beruf so wichtig?
  3. Interkulturelle Kompetenz in Bewerbung und Lebenslauf darstellen
  4. Interkulturelle Kompetenz: kleiner Auslandsknigge
  5. 5 Tipps, um eine fremde Kultur besser kennen zu lernen

1. Definition – Was ist Interkulturelle Kompetenz?

Interkulturelle Kompetenzen zählt zu den Soft Skills und bezeichnet die Fähigkeiten eines Menschen, mit Angehörigen anderer Kulturen, Glaubensrichtungen oder Nationen umgehen zu können. Hört sich im Ansatz sehr leicht an, ist aber in der Praxis oft viel schwerer. Viele Kulturen unterscheiden sich ineinander enorm und was in Deutschland beispielsweise als höflich und angemessen gilt, das könnte im arabischen Raum ein absolutes No-Go sein und den Gegenüber kränken oder beleidigen. Das besagt ja bereits das bekannte Sprichwort „andere Länder, andere Sitten“. Wer die Fähigkeit beherrscht, mit anderen Kulturen umgehen zu können, beherrscht auch die Fähigkeit, mit den Angehörigen jener Kulturen Spaß haben zu können, interessante Gespräche zu führen und unter Umständen im Beruf auch mit seinen Gegenübern erfolgreiche und lukrative Verhandlungen abzuschließen. Doch wer sich dieser Unterschiede nicht bewusst ist, kann schnell frustriert sein oder läuft Gefahr, sich in den Augen seines Gegenübers unangebracht zu verhalten. Wird aber die kulturelle Prägung berücksichtigt, so steht dem erfolgreichen Miteinander nichts mehr im Weg.

Negative Einflüsse können von missverstandenen Gesten oder Verhalten ausgehen, wie beispielsweise der klassische aufgerichtete Daumen oder das „Alles in Ordnung Zeichen“ der Taucher, welche bei uns vollkommen positive Gedanken zum Ausdruck bringen, werden diese Gesten in Japan, Lateinamerika oder in islamischen Ländern oft mit der genau gegenteiligen Bedeutung interpretiert. Auch die Wahrnehmung bestimmter Situation ist selektiv, von Land zu Land häufig unterschiedlich, beispielsweise der Rolle der Frau im Beruf, während in Europa und Amerika einer Frau im Beruf gegenüber zu stehen absolut normal ist, könnten traditionell muslimisch geprägte Menschen aus dem Nahen Osten mit einer Kollegin manchmal nur schwer umgehen und bevorzugen die Zusammenarbeit mit Männern.

Nahezu allen Missverständnissen kann vorgebeugt werden, indem an sich kurz vor dem Zusammentreffen zweier Parteien mit der Kultur der anderen ausgiebig auseinandersetzt, herausfindet, welche Gesten unangebracht sind, welche Aussagen nicht getroffen werden sollten und welche Aspekte den Gegenüber negativ beeinflussen könnten.

2. Warum ist interkulturelle Kompetenz im Beruf so wichtig?

Da wir im bekanntermaßen nun im 21. Jahrhundert und in einer globalisierten Welt leben, treffen wir nahezu jede Tag auf Menschen, die nicht aus dem exakt gleichen Kulturkreis kommen wie man selbst. Im alltäglichen Leben gestaltet sich das jedoch meistens recht einfach, da Ausländer, welche in ein fremdes Land reisen oder dort wohnhaft sind, sich an die Gebräuche und Umstände dieses Landes auch anpassen müssen und man sich als "Einheimischer" diesen Menschen nur offen und verständnisvoll gegenüber zeigen muss. Im Berufsleben hat man inzwischen aber häufig mit Menschen aus anderen Ländern zu tun, die nicht einmal in der Nähe sind, sondern in einem ganz anderen Land sitzen. Diese kulturellen Unterschiede findet man vor allem in großen Konzernen aber inzwischen auch in mmittelständigen Unternehmen die auf internationale Zusammenarbeit setzen.

Warum ist interkulturelle Kompetenz dann hier so wichtig? Stichpunkt Konfliktvermeidung – Wir wollen alle auf einer angenehmen Ebene kommunizieren und dabei vielleicht auch sogar Spaß empfinden. Am besten geht dass, wenn alle Beteiligten eines Gespräches sich dem Anderen gegenüber respektvoll und gleichzeitig verständnisvoll verhalten und dabei die Gebräuche anderer Kulturen akzeptieren ohne sich dabei persönlich angegriffen zu fühlen – wer das schafft und ein kulturelles Missverständnis mit einem Lachen abtut, der wird mit ausländischen Kollegen anderer Kulturen erfolgreich kommunizieren können.

Auch bei Verhandlungen kann es nur von Nutzen sein die sozialen Kompetenzen richtig einzusetzen, die Position seines Gegenübers aus verschiedenen Blickwinkeln – professionelle aber auch kulturelle Beweggründe – zu betrachten und zu analysieren, um schlussendlich ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen zu können.

3. Interkulturelle Kompetenz in Bewerbung und Lebenslauf darstellen

Wie erwirbt man am schnellsten und einfachsten interkulturelle Kompetenzen oder kulturelle Kontexte - Durch Reisen. Wer sich auf fremde Kontinente und in andere Länder begibt um die dortige Kultur kennenzulernen und die Gebräuche der Einwohner zu erforschen, der erwirbt beim Spaß haben solche kulturellen Kompetenzen. Zudem verbessert es die kommunikative Kompetenz.

Natürlich kann man schlecht eine Liste der Länder die man aufgesucht hat auf den Lebenslauf schreiben, aber unter Hobbies ‚reisen‘, ‚Kulturen Begegnung‘ oder ‚Fremdsprachen‘ anzugeben suggeriert, dass man sich für fremde Kulturen interessiert und macht definitiv einen guten Eindruck. Genauso sind Fremdsprachen Teil der interkulturellen Kompetenzen – wer die Sprache eines anderen beherrscht, der verschafft sich Respekt und der Gegenüber wird sich wesentlich wohler fühlen, wenn er in seiner Muttersprache kommuniziert. Hierzu kannst du auch interkulturelle Trainings, wie zum Beispiel Sprachschulen, besuchen. Generell macht interkulturelles Lernen viel Sinn um sich einen bewussten Umgang mit anderen Kulturen anzueignen.

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4. Interkulturelle Kompetenz: kleiner Auslandsknigge

Wir haben für dich ein paar nützliche Informationen zu den Gepflogenheiten und der kulturellen Unterschiede einiger fremden Länder zusammengestellt.

Kulturelle Unterschiede fremder Länder - Interkulturelle Kompetenz: 
(Japan, China, Frankreich)

 

Japan

China

Frankreich

Begrüßung

leichte Verbeugung möglichst so ähnlich tief beugen wie sein Gegenüber, oder ein Nicken; Ranghöchsten zuerst begrüßen

leichte Verbeugung möglichst so ähnlich tief beugen wie sein Gegenüber; Ranghöchsten zuerst begrüßen

Händedruck ohne schütteln, Küsse werden meist bei Geschäftsterminen nur angedeutet

Kleidung

dunkler Anzug oder dunkles Kostüm, Markenklamotten werden gerne gesehen, lochfreie Socken

 -dunkle Farben (weiß trägt man auf Beerdigungen)      -eher overdressed, edle Kleidung drückt Wertschätzung aus

leger und Chic, auf Krawatte darf verzichtet werden, Jeans ist ein NO-GO und ordentliche Kleidung ein Muss

Essen

beim Trinken niemals zuerst nachschenken

Rülpsen und Schmatzen ist üblich, damit zeigt man dem Gastgeber, dass etwas gut schmeckt, nie am Tisch die Nase putzen

warten bis der Kellner einen Platz zuweist, Geschäftliche Dinge werden erst nach dem Essen besprochen, wer einlädt zahlt auch die Rechnung

Pünktlichkeit

Pünktlichkeit wird erwartet

eine minutengenaue Pünktlichkeit wird erwartet

wer sich 15 Minuten verspätet ist immer noch Pünktlich

Höflichkeit

Japaner brauchen Harmonie, Konflikte nie offen austragen

immer lächeln, privates Plaudern gehört dazu

nie offen widersprechen, immer höflich sein

Sonstiges

oft müssen beim Betreten der Räumlichkeiten im Asiatischen Raum die Schuhe ausgezogen werden

niemals Blumen schenken, nie mit dem Finger auf Personen zeigen

keine Fragen zum Privatleben, die Geste Daumen hoch steht in Frankreich für das Zeigen des Mittelfingers

 

Kulturelle Unterschiede fremder Länder - Interkulturelle Kompetenz: 
(USA, Arabische Länder)

 

USA

Arabische Länder

Begrüßung

kurzer und kräftiger Händedruck, überschwänglich und stets positiv

Mit as-salamu alaykum („Friede sei mit Dir“) und der Antwort – wa-alaykum as-salam („Auch mit Dir sei Friede“), erst den Gastgeber, dann den Ältesten und dann alle anderen, sanfter Händedruck

Kleidung

Förmliche Kleidung ist im Arbeitsalltag Standard

Anzug oder Hosenanzug, kurze Hosen oder bloße Schultern und Oberarme, sowie tiefe Dekolletés sind tabu

Essen

Fleisch erst in Mundgerechte Stücke schneiden und mit der Gabel und der rechten Hand essen, die linke Hand liegt auf dem Schoß unter dem Tisch

Brot dient als Besteck, mit der rechten Hand essen (die linke gilt als unrein)

Pünktlichkeit

erwarten von deutschen Pünktlichkeit sind aber selbst eher unpünktlich

man verabredet sich nach Tageszeiten, hier sollte mehr Zeit einplanen

Höflichkeit

keine Themen ansprechen, die schwierig werden könnten (Politik, Religion, usw.)

Arabischen Frauen nur die Hand reichen wenn sie die Hand reicht

Sonstiges

Trinkgeld etwa 20 % des Rechnungsbetrages

Religion und Ramadan müssen respektiert werden

 

5 Tipps, um eine fremde Kultur besser kennen zu lernen:

  1. Auf den Wochenmarkt gehen. Schau dir das Treiben auf dem Wochenmarkt an und lerne die Gepflogenheiten kennen. Du wirst schnell sehen, wie extrovertiert die Menschen dort sind oder eben nicht. Lerne die Angebote, also das Essen und die Kleidung, die verkauft werden kennen.
  2. Tageszeitung lesen. Was gibt es neues in der Tagespresse, was passiert regional oder auch überregional. Die Tageszeitung sagt viel über die Mentalität der Kultur aus.
  3. Klatschpresse lesen. Vergiss nicht die Klatschnews. An der Klatschpresse erkennst du die wichtigen News der „breiten Masse“.
  4. Politik hinterfragen. Was läuft gerade in der Politik, was waren die wichtigen News in den letzten 6 Monaten? Grundsätzlich ein No-Go mitzudiskutieren, aber verstehen ist wichtig. Höre also hier gut zu.
  5. Zuhören und auf Gestik und Mimik achten. Auch wenn Du am Anfang wenig verstehst, höre zu und sei höflich. Die Mimik und die Gestik gehören zu einer Kultur ebenso wie die Sprache oder Kleidung.

 

Test im Umgang mit fremden Kulturen:

Wie sicher und kompetent du jetzt schon bist, kannst du online testen. Die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen bietet einen Online-Test - zum interkulturellen Lernen an.

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