Was ist ein Werkstudent? Vorteile, Nachteile und typische Aufgaben von Werkstudenten

Du denkst darüber nach, eine Werkstudentenstelle anzunehmen? Wie viel bringt dir das für deine Karriere wirklich? Meistens sehr viel! Wir haben für dich alle Vor-und Nachteile für einen Werkstudentenvertrag zusammengefasst.

Themenüberblick: Werkstudent

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Was ist ein Werkstudent
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 17.07.2017 | Aktualisiert am: 07.08.2018

Alle Informationen - rundum den Werkstudenten / Working Student

Ein Werkstudent genießt ein ordentliches Arbeitsverhältnis. Wenn Du Student bist und neben deinem Studium nicht nur Erfahrung für dein Berufsleben sammeln möchtest, sondern auch noch gutes Geld verdienen willst, dann such dir einen Job als Werkstudent. Hier findest Du alle Informationen die wichtig sind und du findest alles, was Du über die Anstellung als Werkstudent wissen musst.

Werkstudent – Was ist ein Werkstudent / Working Student?

Ein Werkstudentenjob ist eine sehr gute Alternative zum normalen Studentenjob, Kellnerjob, Ferienjob oder Umzugshelfer. In der Regel reiht sich ein Werkstudentenjob hinter einem Praktikum ein, solltest Du dich bewiesen haben. Das besondere im Job als Werkstudent ist, dass Du deine Tätigkeit in der Regel mit dem Studium verbindest. Bedeutet du setzt das erlernte Wissen aus der Hochschule direkt in die Praxis um. Der Werkstudentenjob ist eine regelmäßige Tätigkeit mit bis zu 20 Stunden in der Woche und er grenzt sich von der geringfügigen Beschäftigung, sowie auch von der selbstständigen Tätigkeit ab.

Achtung: Voraussetzung für einen Werkstudentenvertrag ist eine gültige Immatrikulation an einer Hochschule (Universität, Hochschule, Fachhochschule). Du musst also ordentlicher Student sein und an einer Hochschule eingeschrieben sein.

Kurz zusammengefasst – Fakten für Werkstudenten:

  • Werkstudenten sind an einer Hochschule immatrikuliert
  • Werkstudenten arbeiten bis zu 20 Stunden in der Woche, da das Studium im Vordergrund stehen soll
  • Werkstudententätigkeiten sind sozialversicherungsrechtlich keine geringfügigen Beschäftigungen
  • Werkstudenten wenden in der Regel die Inhalte ihres Studiums direkt in der Praxis an
  • Als Werkstudent erhält man oft einen eigenen Aufgabenbereich und erste Verantwortung

Definition Werkstudent

Als Werkstudent werden Studenten bezeichnet, die neben dem Studium eine Erwerbsarbeit ausüben, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder Praxiserfahrung zu sammeln. (Bergriffsdefinition: Wikipedia Werkstudent)

In der Geschichte treten in Deutschland Werkstudenten erstmals während des Ersten Weltkrieges auf. Sie ersetzten fehlende Arbeitskräfte in der Industrie und in der Landwirtschaft und leisteten ihre Arbeit neben dem Studium. Das Besondere an dem Werkstudentenstatus ist die Einordnung in der Sozialversicherung. Seit dem 01.10.1996 sind Werkstudenten zwar gesetzlich Rentenversicherungspflichtig, aber im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei.

Wichtig ist, dass das Studium im Vordergrund steht und deshalb darf die Beschäftigung 20 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Die Arbeitszeit in den Semesterferien darf darüber hinaus gehen und es muss auch kein konkreter Bezug zum Studium bestehen. Für viele Arbeitgeber in Hochschulstädten stellen Werkstudenten eine sehr gute Möglichkeit dar Nachwuchskräfte zu identifizieren. Es ist beidseitig eine Möglichkeit sich kennenzulernen und zu schauen ob nach der Werkstudententätigkeit ein Einstieg anschließt. Darüber hinaus werden die Kosten für die Sozialabgaben gespart und gefühlt ist das Bruttogehalt gleich das Nettogehalt (Ausnahme: Rentenversicherung). Die rechtlichen Grundlagen hierzu findest Du im SGB V und SGB III ((§ 6 I Nr. 3 SGB V, § 27 IV SGB III, Stand Nov. 2013). Weitere Informationen in der Übersicht hierzu aber auch weiter unten.

Eine tolle Möglichkeit also für beide Parteien: Arbeitgeber, wie auch Werkstudent.

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Welche Vorteile haben Werkstudenten?

Im Rahmen eines Praktikum bist du nur für einen kurzen Zeitraum im Unternehmen. In der Regel 3 Monate oder 6 Monate. Ein Werkstudent wird in der Regel für einen längeren Zeitraum eingestellt. 1 Jahr oder auch 2 Jahre. Wie beschrieben sind Werkstudenten von der Krankenversicherung und der Arbeitslosenversicherung, wie auch der Pflegeversicherung befreit. Es wird nur die Rentenversicherung abgeführt. Somit bekommst du gefühlt netto wie brutto und damit die Möglichkeit gutes Geld verdienen zu können.

Der wichtigste Aspekt ist für viele sicher, dass Du bei vielen Arbeitgebern Verantwortung bekommst – eigentlich einen eigenen Aufgabenbereich und somit eigene Projekte stemmst. Und du bekommst regelmäßig dein Geld und kannst somit dein Studium ordentlich finanzieren.

10 Vorteile – Status Werkstudent / Arbeiten als Werkstudent

  1. Du hast einen richtigen Arbeitsvertrag.
  2. Du bist von der Krankenversicherung, Pflegeversicherung und von der Arbeitslosenversicherung befreit.
  3. Du hast in der Regel regelmäßige Arbeitszeiten.
  4. Du arbeitest maximal 20 Stunden in der Woche und kannst dich weiterhin auf dein Studium konzentrieren.
  5. Du bekommst ein regelmäßiges Einkommen.
  6. Aufgrund des Werkstudenten-Status gibt es in der Regel ein gutes Gehalt.
  7. Du kannst deine Theorie aus dem Studium direkt in die Praxis umsetzen.
  8. Du lernst Die Vor- und Nachteile eines regelmäßigen Jobs kennen und erahnst den Ablauf eines Vollzeitjobs.
  9. Du erhältst erste Projekterfahrung, vielleicht einen eigenen Aufgabenbereich, erste Berufserfahrung und oft erste Verantwortung.
  10. Du erhältst nicht selten ein Übernahmeangebot und somit nach dem Studium direkt den passenden Job.

Welche Nachteile haben Werkstudenten?

Natürlich gibt es auch Nachteile für den Status des Werkstudenten. Wäge selbst ab, was für dich vertretbar ist und was nicht. Wir haben Dir die wichtigsten Nachteile einmal zusammengefasst.

  1. Wenn Du deinen Werkstudentenjob verlierst bekommst du kein Arbeitslosengeld, weil du nicht in die Arbeitslosenbeiträge einzahlst.
  2. Wenn Du BAföG bekommst oder einen BAföG Antrag gestellt hast, wird dein Werkstudentengehalt angerechnet.
  3. Bei mehr als 450 EUR monatlichen Einkommen fällt die Familienversicherung weg, wenn du noch eine hast und du musst dich selbst krankenversichern und auch pflegeversichern – in der Regel zwischen 70 – 120 EUR, je nach Leistungsumfang.

Welche Arbeitszeitmodelle gibt es für Studenten?

Arbeitsmodelle im Studium / für Studenten

geringfügige Beschäftigung

Teilzeit-Beschäftigung

Werkstudentenjob

Arbeitszeit

nicht festgelegt

ca. 10 bis 30 Stunden pro Woche

Bis zu 20 Stunden pro Woche (in den Semesterferien / vorlesungsfreien Zeiten ist mehr möglich)

Gehalt

Maximal 450,- EUR pro Monat

Mindestlohn-regelung

Mindestlohn-regelung

Rentenversicherung

nicht versichert

9,35% vom Bruttogehalt

9,35% vom Bruttogehalt

Gesetzliche Kranken- / Pflegeversicherung

Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung im Rahmen der Familienversicherung möglich

Gesetzliche Krankenversicherung (7,3% v. Bruttogehalt); Pflegeversicherung (1,275% v. Bruttogehalt)

Arbeitslosenversicherung

nicht versichert

1,35% vom Bruttogehalt

nicht versichert

Die Aufgaben von Werkstudenten

Es kommt letztendlich auf den Arbeitgeber an, wie viel Erfahrung er mit Werkstudenten hat. In der Regel sind die Aufgaben von Werkstudenten an die Schwerpunktlegung im Studium geknüpft, denn dadurch hat das Unternehmen eine Menge.

Oft werden Werkstudenten in Projektteams für die Erledigung spezifischer Aufgaben oder für die Assistenztätigkeiten in Projekten eingesetzt. Als Werkstudent bist du aktiv im Geschehen und in den Projekten beteiligt und arbeitest am Projektplan, unterstützt im Projektmanagement oder schreibst Dokumentationen oder Protokolle. Darüber hinaus steht im IT-Bereich vielleicht ein Relaunch einer Webseite an oder eine neue Marketingkampagne soll umgesetzt werden. Hier gibt es mit Sicherheit einige Aufgaben im Content-Bereich, Texte und Bilder müssen vorbereitet werden, oder Absprachen zwischen den Abteilungen stehen an oder müssen koordiniert werden. Immer wieder steht dann auch die Rücksprache mit den Projektteams, den Projektleitern oder der Geschäftsführung an – je nachdem wie groß das Unternehmen ist. Typisch für Werkstudenten ist eben die klassische Projektarbeit und die Unterstützung der Projektteams. Aber auch Aufgaben aus dem Bereich Business Development sind typisch. Marktanalysen, Reasearch, SWOT-Analysen, Facility Management, Kundenservice und Management-Tätigkeiten können das Aufgabenfeld erweitern.

By the way: In dem Umgang mit allen Tätigkeiten über einen längeren Zeitraum erlernst du wichtige Soft Skills, die dein zukünftiges Berufsleben oder auch deine zukünftige Berufswahl prägen. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, aber auch analytisches Denken und viele weitere wichtige Eigenschaften lernst Du kennen und stehst Herausforderungen immer selbstbewusster gegenüber.

Es gibt aber darüber hinaus auch Arbeitgeber, die Verantwortung übertragen. Zum Beispiel Aufgaben aus dem Bereich Online-Marketing und die Verantwortung eines Social Media Kanals, die Betreuung von Facebook- oder Instagram-Kampagnen, die Gestaltung und das Texten von Flyern, die Bearbeitung von Personalthemen (Human Ressources), Bearbeitung eines Bewerbungseinganges oder die Gestaltung der Personalarbeit nach innen. Im Informatikbereich, also in der Development-Abteilung dann mit Sicherheit die Übernahme der Programmierung bestimmter neuer Funktionen, Aktualisierung von Systemen oder die Wartung von Software. In den anderen Ingenieursdisziplinen Maschinenbau und Elektrotechnik wird es dann eher technischer. Die Veränderung von Schaltungen, Wartungen von Maschinen- und Anlagen, bzw. auch die Weiterentwicklung der Technik ist hier ein Thema in den Unternehmen.

Das Arbeiten als Werkstudent kann sehr vielfältig sein. Da Werkstudenten für mehrere Stunden pro Woche arbeiten sind sie grundsätzlich gut planbar und für einen längeren Zeitraum regelmäßig einsetzbar.

Kurz zusammengefasst – Die Aufgaben für Werkstudenten:

  • Mitdenken und Mitgestalten
  • Aufgaben aus dem Bereich Business Development
  • Relaunch einer Webseite (public sector)
  • Betreuung von Marketingkampagnen
  • Content-Marketing, Texten von Webseiten (PR-Tätigkeiten)
  • Programmierung von Software, neuen Funktionen
  • Wartung von Software
  • Betreuung von Social Media Kanälen, Betreuung von Facebook- und Instagram Kampagnen (Online Marketing)
  • Bearbeiten von Bewerbungseingängen
  • Gestalten und Texten von Flyern
  • Veränderung von Systemen, Schaltungen
  • Wartung von Maschinen- und Anlagen
  • Weiterentwicklung der bestehenden Technik
  • Messebetreuung und Veranstaltungsmanagement
  • Facility Management

Du musst aber nicht immer spezifisch eingesetzt werden. Es kann für dich ebenso interessant sein in deinem Werkstudentenjob eine Tätigkeit zu übernehmen, wo du in einem anderen Bereich Erfahrungen sammelst. Zum Beispiel kann es interessant sein, wenn Du als Wirtschaftsinformatiker siehst, wie es im Marketing läuft oder als Maschinenbauer Erfahrungen im Vertrieb oder im Bereich der Vertriebsunterstützung sammelst. Jede Erfahrung die du über einen bestimmten Zeitraum hinweg bekommst, ist wichtig für dein zukünftiges Berufsleben. Du stellst damit die Weichen für deine Karriere, außerhalb – also auch für andere Arbeitgeber, aber auch innerhalb des aktuellen Arbeitgebers. Denn die Chance besteht immer, dass Du nach dem Studium ein Übernahmeangebot, eine Traineestelle und sogar den Verantwortungsbereich bekommst den du dir wünscht.

Eine Werkstudententätigkeit hat also in vielerlei Hinsicht Vorteile, die nicht nur am Gehalt oder an der Finanzierung des Studiums geknüpft sind. Eine Werkstudententätigkeit ist ganz oft die Grundsteinlegung für die zukünftige Karriere – wenn Du das Unternehmen findest, das dich unterstützt und deine Tätigkeiten entsprechend darauf ausgelegt sind.

Gehalt von Werkstudenten

Du verdienst in der Regel gutes Geld und mehr wie die geringfügig Beschäftigten und mehr wie die Praktikanten. Du hast nicht selten ein sehr gutes Gehalt. Je nach Arbeitgeber und Aufgabenbereich verdienen Werkstudenten zwischen 650,- EUR und 2.500,- EUR Brutto.

Leichter ist es pro Stunde. Man kann eigentlich einen Spanne zwischen 9,- EUR pro Stunde und 20,- EUR pro Stunde für allgemein beschreiben. Es gibt natürlich Unterschiede und das Gehalt ist immer individuell zu betrachten, aber es wird mit Sicherheit nach Verantwortungsbereich und Aufgabenvielfalt, sowie Vorbildung, Ausbildung unterschieden. Zusätzlich kann man in vorlesungsfreien Zeiten als Werkstudent mehr arbeiten und somit auch mehr Geld verdienen.

Weitere Informationen zu dem Gehalt für Werkstudenten findest Du in unserem Karriereguide Artikel: Gehalt als Werkstudent. Hier haben wir Dir auch noch einmal im Detail die wichtigsten Informationen zu gesetzliche Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung zusammengefasst.

Bewerbung von Werkstudenten

Wer auf der Suche nach einem Werkstudentenjob ist, kann zum einen ein kostenfreies Profil auf ALPHAJUMP erstellen, Jobanfragen für Werkstudentenjobs erhalten und deinen Lebenslauf anlegen. Auf ALPHAJUMP inserieren viele interessante Arbeitgeber aus dem Mittelstand Stellenanzeigen in diesem Bereich oder sprechen Studenten aktiv an. Du findest hier ganz bestimmt passende Jobs.

Wichtig für deine Bewerbung als Werkstudent sind aber auch vollständige Bewerbungsunterlagen und ein Anschreiben für deine Bewerbung. Alle wichtigen Informationen für die Bewerbung für deinen Werkstudentenjob haben wir Dir hier zusammengefasst. Weitere Informationen zum Thema Bewerbung findest Du auch im Karriereguide Bereich: Bewerbung.

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